1000 Moments: München

Evgenia Karp vom 04.04.2022 (zuletzt geändert am 16.04.2022)

Ihr plant einen Trip in die bayrische Hauptstadt? Wir haben ein paar Locals um ihre Geheimtipps gebeten, die wir nun ganz schamlos an euch weitertratschen!

München

München, oder: die Symbiose aus Lederhose und Laptop, um es frei nach dem CDU-Politiker Roman Herzog zu sagen. Wenn die Stadt ein Gegenstand wäre, dann wäre sie mit ziemlicher Sicherheit ein Krügerl Bier. Doch obwohl das Nationalgetränk hier einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert einnimmt, hat die bayrische Hauptstadt mit ihren liebenswerten Ufern, hippen Bars und pittoresken Türmchen weit mehr zu bieten als nur Hopfen, Malz und Fritten. Um hinter die Touri-Kulissen zu blicken, haben wir unsere liebe Teamkollegin aus dem Account Management Clarissa, die früher in München gewohnt hat, nach heißen Insider-Tipps gefragt. Auch Ankush, einer ihrer Freunde und seines Zeichens gebürtiger Münchner und Senior Projektmanager im Medienbereich, hat uns dafür ein paar seiner favorisierten Ecken verraten. Und weil wir diesen Artikel im Jahr 2022 schreiben, dürfen ein paar Insider-Infos zum 50-jährigen Jubiläum der Olympischen Sommerspiele in München natürlich ebenfalls nicht fehlen.

München
Das Olympiagelände in München (c) München Tourismus | Jan Saurer

Anreise: Per Bus und Zug umweltschonend nach München

Obwohl München Heimat des Hauptquartiers der Bayrischen Motorenwerke – a.k.a. BMW – ist und hier sogar eine eigene Postleitzahl genießt, lasst ihr euren schicken Schlitten für diesen Ausflug besser mal daheim. Denn günstige und umweltschonende Alternativen gibt’s für diesen Trip von Österreich aus zur Genüge. Eine Fahrt mit dem Flixbus bekommt ihr von Wien aus schon für 15 Euro, von Graz ab 21,90. Ihr reist lieber mit dem Zug an? Tickets von der Deutschen Bahn gibt es für pünktliche Bucher*innen schon ab 18,90 Euro. Ihr wollt nicht auf Annehmlichkeiten wie Steckdosen an jedem Sitzplatz, mehr Beinfreiheit und individuell einstellbare Lehnen verzichten? Auch eine Fahrt mit der ersten Klasse ist umweltfreundlich und bietet trotzdem richtig viel Komfort. Im Juli finden wir First-Class-Tickets von Wien nach München mit der DB bereits ab 27,90 Euro – und das mit dem modernen Railjet, der euch in etwas mehr als vier Stunden direkt in die bayrische Biermetropole bringt.

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Genießt ein Bier am Kleinhesseloher See im Englischen Garten (c) München Tourismus | Tommy Loesch

Damals im Sommer ʼ72

München ist mindestens so stolz auf die damalige Austragung der Olympischen Sommerspiele wie auf ihren Fußballclub. Nun jährt sich das Event zum fünfzigsten Mal und entsprechend nostalgisch geht es in der Stadt zu. Wir haben beim Münchner Stadtmuseum nachgefragt, was heuer so geplant ist, und sind begeistert von der Vielfalt der Events. Im Erzählcafé direkt im Stadtmuseum werden derzeit persönliche Olympia-Geschichten und Erinnerungsstücke gesammelt – von Streichholzschachteln bis zu Ansteckern. Diese werden die große Ausstellung „München 72. Mode, Menschen und Musik“ komplettieren, die von 29. Juli 2022 bis 8. Januar 2023 läuft und euch direkt in den Olympia-Sommer 72 katapultieren wird.

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Auf dem Dach des Olympiastadions spazieren (c) München Tourismus | Christian Kasper

Überhaupt finden zur Feier des Olympia-Jubiläums in der gesamten Stadt heuer zahlreiche Veranstaltungen und Highlights statt, wie zum Beispiel die European Championships von 11. bis 21. August – das größte Multi-Sport-Event seit 50 Jahren, das passenderweise im Olympiapark stattfindet. Der Park mit dem Olympiastadion wurde übrigens anlässlich des Großevents 1972 in nur wenigen Jahren erbaut und ist auf jeden Fall einen Besuch wert – alleine schon, weil man im Rahmen einer Tour auf die Zeltdach-Konstruktion des Stadions steigen und sich danach entweder frei abseilen oder per Flying Fox hinabzischen kann. Den Park und weitere bedeutende Orte der Olympischen Sommerspiele könnt ihr übrigens auch per Rad oder Rikscha erkunden. Also, Sportfans, auf nach München!

What to see: Flanieren und Surfen im Englischen Garten

Ein absolutes Muss, wenn ihr in der bayrischen Landeshauptstadt seid, ist ein Besuch im Englischen Garten am Westufer der Isar, legt uns Clarissa ans Herz. Er ist die grüne Lunge Münchens und sogar größer als der Central Park in New York! Die Liste, was ihr hier tun könnt, ist schier endlos: Schafe schauen, einer japanischen Teezeremonie beiwohnen, den Chinesischen Turm bewundern oder den Ausblick vom griechischen Ziertempel Monopteros genießen. Ihr merkt schon: Es geht hier eher international als englisch zu. Selbst hawaiianische Vibes findet ihr hier: Auf der Eisbachwelle direkt am Haus der Kunst (ebenfalls ein heißer Tipp!) könnt ihr das ganze Jahr über Profis beim Surfen beobachten. Oder – wenn ihr schon ein wenig geübt seid – euch selbst auf die Wellen wagen.

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Surfen auf der Eisbachwelle (c) München Tourismus | Sigi Mueller

Ein guter Grund, euren München-Urlaub im Sommer – am besten im Juli – anzutreten, sind die vielen verschiedenen Events zu dieser Zeit. So findet zum Beispiel jedes Jahr am dritten Sonntag im Juli das große Japanfest mitten vor dem japanischen Teehaus statt. Ebenfalls im Juli könnt ihr von 6.00 bis 10.00 Uhr morgens auf dem Kocherlball am Chinesischen Turm in bayrischer Tracht in den Tag hineintanzen – eine alte Tradition der Münchner Hausangestellten. Die Sommerwochenenden locken außerdem zahlreiche Laienschauspieler*innen an, die im nördlichen Teil des Parks regelmäßig Theatervorführungen unter freiem Himmel zum Besten geben. Ein weiteres Datum, das in euren Kalender muss: das Festival des Spiels, des Sports und der Kunst vom 01. bis 09. Juli. Trefft Olympionik*innen von damals, gesellt euch zur Parade aus Sportler*innen, Kulturschaffenden und Co hinzu und versucht euch während der Münchner Sportspiele selbst in den olympischen Disziplinen. Unbedingt vorbeischauen!

Where to drink: München 72, Wedding Chapel und Schellingstraße

Besonders zum 50-jährigen Jubiläum der Olympischen Sommerspiele wäre es eine Schande, dieses legendäre Lokal nicht zu besuchen: das München 72. Ehemals im Gärtnerplatzviertel positioniert, zog die Bar vor einigen Jahren ins szenische Glockenbachviertel um. Und zwar auf die ehemaligen Gründe eines Lokals der Brauerei Schneider-Weiße. Ein Glücksgriff, aber kein zufälliger: Schließlich ist der Chef, Georg Schneider, selbst Stammgast im 72. Mit dem Umzug ist die einst wilde Hüttn auch ein wenig ruhiger geworden. Die Olympia-Memorabilia sind jetzt nicht mehr in jeder Ecke zu finden, sondern kompakt in einer anzutreffen. Und auch der alte Fernseher, auf dem in Dauerschleife die Eröffnungszeremonie der Sommerspiele lief, hat inzwischen endgültig den Geist aufgegeben. Was aber nicht heißt, dass ihr hier nicht mindestens dieselbe Menge liebenswürdigen Charmes und Olmypia-Passion findet wie zuvor. Die Bierkarte kann sich übrigens mit Specials wie einem eisgekühlten Radler im Steinkrug und einem Tannenzäpfle von Rothaus ebenfalls sehen lassen.

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Wer statt Sport und Bier lieber schummrige Weekend-Datespots mit Cocktailbegleitung sucht, für den hat der Münchner Ankush den perfekten Geheimtipp: das Wedding Chapel. „Es ist meine Lieblingsbar, direkt am Sendlinger Tor gelegen, klein und süß – und die perfekte Location für einen Drink, bevor man Clubben geht.“ Wer noch Motivation zum Shaken braucht, schaut ins Fox im Univiertel und gönnt sich Liquid Cocaine – eine Mischung aus Kaffee und Wodka –, der hier besonders gut ist, so Ankush. Ihr sehnt euch nach Rooftop-Romantik und hippen Hipster-Lichterketten? Dann auf zur Transit Rooftop Bar im Werksviertel am Ostbahnhof. Wer vor dem Fortgehen ein wenig schlendern möchte, der flaniert die Schellingstraße entlang. Die ist nämlich der ultimative Hotspot für Student*innen und voll mit coolen Lokalen und guten Restaurants, ergänzt Clarissa. Fürs nächtliche Durchtanzen empfiehlt sie übrigens das Bahnwärter Thiel – ein alter Bahnhof, der inzwischen zum Hotspot für geile Raves avanciert ist.

Where to eat: von klassisch bis international

Ebenfalls umfunktioniert wurde die Alte Utting – ein ehemaliges Passagierschiff, das ihr inzwischen nicht mehr im Wasser, sondern auf der ehemaligen Gleisanschlussbrücke in München-Sendling findet. Die ulkig-stylishe Location ist ein Mix aus Restaurant, Kultur- und Partylocation. Wenn ihr zum Essen kommt, könnt ihr euch an Bord aussuchen, ob ihr lieber die regionalen Köstlichkeiten vom Donnerwirt wie Stockbrot, Rosmarinkartoffel und Rührei genießt, doch lieber in der Pizzeria euer Frühstück einnehmt, Crêpes schnabuliert oder senegambische Zauberküche mit viel frischem Gemüse, Fleisch und Fisch probiert. Ebenfalls in Sendling, aber auch in Haidhausen findet ihr übrigens laut Ankush die besten Spinatknödel der Stadt, und zwar in der Spezlwirtschaft.

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Alte Utting im Abendlicht (c) München Tourismus | Thies Janknecht

Und wenn euch nach Italienisch zumute ist, hat Ankush auch einen Geheimtipp in der Maxvorstadt, dem Münchner Universitätsviertel: Casa Nostra. Bei diesem hippen Italiener gibt es nicht nur supergute Pasta, sondern sogar Cocktails! Und wenn ihr zur Nachspeise ein gutes Eislokal sucht, legt euch unsere liebe Clarissa das Ballabeni ans Herz. „Auf der Suche nach dem besten Eis der Welt!“, lautet hier der Slogan, dabei haben sie es längst selbst kreiert. Neben einer Werkstatt aka Experimentierraum für Eiscremesorten könnt ihr hier auch einen Eiskurs mit Maestro Giorgio Ballabeni himself buchen, um das köstlich kalte Dessert daheim selbst nachzumachen.

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Unser Fazit? München ist so viel mehr als Oktoberfest und der FC Bayern. Vor lauter Geheimtipps und Must-sees und -dos haben wir uns kaum entscheiden können, was wir euch alles hier weitertuscheln sollen. Aber ein bisschen Selbstentdecken darf bei einem Städtetrip ja auch nicht fehlen.

Euch hat die Reiselust gepackt? Dann lest euch doch durch unsere vielen anderen 1000 Moments und erlebt Traumziele wie Madeira, Berlin, Triest und Co wie ein Local!

*Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit München Tourismus entstanden.


Beitragsbild:

(c) München Tourismus | Thomas Klinger