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Neue Initiativen: Wie sich die Zivilgesellschaft untereinander hilft

Montag, 16. März 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Neue Initiativen: Wie sich die Zivilgesellschaft untereinander hilft

Montag, 16. März 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die Corona-Krise betrifft uns alle. Deshalb heißt es jetzt: Ärmel hochkrempeln und mit anpacken. Wir zeigen euch ein paar neue Initiativen, die den neuen Alltag erheblich erleichtern werden.

von Viktoria Klimpfinger

Noch befinden wir uns alle ein wenig in Schockstarre. Vielleicht wägt der eine oder die andere noch ab, ob man den Familienbesuch nächste Woche wirklich durchziehen soll, und hätte man vergangenen Samstag vielleicht doch noch ein Kilo Toilettenpapier bunkern sollen? Einfache Antwort: Nein – bleibt am besten zuhause, wenn ihr das Haus nicht unbedingt verlassen müsst! Stattdessen können wir uns aber Gedanken machen, wie wir einander in dieser neuen Situation ein wenig unter die Arme greifen können – metaphorisch natürlich, mit dem gebührenden Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern. Innerhalb kürzester Zeit sind in den vergangenen Tagen verschiedenste Initiativen aufgeploppt, die für den einen oder anderen Lebensbereich Hilfe anbieten oder Denkanstöße liefern. Ein paar haben wir hier aufgelistet, wir sind uns aber sicher, dass wir diese Liste in den kommenden Wochen Punkt für Punkt erweitern dürfen. Außerdem gibt’s ein paar Tipps, wie ihr selbst etwas beitragen könnt. Also: Haltet’s z’samm und schaut’s aufeinand‘!

#Nachbarschaftschallenge

Kurz nachdem die Regierung vergangene Woche die ersten Maßnahmen verkündet hatte, ging eine private Initiative viral: die Nachbarschaftschallenge, initiiert von Frederika Ferková und Andreas Berger. Um Menschen aus den Risikogruppen zu unterstützen, hingen sie einen Zettel in ihrem Wohnhaus auf, auf dem sie anbieten, Einkäufe und anderes für ihre gefährdeteren Nachbarinnen und Nachbarn zu übernehmen. Mittlerweile tun es ihnen immer mehr Menschen gleich und posten ihre eigenen Zettel. Online gibt es mittlerweile sogar einige Vorlagen zum Download. Auf der Plattform www.supporting.guru könnt ihr einerseits online Hilfeleistungen anbieten und suchen, andererseits dieses Kontaktformular für eure Nachbarinnen und Nachbarn ausdrucken. Die Stadt Wien hat mittlerweile eine Hotline eingerichtet, um die Risikogruppe im Alltag zu unterstützen.

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Guter Zweck

Helfen leicht gemacht: Auf der bereits länger bestehenden Plattform Guter Zweck sind aktuell über 160 verschiedene soziale Organisationen gelistet, die ihr je nach Möglichkeit mit einer Geldspende, Sachspende, Zeitspende oder Blutspende unterstützen könnt. Stöbert euch am besten einfach durch und diskutiert gemeinsam mit der WG oder dem Partner, der Partnerin, für welchen guten Zweck ihr euch aktuell einsetzen möchtet.

Support your Grätzl

Auf der Seite Support your Grätzl geht es ganz konkret darum, lokale Betriebe und Geschäfte in Zeiten der Corona-Krise zu unterstützen. Hier gibt es künftig Infos bei welchen kleineren Unternehmen ihr etwa online bestellen könnt oder wie ihr jenen, die keinen Online-Shop anbieten können, auf anderem Weg unter die Arme greifen könnt.

Initiative Pro-Hund

Auch Haustierbesitzerinnen und -besitzer, die zu den Risikogruppen zählen, haben es momentan nicht leicht, weil sie so gut wie möglich zuhause bleiben sollten. Den Vierbeiner in der Hundezone auszupowern oder mit dem Hamster zur Tierärztin zu fahren, ist also nicht besonders ratsam. Daher hat die Initiative Pro-Hund gemeinsam mit dem Dachverband Tierschutz 2.0 und seinen Tierschutzvereinen eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, in der man sich gegenseitig um tierische Notfälle kümmert. Alle Hilfeleistungen, die in der Gruppe angeboten werden, sind selbstverständlich auf ehrenamtlicher Basis – „an der Not anderer verdienen zu wollen, ist nichts, was wir unterstützen möchten“, liest man auf der Website der Initiative. Gut so!

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Medizin-Studierende unterstützen Gesundheitshotline

Studierst du zufällig Medizin im vierten Studienjahr oder länger? Dann kannst du in Oberösterreich mit anpacken (der Standort in Wien ist laut Ärztekammer inzwischen voll)! Du kannst bei der Gesundheitshotline 1450 mithelfen und bekommst dafür im Gegenzug ECTS für dein Studium gutgeschrieben. Melde dich am besten telefonisch unter 0664 887 46156 oder per Mail: fgg1@o.roteskreuz.at. Außerdem sucht der Ärztefunkdienst 141 für die kommenden Wochen Verstärkung. Medizinstudierende werden dafür auch entlohnt. Also meldet euch am besten unter office@141wien.at.

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Team Österreich

Das vom Roten Kreuz und Hitradio Ö3 initiierte Team Österreich gibt es schon länger und wird immer dann relevant, wenn es zu Krisensituationen wie der momentanen kommt. Freiwillige können sich online anmelden, wenn sie dabei helfen wollen, Menschen in Heimquarantäne zu versorgen. Werden sie gebraucht, werden die Mitglieder im betroffenen Bezirk per SMS verständigt. Wer Zeit hat, antwortet ganz einfach mit „Ja“ und kann die professionellen Einsatzkräfte mit verschiedenen Hilfestellungen unterstützen. 50.000 Österreicherinnen und Österreicher sind bereits Teil des Netzwerks – stark!

Wirtschaft hilft Schule

Mit Montag machen auch die Schulgebäude fast vollkommen dicht – für die Oberstufe ab Montag, für den Rest ab Mittwoch. Für Kinder bis 14 Jahre, deren Eltern sich nicht zuhause um sie kümmern können, herrscht eingeschränkter Betrieb. Die aktuelle Situation heißt nicht, dass das Lernen vorbei ist. Besonders die Oberstufen sollen mit digitalen Mitteln unterrichtet werden. Und genau da setzt die neu gegründete Initiative Wirtschaft hilft Schule an. Unternehmensberaterin Kathrin Kränkl, Historikerin Clara Langthaler und das Grafikdesignbüro Gebrüder Pixel nützen in ihren Unternehmen schon lange erfolgreich Tools wie Online-Konferenzen. Mit dieser Expertise möchten sie nun Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, das Klassenzimmer zu digitalisieren. Auf der Website der Initiative findet man schrittweise Anleitungen, wie man Videokonferenzen plant und durchführt – auch für Menschen ohne fortgeschrittene Computerkenntnisse.

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Lokale Betriebe unterstützen

Große Sorge macht sich zurzeit auch in Bezug auf die Betreibenden kleinerer Geschäfte und Lokale breit. Mit heute schließen die Gastronomiebetriebe für Gäste, wobei manche nach wie vor Lieferservices anbieten. Letztere sind weiterhin unterwegs. Die vorläufige Schließung aller Shops außer dem Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Post, Banken und anderen Geschäften, die für die Grundversorgung notwendig sind, ist zwar nötig, um die Verbreitung des Virus zu reduzieren, bedeutet aber auch enorme Umsatzeinbußen. Daher gilt es jetzt mehr denn je, vor allem die kleinen Betriebe während dieser schweren Zeit zu unterstützen. Wie? Nunu Kaller stellt etwa ihre Website vorübergehend zur Verfügung, indem sie eine kleinere Läden auflistet, die jetzt schließen müssen, aber ihre Produkte online anbieten können.

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Generell könnt ihr online Gutscheine von vielen Shops, Betrieben, Gyms und Salons erstehen und sie nach der Krise einlösen. Das schützt den nötigen Cashflow der Betriebe ein wenig vorm Austrocknen und ihr habt einen Grund mehr, ordentlich shoppen zu gehen, wenn wir das alles durchgestanden haben. Wenn ihr Konzert- oder Theatertickets gekauft habt und die Veranstaltungen nun ausfallen, könntet ihr das Geld, das ihr ja ohnehin schon bezahlt habt, einfach als Spende für die jeweilige Institution, den betreffenden Künstler oder die betreffende Künstlerin betrachten, statt eine Rückerstattung zu fordern.

#useupchallenge

Mal unter uns: Gehörst du vielleicht auch zu den panischen Hamsterkäuferinnen und Hamsterkäufern, die jetzt ihren Vorratsschrank voller Konservendosen, Nudeln, Reis und – warum auch immer? – Toilettenpapier haben? Erwischt! Aber keine Sorge, auch dafür gibt’s die passende Online-Initiative: die #useupchallenge! Die gibt’s zwar schon deutlich länger – die Hashtags auf Instagram gehen zurück bis ins Jahr 2014 –, aber nachhaltiges Einkaufen und Essen ist ja auch über die Corona-Maßnahmen hinaus relevant. Dabei geht es darum, sich selbst herauszufordern: Wie lange schaffst du es, ausschließlich von deinen Vorräten zu leben? Wobei man in diesem Zusammenhang wohl darauf hinweisen sollte, dass ein kleiner Vorrat an haltbaren Lebensmitteln zu jeder Zeit ratsam ist. Wenn ihr euch am Ende der Corona-Maßnahmen noch reichlich Proviant übrig bleibt, spendet ihr ihn am besten, etwa der Obdachlosenhilfsaktion.at. So war der Hamsterkauf nicht umsonst!

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Sharing is Caring

Apropos Hamsterkauf: Wenn sich abzeichnet, dass ihr von etwas zu viel habt, was andere vielleicht brauchen könnten, tretet am besten den Sharing-Gruppen auf Facebook bei. Auch wir haben vor Kurzem eine Facebook-Gruppe gegründet, in der man einander mit Tipps aushelfen, Probleme diskutieren oder Fragen stellen kann. Schaut vorbei und unterstützt uns mit euren Vorschlägen, was ihr in nächster Zeit bei uns am Blog lesen wollt. Denn auch für uns ist diese Situation eine völlig neue, daher sind wir auf eure Hilfe angewiesen.

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Diese Gewinnspiele könnten dich interessieren

Events und Kultur im Wohnzimmer

Wirtschaftlich besonders betroffen von der momentanen Situation ist natürlich auch der Event- und Kultur-Bereich. Zum Glück finden engagierte Menschen momentan immer neue Wege, um euch trotzdem mit ihrer Musik, ihren Inszenierungen oder sonstigen Angeboten zu versorgen, die wir uns sonst so gerne live geben. Am 28. März wird Vienna Würstelstand etwa eine Streaming-Party veranstalten, bei der DJs in leeren Clubs auflegen, was direkt zu euch nach Hause gestreamt wird. So können wir trotzdem alle gemeinsam feiern, ganz einfach vom Wohnzimmer aus. Kommenden Samstag initiieren wir von 1000things außerdem einen Flashmob an Balkonkonzerten, für den wir alle Musikerinnen und Musiker dazu aufrufen, aus den Fenstern oder von ihren Balkonen aus für die anderen zu spielen. Also: Öffnet am Samstag ab 17 Uhr eure Fenster und eure Ohren – das wird schön!

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Ihr wollt euch noch genauer über die Nachbarschaftschallenge informieren? Wir haben mit Initiatorin Frederika gesprochen. Die größte Challenge ist für euch momentan das Homeoffice? We’ve got your back und haben einen Survival-Guide für euch.

(c) Beitragsbild | My Life Through A Lense | Unsplash

*Wir sind uns bewusst, dass in diesem Artikel Gutscheine, To Dos und Gewinnspiele aufscheinen, die momentan eventuell aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht umsetzbar sind. Dennoch haben wir uns dazu entschieden, sie auch weiterhin einzubetten, um euch schon jetzt für die Zeit nach der Krise zu inspirieren.

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