Pleite 20er

11 Dinge, die du kennst, wenn du in den 20ern und pleite bist

Freitag, 18. September 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

11 Dinge, die du kennst, wenn du in den 20ern und pleite bist

Freitag, 18. September 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Wer mit 20 seine Finanzen schon im Griff hat und Sparkonten anlegt, muss ein Wunderwutzi sein. Denn mal im Ernst: Gegen Ende des Monats ist bei den meisten von uns das Geldbörserl leer. Wenn es euch ähnlich geht, kommen euch die folgenden Dinge sicher bekannt vor.

von Sarah Kampitsch

*Die Corona-Krise hat uns nach wie vor fest im Griff. Wir bemühen uns, unsere Artikel möglichst aktuell und unsere Tipps Covid-konform zu halten. Da sich die Maßnahmen aber laufend ändern, zählen wir ebenso stark auf eure Eigenverantwortung und Solidarität. Tragt eure Masken und haltet Abstand, damit wir diese Krise möglichst schnell überwinden und danach wieder umso ausgelassener zusammen feiern können.

Oh, die 20er sind die schönste Zeit: Endlich ist man alt genug, um offiziell als Erwachsen zu gelten und seine grenzenlose Freiheit auszukosten, aber noch jung genug, um das Leben nicht zu ernst zu nehmen. Zumindest erwartet das irgendwie niemand von einem: Die Eltern hängen noch auf Abruf am Handy, falls in der ersten eigenen Wohnung mal eine Glühbirne kaputt wird oder sich eine Entscheidung anbahnt, die wir nicht alleine treffen wollen. Jetzt ist die Zeit, sich auszuprobieren – vegan zu werden, die Haare blau zu färben, sich durch verschiedenste Outfits aller erdenklichen Styles zu shoppen, Blumen und Balkontomaten eingehen zu lassen und sich seine eigene Bubble an wirklich tollen Freundinnen und Freunden zu sammeln, die alle gleich cool und nicht weniger verwirrt sind als man selbst.

Ein Thema bleibt jedoch ein schwieriges, wie sehr man auch versucht, sich zu bessern: Irgendwann im Monat – hoffentlich später als früher – geht vor allem uns Künstlertypen und Studierenden das Geld aus. Denn während wir unseren ideellen Werten in Traumjobs nachjagen und unser kreatives, freies Selbst entdecken, bleibt das Finanzielle gerne mal auf der Strecke. Und selbst wer nach der Ausbildung oder dem Studium direkt in eine Fixanstellung schlittert, tut sich zu Beginn oft ein wenig schwer, nicht immer gleich alles für die schönsten unnötigen Dinge rauszuhauen – oder es schleichen sich wieder einmal ungeahnte Fixkosten an, vergessene Abbuchungen nie gekündigter Abonnements und unterschätzte Kassenbelege für Chips, Eis und Bier. Hier sind sie also: Die Statements und Realitäten, die ihr nur zu gut kennt, wenn ihr in euren 20ern und wieder mal pleite seid.*

Die Eltern einbauen, “damit sie sich freuen”

Nichts macht Eltern glücklicher, als wenn sie bei der Wohnungsgestaltung helfen dürfen. Sprich: Alle ihre alten Pfannen und Töpfe, das ewig aufbewahrte alte Geschirrset aus den 90ern, die Diddl Tassen und die ersetzte Küchenmaschine an ihre Kinder abzugeben. Stand da nicht auch noch ein kaputtes Regal im Keller? Nehmen wir! Das Fahrrad von Opa? Nehmen wir! Und bei der Gelegenheit wird die Vorratskammer auch gleich ausgeräumt. Eltern sind auch super, wenn irgendwas kaputt geht. Einerseits freuen sie sich wirklich, wenn das Kind hin und wieder um Rat fragt oder Hilfe braucht, wenn das Wasser im Bad nicht abfließt oder die Türklinke kaputt ist. Andererseits spart man sich so viel Geld, wenn statt dem Klempner Papa oder Mama vorbeischauen. Als kleines Dankeschön und Geste der Anerkennung führt man sie dann einfach fein zum Essen aus. Wobei, seien wir uns ehrlich: Insgeheim rechnen wir ohnehin damit, dass sie uns darauf einladen werden.

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Netflix und Spotify schnorren

Beinahe jeder Millennial hat Netflix. Oder besser: Beinahe alle benutzen Netflix. Nur die allerwenigsten führen aber ein eigenes Konto. Der Rest schnorrt sich bei den WG-Mitbewohnerinnen und -Mitbewohnern, Freunden und Freundinnen, Geschwistern oder Mama und Papa durch. Manchmal sogar beim Bekannten der besten Freundin oder der Mama des Freundes der Cousine, so in etwa. Ähnlich praktisch funktioniert das mit Spotify: Nur doof, wenn dann mitten in einer Session plötzlich die Playlist wechselt, weil wieder mal jemand vergessen hat, in den Offline Modus zu gehen. Naja, für die paar Euro weniger im Monat nimmt man kleine Hindernisse gerne in Kauf.

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“Nächsten Monat dann.”

Ein Satz, der die ultimative Ausrede gepaart mit gespielter Gleichgültigkeit darstellt. Man ist zu cool, um sich zu scheren. Wenn alle anderen schon den jeweils neuesten Shit der Stunde bestellt haben – die neue Apple Watch Series 6, das oder die trendigsten neuen Designerstücke der gefühlten 100 Instagram-Anzeigen, durch die wir uns täglich durchswipen – bleibt man selbst gelassen sitzen, denn man weiß es besser. “Das hat noch Zeit.” Dass das Bankkonto erst wieder aufgefüllt werden muss, braucht man nicht dazusagen. Ist meist ohnehin obsolet.

Die Kreditkarte, die Retterin in der Not

Eines der wohl praktischsten, wenn auch verheerendsten Luxusprodukte, die man sich als junger Mensch aneignen kann, ist eine Kreditkarte. Nicht selten rettet sie einen vor dem Hungertod, wenn das Bankkonto geizt. Gleichzeitig bietet sie unendliche Möglichkeiten an Shopping Situationen, denn: Abgebucht wird eh erst nächstes Monat. Dass wir dabei aber gerne mal vergessen, dass es eben irgendwann abgebucht wird und wir im nächsten Monat nicht zwangsläufig mehr Geld einnehmen werden, nur weil wir in diesem mehr ausgegeben haben, sei dahingestellt. Es ist dieser süße, prickelnde Geschmack der finanziellen Freiheit, den die Kreditkarte uns vorgaukelt und an dem wir nur zu gerne nuckeln.

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Mit Wasser und Mehl lassen sich Meisterwerke zaubern

Wenn der Kühlschrank schon Tage vor Monatsende mit gähnender Leere strotzt und die 5 Euro Guthaben auch nicht mehr viele kulinarische Abenteuer versprechen, worry not! Echte Gourmets verstehen sich darauf, aus wenigen Zutaten Großartiges zu zaubern. Nudeln schmecken auch mit Ketchup, Butter oder Öl oder einer minimalistischen Bechamelsauce aus einem Schuss Öl, Wasser und Mehl. Richtig gewürzt schmeckt man beinahe nicht heraus, dass einige essenzielle Zutaten fehlen. Mit Mehl, Wasser und Salz kreiert sich auch wunderbares Fladenbrot aus der Pfanne. Mehl, Wasser, Zucker und Backpulver ergeben in der Pfanne geniale Pancakes, in der Mikrowelle oder dem Ofen auch einen netten (Tassen-)Kuchen. Und woraus macht man wohl minimalistische Spätzle? Richtig: Wasser und Mehl!

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Second Hand oder Kleidertauschpartys

Passiert es eigentlich automatisch, dass sich der Kleidungsstil im Freundeskreis mit der Zeit so stark anpasst? Dieses Phänomen resultiert einerseits in der Angleichung der Wertesysteme, Hobbies und Interessen der besten Freunde und Freundinnen. Andererseits ist es vor allem bei den chronischen Pleitegeiern unter uns das Ergebnis der Fusion der Kleiderschränke: Bei jedem Ausmisten wird wohltätig an die Clique verteilt. Wie praktisch, dass Second Hand boomt: Da wird man beim Hin- und Hertauschen einstiger Lieblingsstücke doch glatt noch zum Trendsetter (und spart dabei wie ein Fuchs).

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Küchenrolle = Klopapier und Klopapier = Küchenrolle

Wenn wieder mal die Essentials ausgehen, wird die Kreativität angekurbelt – und das Wurschtigkeitsgefühl. Küchenrolle, Taschentücher und Servietten werden zu Klopapier umfunktioniert, oder Klopapier zu Wattepads, Wattestäbchen und Abschminktüchern. Und irgendwann wird aus der Not, die erfinderisch macht, die Erkenntnis, dass es eigentlich gar keinen Sinn macht, überhaupt zu differenzieren. Denn mal ehrlich: Wer braucht schon so viele verschiedene Papierarten im Haus? Ain’t nobody got money for that.

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Zigarette oder Essen?

Schon mal vor der Entscheidung gestanden, was einem mehr gibt: die kleinen Laster des Alltags oder Nahrungsmittel? Irgendwann stehen wir Budgetlosen wohl alle an diesem Punkt: Zigaretten oder Nudeln? Hochglanz-Magazin oder Konservengulasch? Wie Carry Bradshaw in Sex and the City schon so treffend sagte: “Sometimes I bought Vogue instead of Dinner. I felt it fed me more.” Tja, man muss nur wissen, wo man seine Prioritäten setzt.

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Freundschaftliche Kredite vor Taschengeld

Spätestens irgendwann nach dem Studium, wenn man gerade erste Joberfahrungen macht – die vielleicht oder vielleicht auch nicht schlechter bezahlt sich als ein Abstecher zum Plasmaspenden –, will man vor den Eltern nicht mehr zugeben müssen, die eigenen Finanzen immer noch nicht handeln zu können. Wie gut, dass es Freundinnen und Freunde gibt. Sie verstehen das, weil sie mit den gleichen Herausforderungen kämpfen und auch nicht mehr bei den Eltern betteln möchten. Wer gerade etwas besser situiert ist, verteilt an diejenigen, die mal wieder knapp bei Kasse sind. Das ist in Ordnung, weil sich die Situation Erwartungen zufolge ohnehin spätestens im nächsten Monat dreht – und die Geldgebenden bei den Ausleihenden um Kredit bitten müssen. Karl Marx wäre stolz auf uns. Oder auch nicht.

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DIY vor Designerstücken

Unsere Pinterest Pinnwände quellen über mit supercoolen Designerstücken, mit denen man am liebsten die ganze Wohnung schmücken will, aber natürlich sind die Traumstücke viel zu teuer. Was haben wir nicht für ein Glück, dass wir im Zeitalter des DIY leben, in dem Selbstgemachtes richtig angesagt ist und uns auch noch ein Image als aufstrebende Kreativköpfe beschert? Wer muss schon wissen, dass DIY eigentlich für “Ich hab zu wenig Knete, um mir schöne Dinge zu kaufen, deswegen muss ich sie mir selber basteln” steht? Well, 20-somethings wissen das vermutlich alle. Aber weil es alle machen, kann man das auch einfach souverän ignorieren.

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“Wer braucht schon Geld?”

Wie passend, dass wir in einer Gesellschaft leben und einer Generation angehören, die den Minimalismus zelebriert. Oder Halt, hängt das etwa irgendwie mit den oft prekären Arbeitsverhältnissen in unseren 20ern zusammen? Jedenfalls ist es ein ganz schön schlauer Move, den Minimalisus auszurufen und es so zu schaffen, die gähnende Leere im Börserl auch noch zu einem antikapitalistischen Statement zu machen. Aber wir wollen ja hier nicht zynisch werden – man könnte es ja auch positiv sehen: Indem uns unsere finanzielle Lage in unseren 20ern zu einem minimalistischen Lebensstil nötigt, erkennen wir vielleicht, dass es zum Glücklichsein gar nicht so viel Zeugs braucht. Wer weiß.

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*Natürlich ist uns bewusst, dass die aufgezählten Punkte nichts zu tun haben mit echter Armut. Hier geht es lediglich um eine augenzwinkernde Darstellung der Lebensrealität vieler Studierender und junger Erwachsener, die vielleicht temporär pleite sind, nicht aber existenzbedrohlich an der Armutsgrenze leben. Denn echte Armut ist gerade auch in Österreich ein Thema, das mit aller Ernsthaftigkeit betrachtet werden sollte und dem wir uns etwa in unserer Augustin-Reportage umfangreich widmen

Passend zum Thema haben wir uns übrigens auch angesehen, wie man in Wien leicht Geld sparen kann. Auf unserer Herbst-dahoam-Seite inspirieren wir euch für euren Herbst in Österreich.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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