Eiermuseum

Eine bunte Eiersammlung, die jedes selbstgefärbte Osterei in den Schatten stellt.

Ob aufschlagen, abbraten, aufessen oder verzieren und verstecken – das Ei ist ein wahres Allround-Talent! Daher versteckt Bildhauer Wander Bertoni seine immense Eiersammlung im Gegensatz zum Osterhasen nicht im Garten, sondern stellt sie in seinem Eiermuseum im burgenländischen Winden am See aus.

Warum ausgerechnet Eier?

Seit den 50ern sammeln die Bertonis ihre ovalen Schätze und kommen in ihrer Ausstellung mittlerweile auf stolze 4.000 Eier-Exponate. „Von jeder Reise haben wir Eier aus der ganzen Welt mitgebracht“, erklärt Dr. Waltraud Bertoni, Bertonis Frau und Kuratorin des Eiermuseums.

Eiermuseum

Einige Eier-Ausstellungsstücke im Erdgeschoss. (c) Gerald Zugmann / Privat

Aber warum eigentlich? Zum einen betont das Ehepaar, dass das Ei in nahezu allen Weltkulturen als Fruchtbarkeitssymbol gilt, als Entstehungssymbol für das Leben. Zum anderen ist die Form an sich für den Bildhauer interessant: „Wenn man eine Kugel in ihrer absoluten, geometrischen Form zusammendrückt, entsteht in der Deformation die Gestalt eines Eies“, schreibt Wander Bertoni auf der Museumswebsite. „Aus der absoluten Ruhe ist so Bewegung und Ausdruck entstanden, das erste Lebenszeichen in der abstrakten Formenwelt der Geometrie.“

So vielfältig können Eier sein

Bei einer derart großen Sammlung ist vermutlich alles dabei, was die Eiergestaltung an Materialien und Verzierungen zu bieten hat: Holz, Keramik, Glas und natürlich das Retro-Teil unter den Küken-Schlafsäcken – ausgeblasene Hühnereier. Ikonenbilder aus der russisch-orthodoxen Kirche zeigen sich auf Eierschalen neben Perlen besetzten rumänischen Eiern, echte Kostbarkeiten reihen sich neben österlichem Klimbim. Aus allen Epochen, aus allen Ländern zusammengetragen. Die älteste pränatale Baby-Schale ist wohl ein versteinertes Dinosaurier-Ei. „In der Mongolei wurden mehrere Nester gefunden“, erzählt Dr. Waltraud Bertoni, „und wir haben eines davon erstanden.“

Eiermuseum: Burgenland

(c) Gerald Zugmann / Privat

Besonders stolz sind die Eier-Enthusiasten auch auf ihr Zier-Ei à la Fabergé. Das ist sogar so fancy, dass es schon mal im Fernsehen war, und zwar in der ORF-Sendung „Was schätzen Sie?“. Den Bertonis war allerdings von Anfang an klar, dass es kein originales, unbezahlbares russisches Fabergé-Ei war.

Fabergé-Ei oder doch normales Zier-Ei?

 Eier-Nest mitten im Skulpturenpark

Das Eiermuseum steht aber mit seiner Einzigartigkeit nicht alleine da, sondern ist in das frei begehbare Freilichtmuseum eingebettet, das Wander Bertoni im burgenländischen Winden am See für seine Skulpturen errichtet hat. Der Eier-Vielfalt hat er hier sogar eigens ein modernes Nest gebaut: Im Erdgeschoss des einstöckigen Architektennestes residieren die unempfindlichen Ausstellungsstücke, die durch die Glaswände auch von außen einsehbar sind. Im ersten Stock schützt das kupferverkleidete Blechdach die empfindlicheren Eier-Kollegen. Spannendes Detail der Konstruktion: Sie ruht auf lediglich zwei gekreuzten Stahlsäulenbeinen.

Eier: Museum

Empfindlichere Exponate im ersten Stock. (c) Gerald Zugmann / Privat

Organisiertes Eier-Bewundern

Mit geregelten Öffnungszeiten schlägt sich etwas so individuell-alternatives wie das Eiermuseum nicht herum. Wer rein will, muss anrufen – und zwar die Nummer auf der Homepage. Dann wird mit Dr. Waltraud Bertoni ein Besichtigungstermin vereinbart. Von spontanen Ausflügen raten wir also eher ab, da es durchaus sein kann, dass man wegen zeitlich verhinderter Bertonis vor verschlossener Eier-Tür steht. So privat-persönlich das alles klingt, so institutionell ist doch der Eintrittspreis geregelt: In Gruppen von unter zehn Leuten zahlt jeder zehn Euro, bei über zehn Leuten zahlt jeder nur fünf Euro. Also am besten alle Eier-Fans aus Bekannten- und Verwandtenkreisen zusammentrommeln und gegen Gruppenrabatt die unglaubliche Vielfalt der ovalen Schmuckstücke bewundern!

Eiermuseum Burgenland

Das Eiermuseum mitten im Skulpturengarten. (c) Gerald Zugmann / Privat

Ihr wollt noch mehr Einzigartiges besichtigen? Dann sind sicher unsere ausgefallenen Wiener Museen etwas für euch.

Beitrags- und Facebook-Bild (c) Gerald Zugmann / Privat

Hier geht's zur Website

Was kostet's?

Bei Gruppen unter zehn Leuten: € 10,- pro Person
Bei Gruppen über zehn Leuten: € 5,- pro Person

Öffnungszeiten

Es gibt keine festgelegten Öffnungszeiten. Besichtigungstermine könnt ihr euch mit Dr. Waltraud Bertoni telefonisch ausmachen. Die Nummer findet ihr auf der Website.

  • Location
  • Gritschmühle 1 7092 Winden am See
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