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Auf gute Nachbarschaft in der Großstadt

Donnerstag, 31. Januar 2019 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Auf gute Nachbarschaft in der Großstadt

Donnerstag, 31. Januar 2019 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Man spricht es ihnen zwar oft ab, aber auch unter Städtern sind nette Menschen, die von Unbekannten in der Nebenwohnung zu Nachbarn werden können. Wie das geht? Wir haben hier am Blog einmal eine kleine Hilfestellung zusammengetragen.

von Pia Miller-Aichholz

Am Land weiß der Meier, dass der Stocker’sche von nebenan immer gerne Fußball gespielt hat und in die Hauptstadt gegangen ist, um dort Sport zu studieren. Und dass er die Tochter vom Gruber zwei Häuser weiter bitten kann, ihm beim Einkauf im Ortskern seine Medikamente zu besorgen. Und in der Großstadt lernt man die Nachbarn oft nur kennen, weil man nicht zu Hause war, als der Paketdienst gekommen ist und man sich die Sendung bei ihnen abholt. Mit kleinen Tipps und Tricks kann man aber dennoch erfahren, wer unter -oder über einem wohnt. Wir wünschen gutes Gelingen beim Ausprobieren.

Stellt euch vor

Ein typischer österreichischer Mieter zieht in Laufe seines Lebens durchschnittlich fünf Mal um. Besonders junge Menschen wechseln oft die Wohnung. Jeder Um- und neue Einzug verändert die soziale Struktur im Haus und in der Nachbarschaft. Das kann jenen schwer fallen, die schon lange an einem Ort wohnen und das ständige Kommen und Gehen sehr bewusst erleben. Vor allem ältere Menschen erinnern sich dann wehmütig an die Zeiten, in denen sie jede Person im Haus kannten. Wenn ihr euch nach dem Einzug bei euren Nachbarn vorstellt – zumindest im selben Stockwerk oder auf der gleichen Stiege –, habt ihr einen ersten Anschluss gefunden und im besten Fall einen Sympathiepunkt oder sogar Dankbarkeit von euren neuen Nachbarn geerntet. Übrigens: Falls euch doch mal jemand die Tür vor der Nase zuknallt habt ihr gleich abgecheckt wer die Grantler im Haus sind.

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Sagt „Hallo!“

Egal, wem ihr im Haus begegnet, grüßt freundlich – egal ob der Gruß erwidert wird oder nicht. In der Regel freuen sich alle darüber. Mit dieser kleinen Geste zeigt ihr, dass ihr aufmerksam seid und die Menschen um euch herum wahrnehmt.

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Bietet Hilfe an

Ein ganz wichtiger Punkt – nicht nur in der eigenen Nachbarschaft – ist es, Hilfe anzubieten, anstatt mit Scheuklappen durch die Welt zu traben. Das beginnt dabei, anderen die Tür aufzuhalten. Vielleicht wohnt auch ein älterer Herr bei euch im Haus, der das Holz zum Heizen nicht mehr alleine die Stiegen hinauftragen kann. Oder eine Frau hat ihr Kind in ihrem einen Arm und versucht einhändig den Kinderwagen über eine Schwelle zu bugsieren. Hilfe anzubieten kostet nichts und wieder zeigt ihr, dass ihr eure Mitmenschen wahrnehmt und respektiert.

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Bittet um Hilfe

Hilfe ist keine Einbahnstraße. Traut euch ruhig, um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen, wenn sie euch angeboten wird. Manchmal kommt vielleicht das Gefühl auf, alles alleine stemmen zu müssen und andere damit nicht „belasten“ zu dürfen. Der Mensch ist ein Herdentier und – ja, wir machen wieder die Reise in die Steinzeit – hätte alleine sicher nicht so erfolgreich und lange überleben können.

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Macht eine Freude

Ganz schlichte Gesten machen oft große Freude. Wenn ihr beispielsweise Kuchen gebacken habt und mehr übrig bleibt, als ihr selbst essen könnt, freuen sich eure Nachbarn sicher über ein Stück – besonders wenn Kinder unter ihnen sind. Die Beschenkten freuen sich über die unerwartete Köstlichkeit und ihr schmeißt weder gute Lebensmittel weg, noch fühlt ihr euch verpflichtet, alles aufzuessen, bevor es verdirbt. Macht es anders als Joey.

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Vernetzt euch

Oft ist es schon sehr effektiv, in den sozialen Netzwerken einen Aufruf zu starten, wenn ihr ein Anliegen habt. Ihr habt aber noch mehr Möglichkeiten. Im Februar startet in Wien der Newsletter-Service WOLOHO (zusammengesetzt aus Work Love Home). Die Idee dahinter ist, hilfreiche Informationen und Angebote möglichst vielen Menschen leicht zugänglich zu machen und damit das Gemeinschaftsempfinden in Großstädten wieder zu stärken. Seit einigen Jahren gibt es den Newsletter in Berlin und mittlerweile auch in anderen großen deutschen Städten. Den erste Schritt ins Ausland macht das WOLOHO-Team nun zum Glück nach Wien.

Ab 4. Februar 2019 können Wiener den Newsletter abonnieren oder selbst inserieren. Es gibt einen Workletter, einen Homeletter und einen Loveletter. Für Anzeigen im Workletter fallen Gebühren an. Allerdings könnt ihr speziell zum Wien-Launch kostenlos inserieren. Eine heimische Initiative für bessere Nachbarschaft ist FragNebenan. Hier findet ihr Haustiersitter, Paketannehmer und In-letzter-Sekunde-Küchengerät-Leiher und könnt im Gegenzug Nachhilfe geben, Fahrgemeinschaften anbieten und bei Reparaturen assistieren. 2014 in Wien gegründet, vernetzen sich auf der Plattform bereits Grazer, Innsbrucker und Klagenfurter, aber auch Einwohner kleinerer Ortschaften. Gute Nachbarschaft kann der Beginn schöner Bekanntschaften oder sogar Freundschaften sein. Sie ist zudem gut für die Großstadt-Seele.

Ihr möchtet außerdem für eure Wohnung Geräte und Co. lieber leihen anstatt gleich zu kaufen? Wir haben die praktischen Leihangebote in Wien für euch aufgelistet am Blog.

Wir schicken übrigens auch wöchentlich einen Newsletter an unsere liebe Community, in dem wir zum Beispiel die meistgelesenen Artikel der vergangenen sieben Tage verlinken und euch auch stets auf tolle Aktionen in Wien aufmerksam machen.

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