Bucketlist Herbst

Die 1000things-Bucketlist für den Herbst in Österreich

Samstag, 19. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die 1000things-Bucketlist für den Herbst in Österreich

Samstag, 19. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Es herbstelt – aber nicht mehr lang. So schnell der Herbst zur Tür rein ist, so schnell ist er auch wieder draußen und der Winter treibt uns in die warmen Stuben. Bevor es so weit ist, wollen wir den goldenen Herbst aber noch ausgiebig genießen. Deshalb verraten wir euch, was auf eurer Bucketlist dafür auf keinen Fall fehlen darf.

von Viktoria Klimpfinger & Lukas Lindmeier

Der Herbst kommt, der Herbst geht. Fast genauso schnell wie die Blätter plötzlich bunt sind, segeln sie auch schon von ihren Ästen herab. Zweimal blinzeln und der Winter klopft mit schneetriefenden Moonboots an die Tür. Doch bevor es so weit ist und Väterchen Frost uns eine eiskalte Watschen verpasst, wollen wir den Herbst noch einmal in vollen Zügen auskosten. Nicht, dass wir dieses Jahr Ende November wieder sagen: „Wo ist eigentlich der Herbst hin?“

Ein gemütliches Wieselburger Schwarzbier mit euren Liebsten trinken

Während die einen in der Gegend umherlaufen, als würden sie gerade vom Polarkreis-Eisfischen zu ihrem Iglu zurückkehren, gibt es da noch die, die sich in Bermudas und T-Shirt über die milden Temperaturen beschweren. Kommt euch bekannt vor? Gratulation, denn damit hat der Herbst offiziell begonnen! Das Schöne am Herbst: Auch hier kommt es einzig und allein auf das Wie an. Deshalb solltet ihr euch am besten eure Lieblingsmenschen sowie ein paar gute Fläschchen Wieselburger Schwarzbier schnappen und die Herbstmonate mit möglichst vielen To-dos auffüllen. Denn egal, ob ihr gemeinsam Kürbissüppchen einkocht oder ob ihr euch mit euren Best Friends Forever beim Serien Bingewatchen unter der Bettdecke verkriechen möchtet: Ein Wieselburger Schwarzbier passt immer – immerhin kommt es allein auf das Wie an.

wieselburger-schwarzbier-herbst-unternehmungen-freunde-österreich

(c) Alina Johnston | 1000things.at

Auf Tuchfühlung mit dem Kürbis gehen

Und wenn wir schon bei Herbstklassikern sind, darf natürlich auch die orangene Feldbeere, der Kürbiskern-Uterus, der geschnitzte Joker aus der Gemüseabteilung nicht fehlen. Ganz recht, es geht wieder mal um den Kürbis. Und dem könnt ihr euch in Österreich wirklich ausgiebig widmen: Praktisch überall gibt es Kürbiscremesuppe auf der Tageskarte. Solltet ihr euch dem Thema doch etwas intensiver widmen wollen, könnt ihr etwa am Kürbisrundweg in Bad Gams in der Steiermark mit dem „Bluzer“ bei einem idyllischen Spaziergang auf Tuchfühlung gehen.

Oder ihr besucht ihn bei seinen Bäuerinnen und Bauern in Niederösterreich. Dort gibt’s nämlich einige, die kreative Dinge mit ihm anstellen, wie etwa Skulpturen aus ihm basteln oder sogar Biere mit ihm brauen.

Jede Menge Sturm schlürfen

Apropos einen (Kürbis) heben: Der österreichische Herbstklassiker schlechthin ist und bleibt der Sturm. Man könnte glatt den Eindruck bekommen, in Österreich dreht sich alles nur um den alkoholhaltigen Rebensaft. Ob Spritzwein im Sommer, Sturm im Herbst oder Glühwein im Winter – uns stört’s nicht. Sturm bekommt man momentan an so ziemlich jeder Ecke, solange diese Ecke zu einem Heurigen oder Gasthaus gehört, von Grinzing bis nach Simmering. Besonders stimmungsvoll lässt sich der Neue Wein allerdings entlang der Südsteirischen Weinstraße schlürfen, nonanet. Umgeben von Weinstöcken und dampfenden Maroni-Tonnen können wir eins jedenfalls mit gutem Gewissen sagen: Wir haben den Herbst vielleicht noch nicht in vollen Zügen, dafür aber definitiv mit kräftigen Schlücken genossen!

Durch den Indian Summer wandern

Und was wäre der Herbst ohne seine schon fast kitschig bunten Blätterpanoramen? Momentan das Schlagwort der Saison: Indian Summer. Klingt hipper als Altweibersommer, meint aber im Prinzip dasselbe. Im grünen Österreich könnt ihr die bunte Pracht natürlich vielerorts erleben. Der Alpenpark Karwendel in Tirol schreibt sich das idyllische Blättersterben aber auf seine Fahnen. Das hübsche Rißtal streckt sich umringt von den imposanten Felsgiganten des Karwendelgebirges auf 1200 Metern Seehöhe komplett eben aus. Hier werden nicht nur Wanderfans und Mountainbike-Verrückte glücklich, sondern auch Botanikerinnen und Botaniker. Hier stehen nämlich etwa 2.200 Bergahornbäume, manche von ihnen sogar schon seit 600 Jahren. Da ist ein facettenreiches Farbenspiel natürlich vorprogrammiert.

Nah am Wassern gewachsen sein

Diese Farbfülle ist vielleicht nicht zu toppen, aber zumindest zu doppeln. Denn im Herbst macht eine Wanderung um die schönen Seen des Landes gleich zweimal so viel Stimmung, wenn die bunten Blätter nicht nur von den Bäumen hängen, sondern sich auch in der Seeoberfläche spiegeln – die doppelte Portion Indian Summer quasi. Fast schon surreal idyllisch ist dieser Anblick etwa am Schattensee in der Steiermark, wo das Wasser nicht nur den gelben bis roten Mischwald zurückwirft, sondern auch den angezuckerten Preber dahinter. Ein ähnliches Schauspiel veranstalten etwa auch die beiden romantischen Langbathseen im Salzkammergut. Da wie dort könnten wir stundenlang wandern – oder einfach nur am Ufer sitzen und die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen. Hach!

Ein warmes Bad mit Fremden nehmen

Wenn sich die natürliche Wärme dann aber doch langsam verzupft und an ihrer statt Nebel und Nieselwetter vorausschickt, verkriechen wir uns lieber ins Innere – oder in die Therme. Klar, Thermenspaß geht eigentlich zu jeder Jahreszeit. Aber im Herbst ist es schon besonders stimmungsvoll, wenn man im warmen Thermalbecken vor sich hin schrumpelt oder in der Sauna im eigenen Schweiß badet, während draußen die Nebelschwaden aussteigen. Hautnah könnt ihr die sogar in den Außenpools vom Aqua Dome in Tirol erleben. Und nicht nur das: Hier kommt uns die Tatsache, dass der Tag sich im Herbst früher dem Abend neigt, endlich mal gelegen. Denn jeden Freitag könnt ihr Therme und Sauna bis Mitternacht benutzen und bekommt sogar Spareribs, soviel eure Badehosen zusammenhalten können: „Mondscheinbaden & Ripperlessen“ – ein absolutes Muss im Herbst.

Kastanien sammeln oder essen

Wenn wir dann genug geschrumpelt haben, zieht es uns im Herbst aber doch wieder nach draußen. Immerhin müssen wir es doch ausnützen, dass unsere Nasen nicht nach fünf Minuten an der frischen Luft triefen und langsam abfrieren. Was den klassischen Spaziergang gewaltig aufpeppt, sind Kastanien. Die schönsten am Wegesrand herauszusuchen, manche fallfrisch mit dem Fuß aus ihrer Hülle zu ploppen, kann schon Suchtfaktor besitzen. Und natürlich hegen wir auch große Liebe für die engen Verwandten der Kastanie – die gebratenen Maroni. Eurer Kastanienliebe könnt ihr etwa beim Klosterer Kastanienfest in Klostermarienberg im Burgenland Ausdruck verleihen und sie praktisch bei sich zuhause besuchen. Kostet euch durch, von der Kastaniensuppe bis zum Kastanienbier! Alles huldigt hier der Edelkastanie.

Wenn ihr sie doch lieber sammeln statt verzehren wollt, hier noch ein etwas skurriler Tipp: Besonders stimmungsvoll ist das Kastaniensammeln etwa am Wiener Zentralfriedhof. Wiener Morbidität und herbstlicher Baumauswurf – gibt es eigentlich eine bessere Kombi?

Auf Friedhöfen spazieren gehen

Und wenn wir schon mal beim Morbiden sind, gehen wir gleich mal all in. Immerhin steht der Herbst auch für Vergänglichkeit und Memento mori. Zu Allerheiligen und Allerseelen besuchen viele Familien ihre Hinterbliebenen an ihrem Erdenbett. Was wäre also klassischer als ein ausgedehnter Friedhofsspaziergang im Herbst? Der Sankt Marxer Friedhof im 3. Bezirk in Wien ist um diese Zeit etwa besonders reich an buntem Laub. Auf dem weitestgehend naturbelassenen Friedhof liegt übrigens kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart.

Darf’s doch noch ein Eckerl skurriler sein? Dann ab nach Kramsach in Tirol! Der Museumsfriedhof wartet mit unzähligen Grabschildern auf, die erstaunlicher Weise die Lachmuskeln kitzeln, wie etwa: „Hier schweigt Johanna Vogelsang. Sie zwitscherte ihr Leben lang.“ Oder: „Hier liegt in süßer Ruh, erdrückt von einer Kuh, Franz Xaver Maier. Daraus sieht man, wie kurios man sterben kann.“ Aber die Grabinschriften tragen natürlich nicht nur zum grotesken Amüsement der Besuchenden bei – sie zeugen auch vom eigentümlichen Humor und dem Umgang mit dem Tod in vergangenen Zeiten.

Einstimmen auf den Winter

Manche scharren bei all dem Herbstgewäsch wahrscheinlich schon mit den Schlittschuhen und können’s gar nicht mehr erwarten, dass sich der Blätterkaspar schleicht und Gevatter Frost Platz macht. All jene, die jeden Laubhaufen sofort gegen Schneewehen, jeden Sturm gegen Glühwein und Punsch eintauschen würden, können sich schon im Oktober auf den Winter einstellen – Österreich ist ja jahreszeitenflexibel. Der Mölltaler Gletscher in Kärnten hat etwa noch so viel Schnee, dass man sogar im Sommer auf ihm Wintersport treiben kann. Und in Sölden in Tirol geht die Skisaison auch bereits am 25. Oktober 2019 in die nächste Runde mit dem Skiweltcup Opening. Jede Menge Möglichkeiten also, um den Winter vorzuverlegen – und dann ist ja auch schon bald wieder Weihnachten. Jetzt sagen wir aber erstmal: Merry Herbstzeit, ihr Lieben!

Ihr wollt die Herbststimmung bis zur Schmerzgrenze ausreizen? Dann kocht doch einige unserer liebsten Herbstrezepte nach. Sturm und Kürbissuppe – nur zwei der vielen Dinge, die im Herbst jeder in Österreich kennt.

(c) Beitragsbild | Pixabay

×
×
×
Blogheim.at Logo