Wander Guide

Der 1000things Wander-Guide

Samstag, 1. Juni 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Der 1000things Wander-Guide

Samstag, 1. Juni 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine! Dazu sind unsere Routen aber auch viel zu idyllisch. Denn unser 1000things-Wander-Guide zeigt euch unsere Lieblingsstrecken von Kurzwanderungen bis zu ausgedehnteren Expeditionen. Also: Wanderschuhe an und los geht’s!

von Viktoria Klimpfinger & Julia Wagner

Das Wandern ist des Müllers Lust! Aber nicht nur seine. Auch uns zieht es immer wieder in festem Schuhwerk über Stock und Stein und hinaus in die herrliche Natur. Je lauter die Vögel zwitschern und je bunter die Blumen blühen, desto stärker packt uns das Wanderfieber. Und weil die Auswahl bei der Fülle an Spots zum Wadeln-Trainieren und Seele-baumeln-Lassen in Österreich gar so groß ist, haben wir euch unsere absoluten Wander-Highlights herausgesucht. Also: Auffi auf’n Berg und eini in‘ Woid!

Schladminger Bergseen

Bei Schladming denken viele wahrscheinlich gleich einmal an Après Ski und Nightrace. Und das zurecht: Immerhin hat das weitläufige Ski-Eldorado in der Steiermark im Winter allerhand coole Pisten zu bieten. Doch der Sommer steht dem Winter in der Region Dachstein-Schladming um nichts nach: Wo noch vor ein paar Monaten der Schnee die Berge fürs Runterflitzen präparierte, lockt bei wärmeren Temperaturen eine prächtige Naturkulisse und abwechslungsreiche Wanderrouten. Eine unserer absoluten Favoriten ist die Wanderung von der Reiteralm zum Spiegelsee.

Die kurze und einfache Tour dauert etwa eineinhalb Stunden – hinauf zum Start geht’s am besten in einer Gondel des Preunegg-Jets. Von dort aus müsst ihr nur dem Weg Nummer 66 um den Speicherteich herum und durch den Wald zum Spiegelsee (oder Gasselsee, wie er eigentlich heißt) folgen. Dann breiten sich in nicht einmal einer Stunde nicht nur der malerische See, sondern auch die beeindruckenden Dachstein-Südwände vor euch aus. Wenn ihr euch noch weiter die Füße vertreten wollt, könnt ihr etwa zwei Stunden lang über den Höhen-Rundweg weiterwandern oder ab der Hälfte auf den Weg Nummer 66 und über den Untersee zur Gondelstation zurückkehren.

Lienzer Dolomiten

Wenn ein Bundesland im 1000things-Wander-Guide auf keinen Fall fehlen darf, dann ist das Tirol. Genauer gesagt Osttirol, das mit den Lienzer Dolomiten ein beeindruckendes Wanderparadies bereithält. Unser Tipp: eine Wanderung vom Kerschbaumeralm Schutzhaus über die Karlsbaderhütte bis zur Dolomitenhütte. Bei dieser Wanderung seht ihr die schönsten Seiten der Lienzer Dolomiten und legt auch ein paar Höhenmeter zurück. Die Wanderpause empfehlen wir euch bei der renovierten und ausgebauten Karlsbaderhütte einzulegen. Die Hütte des Deutschen Alpenvereins ist ein absoluter Geheimtipp und bietet einen wunderschönen Rundblick auf die umliegenden Berge.

Los geht eure Tour beim Kerschbaumeralm Schutzhaus, das bereits auf stolzen 1.902 Höhenmetern liegt und von zahlreichen Gipfeln umgeben ist. Über den markierten Steig vom Parkplatz Klammbrücke geht es über das Kerschbaumer Törl bis zur Karlsbaderhütte. Nach einer verdienten Jause samt traumhaftem Ausblick führt euch der Engeländer Wanderweg bergab bis zur Dolomitenhütte. Die gesamte Wanderung dauert in etwa sieben Stunden und ist 12,5 Kilometer lang. Eine Wanderung, die euch mit Sicherheit in Staunen versetzt und das alpine Österreich von einer seiner schönsten Seiten zeigt. Alle genauen Infos zu dieser und vielen anderen Wanderungen in den Lienzer Dolomiten findet ihr auf der Website des TVB Osttirol.

Wander Guide

Die Dolomitenhütte in den Lienzer Dolomiten in Osttirol © TVB Osttirol

Märchenwald in Hinterstoder

Von den schwindelerregenden Höhen geht’s in den märchenhaften Mischwald in Hinterstoder. Denn hier gibt’s nicht nur den idyllischen und seit der ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Schiederweiher zu erkunden. Ein Rundwanderweg führt euch vom Parkplatz des Johannishofs in Hinterstoder über eine von Laubbäumen gesäumte Allee und anschließend am Flusslauf der Krummen Steyr entlang, bis ihr schließlich in den Schatten des Waldes eintaucht. Entlang des Weges könnt ihr einige botanische Schmankerln erspähen, je nach dem, zu welcher Jahreszeit ihr hier entlangwandert. Nach einer Viertelstunde erreicht ihr auch schon den zum Instagram-Star mutierten Schiederweiher. Sein smaragdgrünes Wasser wirft wie eine Ansichtskarte die Gipfel der Spitzmauer und des Großen Priels zurück. Wenn ihr an seinem Ufer in Richtung „Polsterlucke“ weitergeht, könnt ihr bald beim „Polsterstüberl“ Rast machen und euch stärken.

Gut gesättigt geht’s weiter entlang der Krummen Steyr, vorbei an der Pferdekoppel des Polstergutes, wo ihr Bekanntschaft mit den neugierigen Pferden machen könnt. Danach biegt ihr links in den Wald ab und kommt schon bald wieder zurück zum Schiederweiher und dann zum Ausgangspunkt eurer Tour. Das Ganze dauert etwa eineinhalb Stunden. Wenn ihr die Landschaft etwas länger und intensiver erkunden wollt, könnt ihr auch vom Bahnhof Hinterstoder aus starten und über den Flötzersteig zum Schiederweiher und weiter gelangen. Diese Tour führt euch über weite Strecken über die alten Wege der Flötzer, die bis 1959 das Holz des Stodertals über die Steyr transportierten. Entlang der tosenden Steyr kann es auf den engen Steigen schon mal abenteuerlicher werden – definitiv ein außergewöhnliches Wandererlebnis!

Naturpark der Teichalm

Apropos reißendes Wasser: Als Nächstes zieht es uns in den Naturpark Almenland, der mit seinen weitläufigen Wiesen und dichten Wäldern einmal mehr beweist, warum man die Steiermark das grüne Herz Österreichs nennt. Wir starten in der beeindruckenden Bärenschützklamm, die uns mit ihren unzähligen Wasserfällen und massiven Gesteinsformationen immer wieder den Atem raubt. Zahlreiche Holzsteige und -leitern winden sich über die Felsen hinauf, bis ihr euch bei der Jausenstation „Zum Guten Hirten“ das erste Mal ausgiebig für den tapferen Anstieg belohnen könnt. Dann geht’s auch schon in Richtung Gasthaus „Steirischer Jokl“ und zur Wallfahrtskirche Schüsserlbrunn bis zum Gipfel des Hochlantsch. Jetzt erst mal kurz innehalten und die einmalige Aussicht über das Tal genießen. Einatmen – ausatmen – und weiter. Nach etwa einer Stunde erstreckt sich vor euch das prächtig-grüne Almgebiet der Teichalm. Sie ist übrigens zusammen mit der Sommeralm eines der größten zusammenhängenden Almgebiete der Alpen. Nun könnt ihr nach Herzenslust über Wiesen wandern oder für eine kleine Plantschpartie einen Abstecher zum Teichalmsee machen.

Zurück zum „Guten Hirten“ kommt ihr entweder über den hübschen Zechnermoarweg, oder ihr geht aufs Ganze und hängt noch gute fünf Stunden dran. Dann gelangt ihr nämlich beim Teichalmsee über einen Forstweg in den Wald, bis ihr schließlich zur Tyrnauer Alm kommt. Von dort aus nehmt ihr den Weg 747 und wandert weiter in Richtung Gipfel der Roten Wand. Die freie und bisweilen steinige Fläche garantiert ein einmaliges Freiheitsgefühl – Steinbocksichtungen oftmals inklusive. Auf dem Weg 748 geht’s schließlich zurück zur Tyrnauer Alm. Von dort aus führt ein Steig bis ins Tal zurück.

Bregenzer Hausberg

Besonders facettenreich wandert es sich auch auf den Hausberg der Bregenzer. Der über 1.000 Meter hohe Pfänder liegt mitten im Dreiländereck und wacht über den glitzernden Bodensee. Hier gibt’s vom kleinen Rundwanderweg bis zur mehrstündigen Expedition alles, was das Wandererherz begehrt. Entweder ihr kraxelt von der Bregenz-Talstation in knapp zwei Stunden hinauf zum Pfänder oder ihr schummelt ein wenig und lasst euch von der Bergbahn hinaufkutschieren. Oben angekommen können wir uns vor lauter gut ausgeschilderten Wanderrouten erst einmal gar nicht recht entscheiden.

Besonders idyllisch und herzig finden wir allerdings die Rundwanderung durch den Alpenwildpark. Zwergziegen, Hasen, Hängebauchschweine, aber auch einige alpine Tierrassen wie Steinböcke, Rothirsche oder Mufflonwidder begrüßen euch in eingezäunter Wildbahn. Die Tour dauert etwa eine halbe Stunde netto – brutto je nach Tierliebe. Die übersportlichen Profiwadeln können sich einstweilen an der Drei-Eintausender-Bergwanderung üben, die euch in etwa fünf Stunden von der Bergstation zur Pfänderspitze, zum Hirschberg und zum Hochberg führt.

Pfänder Bregenz Alpenwildpark

(c) Pfänderbahn AG

Brixentaler Bergpanorama

Und weil die Luft so herrlich ist zum entspannten Durchatmen, bleiben wir gleich hochalpin und wandern im Brixental in Tirol weiter. Hier erwarten euch über 500 Kilometer gut ausgeschilderte Wanderwege. Egal ob saftige Wiesen, rustikale Hütten oder Bergpanoramas – hier werden alle Naturbedürfnisse gestillt. Neben verschiedenen Themenwanderwegen gibt es hier etwa auch Genusswanderungen, die es uns alten Feinspitzen natürlich besonders angetan haben.

Eine davon, die Salvenbergroas, führt euch 6,4 Kilometer lang gemütlich über die Sonnenseite von Westendorf und von einem Hof zum nächsten. Ende Juli könnt ihr hier allerlei Schmankerln ausprobieren und euch traditionelles Handwerk und Brauchtum genauer ansehen. So taucht ihr nicht nur in die wunderbare Tiroler Natur ein, sondern kommt auch mit Land und Leuten in Kontakt. Und wenn ihr euch die Sonnenseiten des Brixentals lieber von Ortskundigen zeigen lasst, könnt ihr bei einer der kostenlosen, geführten Wanderungen mitmachen. Welche Route und welches Thema von Tag zu Tag anstehen, erfahrt ihr online.

View this post on Instagram

Bike riding around Tyrol, Austria.

A post shared by Travel & Lifestyle | B & M (@diaryofbm) on

Jetzt hat euch die Wanderlust härter gepackt als den Müller? Dann macht doch gleich weiter mit einer unserer spannendsten Wanderungen des Landes. Naturkulisse reicht euch nicht? Wir haben auch ein paar interessante Themenwanderungen für euch.

Beitragsbild (Gasselsee/Spiegelsee in Schladming) (c) Pixabay

×
×
×
Blogheim.at Logo