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Klettersteige für den Einstieg

Freitag, 27. September 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Klettersteige für den Einstieg

Freitag, 27. September 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Wandern ist ja schön, aber Wandern mit Kletterelementen macht ganz besonders großen Spaß. Diese Kombination bieten euch Klettersteige. Wir haben aus den vielen österreichischen Steigen ein paar für euch herausgesucht, die sich für Anfänger und Anfängerinnen und häufig auch für Kinder eignen.

von Pia Miller-Aichholz

Wer gerne in den Bergen unterwegs ist und sich auch mal an exponiertere Stellen wagen möchte, braucht nicht viel für den Klettersteig-Einstieg, lediglich die passende Ausrüstung, Schwindelfreiheit und Abenteuergeist. Noch ein paar Hinweise im Voraus: Bei jeglichem Zweifel nehmt einen Bergführer oder eine Bergführerin auf den Steig mit. Lasst euch jedenfalls beim Ausrüstungsverleih in das richtige Verhalten am Steig und die Handhabung der Ausrüstung einweisen. Bleibt auf alle Fälle immer im Stahlseil eingehängt, egal wie leicht euch eine Stelle vorkommt.

Brunnbach-, Max- und Moritz-Steig – Gosau

In den Felsen über dem Gosauer Stausee findet ihr ein kleines Klettersteig-Paradies. Neben dem bereits eher anspruchsvollen Schmied-Klettersteig gibt es dort den Brunnbachsteig, einen reinen Übungssteig mit Schwierigkeit A/B, den ihr in etwa 20 Minuten bewältigt habt, und die Einstiegs-Klettersteige Max und Moritz. Der Moritz-Klettersteig geht vom hintersten Punkt des Stausees aus, mit einer ausgeglichenen Mischung von A- und B-Stellen und zwei B/C-Abschnitten. Der Max-Klettersteig verläuft primär in Schwierigkeitsstufe B die Felsen hinauf, mit einer A- und ebenfalls zwei B/C-Stellen. Eine kleine Zusatzherausforderung ist die kurze Stahlseil-Querung im letzten Drittel. Von beiden Klettersteigen aus habt ihr eine wunderschöne Aussicht auf den türkis-grünen Stausee und aufs Gosautal.

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Der Abstieg führt euch über eine geröllige Forststraße wieder zum hintersten Punkt des Stausees. Um die Klettersteige zu erreichen, parkt ihr beim Gasthof Gosauschmid und geht dann den Stausee-Rundweg ins Tal hinein. Am Rundweg findet ihr dann Wegweiser und eine Tafel, auf der ihr noch einmal einen Überblick über die Klettersteige habt.

Begehbar von Mai bis Oktober.

Silvrettasee Staumauer Klettersteig – Gaschurn im Montafon/Galtür

Den Silvrettasee-Klettersteig habt ihr innerhalb einer Stunde sicher bewältigt. Er ist in die Staumauer gebaut und hält in einem sehr ausgeglichenen Verhältnis Stellen in den Schwierigkeitsgraden A und B, beziehungsweise A/B, für euch bereit. Es gibt zwei Highlights beziehungsweise Herausforderungen, und zwar eine etwa 25 Meter lange Stahlseilbrücke und ein Schwingpendel, das aber umgangen werden kann. Für jene, die gerne einmal eine Pause einlegen, gibt es zwei Holzsitzbänke – eine gleich nach dem ersten Viertel, eine nach dem dritten. Von der Ausstiegsplattform aus habt ihr noch einen tollen Ausblick ins Tal, bevor ihr euch dann über Krone der Mauer zurück zum Parkplatz begebt. Um zum Einstieg zu kommen spaziert ihr vom Parkplatz aus den Weg über die Wiese zum Fuß der Staumauer hinab.

Begehbar von Juli bis Oktober.

Sophie-Klettersteig – Altaussee

Schon etwas herausfordernder, aber auch für Neulinge mit guter Kondition und Geschick geeignet, ist der Sophie-Klettersteig auf dem Loser. Der ist übrigens nach der Schwester von Kaiserin Sisi benannt, der ein sehr anspruchsvoller Klettersteig auf dem Berg gewidmet ist. Der Sophie-Klettersteig auf der Diml-Wand beginnt gleich am Einstieg mit zwei Varianten: entweder ihr nehmt rechts die kurze A-Strecke, oder ihr schlagt einen kleinen Bogen nach links, der eine B/C-Stelle für euch bereithält. Den restlichen Steig über passiert ihr primär A- bis B-Stellen, aber auch zwei B/C- und ganz zum Schluss sogar eine kurze C-Stelle. Vom Fels aus eröffnet sich euch ein beeindruckendes Panorama der umliegenden Berge und Täler. Zum Einstieg gelangt ihr vom Parkplatz der Loseralm aus, oder auch von der Loserhütte aus.

Begehbar von Juni bis Oktober.

Seewand-Klettersteig – Altenmarkt im Pongau

Eine weitere kurze Einstieg-Variante mit Seeblick ist der Seewand-Klettersteig beim Zauchensee. Der Aufstieg führt ausschließlich über Stellen der Schwierigkeitsgrade A bis B, dafür aber zusätzlich über eine Stahlseilbrücke, zwei kurze Leitern und die sogenannte Nepalbrücke, über die ihr zum Gipfelkreuz gelangt. Falls euch die Stahlseilbrücke nicht geheuer ist, könnt ihr sie umgehen. Auf dem Weg hinauf lädt eine Holzbank zur Rast bei Blick auf den Zauchensee ein.  Ihr erreicht den Einstieg in etwa fünf Minuten Fußmarsch vom Parkplatz Zauchensee aus.

Begehbar von Mai bis Oktober.

Kleinbärenzinne-Klettersteig – Plangeross

Auf der Kleinbärenzinne werden sowohl Anfänger und Anfängerinnen als auch Klettersteig-Profis glücklich. Denn nach dem ersten Drittel – ausschließlich A- bis A/B-Stellen – gibt es zwei Varianten, die für den leichten Schluss wieder zusammenführen: Entweder ihr geht den Familienklettersteig, der nur aus A und A/B-Stellen besteht, oder ihr geht rechts den Sportklettersteig, der auf seinen steilen C- bis D/E-Stellen in einer glatten Wand einiges an Kraft und Geschick abverlangt. Hier erwartet euch auch ein Überhang der Schwierigkeit E. Dieser Klettersteig eignet sich also auch gut für Gruppen, die verschieden erfahren am Fels sind. Egal welchen Steig ihr wählt, diese Touren dauern inklusive Abstieg etwas länger und erfordern gute Kondition. Ihr erreicht den Einstieg vom Parkplatz Rüsselsheimer Hütte aus.

Begehbar von Juli bis September.

Murmel-Steig-Klettersteig

Ein kurzes und lockeres Vergügen ist der Murmel-Steig-Klettersteig. Der hat seinen Namen nicht zufällig bekommen: Im Sonntagstal sind viele Murmeltiere zuhause, deren Pfeifen euch beim Aufstieg begleitet. Über A- bis B-Stellen, eine Hängebrücke und eine kurze B/C-Stelle erklimmt ihr den Fels bis zum Falkert-Gipfel. Von dort aus steigt ihr entweder links über die Falkertscharte ab – etwas länger, aber landschaftlich toll – oder rechts über den markierten Wanderweg. Der nebenan gelegene Falken-Steig-Klettersteig ist mit C- und D-Stellen schon herausfordernder. Den Einstieg erreicht ihr vom Parkplatz beim Falkertsee nach einer kleinen Wanderung.

Begehbar von Juni bis Oktober.

Prielschutzhaus Übungsklettersteige – Hinterstoder

Auch bei Prielschutzhaus könnt ihr euch etwas im Klettersteiggehen üben. Hier sind vier kurze Übungssteige in den Fels gebaut worden, davon zwei mit Schwierigkeit C beziehungsweise D und zwei mit Schwierigkeit A bis B. Die Steige sind nur sehr kurz, die meiste Zeit dieses Ausflugs seid ihr also wandernd unterwegs – am Weg zum Prielschutzhaus und wieder hinunter. Ihr erreicht den Einstieg vom Parkplatz Polsterlucke aus, von wo aus ein Wanderweg zum Schutzhaus hinauf geht.

Obertraun-Klettersteig – Obertraun

Eine weitere kurze und einfache Variante findet ihr in Obertraun. Dort erwarten euch primär A- bis B-Stellen, mit einer wahlweise als C oder B/C begehbaren Stelle. Nehmt ihr die direkte Variante über die C-Stelle, umgeht ihr eine Einbaumbrücke und eine Seilbrücke. Etwa bei der Hälfte des Steigs erwartet euch ein Balanceseil. Nach dem zweiten Drittel kommt ihr zu einer Weggabelung: geradeaus geht’s zum Flying Fox, wo ihr nicht hinwollt, rechts geht’s den Klettersteig weiter in Richtung Ausstieg. Ihr erreicht den Einstieg in wenigen Minuten vom Bahnhof Obertraun-Koppenbrüllerhöhle aus.

Begehbar von April bis Oktober.

Kälbersee-Klettersteige – Schruns

Gleich mehrere Klettersteige habt ihr beim Kälbersee zur Auswahl, alle mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Zum Einstieg gelangt ihr in ein paar Gehminuten von der Bergstation des Sennigrat-Sessellifts aus. Vom Seetal Hüsli aus geht’s dann zu den Steigen, von denen zwei mit Schwierigkeit A und Schwierigkeit A bis B für Einsteiger und Einsteigerinnen oder zum Aufwärmen für die beiden herausfordernden Steige geeignet sind. Ihr habt vom Fels eine traumhafte Aussicht auf den Kälbersee, aber auch auf das hochalpine Gelände und die Gebirge ringsum.

Begehbar von Juli bis Oktober.

Wenn ihr euch dann an größere Klettersteig-Abenteuer wagt, ist vielleicht der Intersport-Klettersteig in Gosau mit seiner Panoramaleiter etwas für euch. Eine weitere spektakuläre Route erwartet euch auf dem Klettersteig beim Stuibenfall.

(c) Beitragsbild | Hans | Pixabay

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