Hüttenwanderungen Österreich

Die schönsten Hüttenwanderungen Österreichs

Donnerstag, 29. August 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die schönsten Hüttenwanderungen Österreichs

Donnerstag, 29. August 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Egal ob bunte Bäume oder grelle Sonnenstrahlen – zwischen Sommer und Herbst packt uns immer das Wanderfieber. Und was wäre ein kräftiger Fußmarsch durch die Natur ohne einen Abstecher in die eine oder andere Hütte? Welcher Hütte ihr mit euren Wanderschuhen unbedingt noch einen Besuch abstatten müsst, erfahrt ihr hier.

von Viktoria Klimpfinger

Was ist das Beste am Wandern? Die Natur? Das Auspowern? Die abzippbaren Hosen, die ausschließlich in diesem Zusammenhang modisch akzeptabel sind? Von wegen: Das Beste ist immer noch der erschöpfte, ausgehungerte Abstecher in die urige Hütte am Berghang. Deshalb haben wir euch hier ein paar idyllische Hüttenwanderungen zusammengestellt, bei denen eure Füße und euer Sitzfleisch gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Auf der Rax zum Habsburghaus

Als Hobbywanderer sind uns Wandertouren, bei denen bergauf Seilbahnen involviert sind, nicht unsympathisch. Peilt ihr das Habsburghaus am niederösterreichischen Bergmassiv Rax an, geht’s gleich mal mit der ältesten Seilbahn Österreichs hinauf zur Bergstation. Der wunderbare, gut ausgebaute Weg führt euch in Richtung Ottohaus. Dort könnt ihr in einem 4000 Quadratmeter großen Alpengarten flanieren oder aus über 1000 Metern Seehöhe auf das Wiener Becken hinabstarren, bevor es durch den Latschenkieferwald zum Preinerwand-Kreuz geht. Kurz danach könnt ihr euch entscheiden, ob ihr links zur „Neuen Seehütte“ abbiegt oder lieber geradeaus euren Weg zum Habsburghaus fortsetzt. Von nun an wird’s ziemlich steil, lohnt sich aber für die herrliche Aussicht am Trinksteinsattel auf der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark allemal. Das Habsburghaus hat übrigens von Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet.

Von der Klamm zu den Hütten in Spital am Pyhrn

In Spital am Pyhrn in der Steiermark bewandert ihr in fünf Stunden ganze drei Hütten. Ihr startet am besten vom ehemaligen Gasthaus Grünau im Ort in die Dr.-Vogelgesang-Klamm. Entlang eines sprudelnden Baches braucht ihr ungefähr eine Stunde und 15 Minuten bis zur Bocksruckhütte, die von Anfang Mai bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern bewirtschaftet ist. Noch nicht hungrig, durstig oder blasengefüllt? Dann können Übermotivierte von hier aus gleich noch eine Stunde dranhängen, bis sie im Rohrauerhaus und damit in Oberösterreich ankommen.

Klassisch-rustikal liegt die Hütte in den Ennstaler Alpen. Doch so bodenständig es hier zugeht, so modern ist man, wenn’s ums Zahlen geht: Die Bargeldverweigerer unter euch können hier praktischer Weise mit Bankomat- oder Kreditkarte zahlen. Vom Rohrauerhaus könntet ihr in zweieinhalb Stunden den sehr steilen Großen Pyhrgas erklimmen. Oder ihr folgt eurer Post-Mittagessen-Müdigkeit lieber direkt zu einem verdienten Kaffee auf der Hofalm, die sich zehn Minuten unterhalb des Hofalmsattels befindet und ebenfalls von Mitte Mai bis Ende Oktober geöffnet hat. Am Hofalmsattel habt ihr übrigens einen herrlichen Ausblick auf das Tal und die Berggipfel des Toten Gebirges.

Ausgedehnter Wanderurlaub im Gesäuse

Zu viel Hüttenhopping an einem Tag? Dann macht doch gleich ein paar Wandertage daraus! Im Gesäuse in der Steiermark gibt es so viele Hütten, dass ihr hier wahrscheinlich wochenlang unterwegs sein könntet, ohne einmal verzweifelt im Freien übernachten zu müssen. Das würde sich hier aber übrigens durchaus lohnen, ist doch der dunkle, üppige Sternenhimmel über dem Gesäuse angeblich europaweit einzigartig. Eine sieben- bis neuntägige Wandertour führt euch vom Ausgangs- und Zielort Admont aus bei einigen gemütlichen Schutzhütten vorbei, unter anderem auch am bereits von unserer Wanderung am Phyrn bekannten Rohrauerhaus.

Wenn euch das zu viel der Hüttengaudi ist, könnt ihr natürlich auch nach jeder der sieben Etappen abbrechen. Da würde euch allerdings ein besonderes Naturschauspiel entgehen. Denn bei der vierten Etappe von der Ennstalerhütte zur Haindlkarhütte habt ihr einen herrlichen Blick auf die Xeis-Nordwände. Wenn sich die Sonne am Abend hinter die Spitzen des Bergmassivs zurückzieht, tunkt sie sie in rötlich-gelbes Licht – das sogenannte „Alpenglühen“. Generell hat diese Tour so ziemlich alles zu bieten, was man sich von einem Ausflug in die Berge erwartet: Almen, Seen, Felswände, Bergmassive, Wälder und Felder.

Den KAT-Walk der Kitzbüheler Alpen rocken

Auch im Tiroler Kitzbühel könnt ihr gleich mehrere Tage in Hüttenfeeling schwelgen. Der Kitzbüheler Alpen Trail, kurz: KAT, ist das grüne Eldorado für Weitwanderer. Die Kompakt-Tour führt euch in fünf Tagen von Hopfgarten bis nach St. Ulrich. Ihr startet eure Tour in Hopfgarten, wo ihr von der Bergstation der Gondel aus auf die Hohe Salve steigt. Ein herrlicher Ausblick über das Gipfelmeer belohnt euch gleich zu Beginn eurer Fußreise. Übrigens steht hier auch Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche. Über idyllische Steige und an Seen vorbei kommt ihr schließlich in Brixen an. Von dort führt die zweite Etappe nach Kirchberg. Durch Wald und Wiese kommt ihr an der Wiegalm vorbei, die bis 22. September täglich geöffnet hat, danach noch bis 6. Oktober nur samstags und sonntags, bevor sie in Winterpause geht. Dann erklimmt ihr den Gaisberg bis zur Brixenbachalm. Ihr seid hier so hoch oben, dass die Vegetation langsam Kalkgestein, Karst und Latschenkiefern Platz macht. Ein 360-Grad-Panorama erstreckt sich vor euch, das jede Ansichtskarte aussehen lässt wie die Kritzelei eines Vorschulkindes.

Am dritten Tag geht’s von Kirchberg nach Kitzbühel und damit zum höchsten Punkt der Tour auf der Ehrenbachhöhe. Entlang des Hahnenkamm-Bergrückens wandert ihr auf Feldern, die im Winter von allerhand Bretteln bewedelt werden. Schließlich geht’s sogar auf der berühmten Streif-Rennstrecke bergab ins schöne Kitzbühel. Wenn am vierten Tag die Füße schon müde sind, könnt ihr die Etappe von Kitzbühel nach St. Johann mit einigen Bergbahnen etwas abkürzen. Die herrliche Aussicht mindert das nicht. Besonders auf diesem Weg warten einige Hütten auf euren leeren Magen. Von St. Johann geht’s schließlich durch Karstgebilde und Almweiden nach St. Ulrich am Pillersee. Ein Pauschalangebot der Kitzbüheler Alpen ermöglicht euch für stolze 599 Euro sechs Übernachtungen vom Gasthof bis zum Sternehotel.

Wo ihr sonst noch durch herrliche Naturkulissen wandern könnt, zeigt euch unser 1000things-Wanderguide. Und was ihr in Österreich sonst noch alles anstellen könnt, verraten euch unsere To Do’s.

(c) Beitragsbild: Wildseeloderhaus | Pixabay

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