nikolo und krampus

Unsere schönsten (und schrägsten) Kindheitserinnerungen an Nikolo und Krampus

Sonntag, 22. November 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Unsere schönsten (und schrägsten) Kindheitserinnerungen an Nikolo und Krampus

Sonntag, 22. November 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Story Time! Wir öffnen die 1000things Geschichtekiste und wühlen für euch in unseren Kindheitserinnerungen rund um das Nikolo- und Krampusfest. Unsere schönsten und witzigsten, aber auch schrägsten Geschichten möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten und präsentieren sie euch gemeinsam mit MILKA.

von Lukas Lindmeier

*Wir wollen euch auch während des zweiten Lockdowns inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Wenn ein langbärtiger Mann fortgeschrittenen Alters und seine schauderhafte Begleitung mit rasselnden Ketten, herausgestreckter Zunge und Silberblick auf der Suche nach kleinen Kindern durch die Straßen ziehen, ist das bei uns in Österreich noch lange kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil. Sorgten doch die Männer und Frauen in den (oft gar nicht mal so gefinkelten) Nikolo- und Krampuskostümen für ein paar der schönsten, aber auch für ein paar der denkwürdigsten Erinnerungen an unsere Kindheit. Unsere Redaktion hat deshalb unsere Geschichtekiste für euch geöffnet – und dabei den einen oder anderen MILKA Nikolo und Krampus verdrückt.

Viktoria: Mein Opa, der Nikolo

Ich bin in einen katholischen Kindergarten gegangen, da waren die alljährlichen Nikolo- und Krampus-Besuche natürlich obligatorisch. Immer um den 6. Dezember kam also ein Nikolaus-Darsteller zu uns in den Kindergarten, winkte uns zu sich heran und überreichte uns nach kurzem Sermon über unsere guten und weniger guten Taten ein Sackerl mit Schoki, Mandarinen und Nüssen. Danke, setzen! Mir war der ältere Herr unter dem billigen, weißen Polyester-Bart mit den viel zu sichtbaren Gummibandeln, dem offenbar selbst beklebten Bischofskopfschmuck und der weißen Kutte, die erstaunliche Ähnlichkeit mit den Leintüchern bei uns zu Hause hatte, irgendwie suspekt – ich war ein misstrauisches und verdammt schüchternes Kind. Fremde Erwachsene waren mir aus Prinzip erst einmal unsympathisch, besonders wenn sie mich dann auch noch überfreundlich vor versammelter Kindergartenmannschaft lobten und danach mit Süßigkeit überhäuften, so eine Frechheit! Doch dabei war der Kindergarten-Nikolo alles andere als ein Fremder für mich, im Gegenteil! Erst im Erwachsenenalter stellte sich heraus, dass da jedes Jahr im Kindergarten mein eigener, von mir sehr geliebter Großvater in Bart, Hut und Kutte vor mir stand und sich wahrscheinlich insgeheim einen Ast lachte, weil ich ihm gar so unverwandt entgegenfunkelte.

nikolo und krampus

Der sonst so vertraute Opa erzeugte im Nikologewand ordentlich Skepsis. (c) Viktoria Klimpfinger

Katharina: Kein Nikolaus? Kein Problem!

Tradition und Bräuche gehören zu meinem kleinen Heimatkaff in Niederösterreich wie damals Erwin Pröll zu dessen Landespolitik. Sternsingen, Ratschen, Erntedankfeste, Aschermittwoch-Kreuzerl auf der Stirn – nichts davon haben wir ausgelassen. Nur bei den Geschichten, die vor allem innerhalb der Familien an die Kinder weitergegeben werden, haben meine Eltern dann gestreikt: Meine Geschwister und ich sind ohne Nikolaus und Krampus, ohne Christkind und ohne Osterhase aufgewachsen. Nein, wir waren nicht Teil einer allzu rigiden Sekte, es war meiner Mama schlichtweg unangenehm, uns einen Bären aufzubinden – selbst wenn es mit den liebsten Absichten geschehen wäre. Beschenkt wurden wir natürlich trotzdem, nur wussten wir immer, dass es unsere lieben Eltern waren, denen wir Nikolosackerl, Weihnachtspackerl und Co zu verdanken haben. Das fanden wir schön und waren auch ohne mystische Geschichten glücklich. Brenzlig war bloß die Situation im Kindergarten. Immerhin wurde den allermeisten Kindern vom Nikolaus erzählt, und so machten es sich meine neunmalklugen Geschwister und ich zur Aufgabe, sie schonungslos mit der Wahrheit zu konfrontieren: Wir wussten ja nicht, was wir damit anrichteten. Die armen Pädagoginnen mussten dann jedenfalls eine Menge Schadensbegrenzung leisten und waren wohl ganz schön sauer auf meine Eltern.


Keine Frage: So oder so ähnlich müssen Nikolobesuche in Katharinas Kindheit abgelaufen sein (auch wenn das kein Nikolo ist). (c) GIPHY

Lukas: Stadt-Krampus und Land-Krampus

Seit ich mich erinnern kann, war der Krampus für uns Stadtkinder nicht sonderlich gruselig oder furchteinflößend. Eigentlich gar nicht, wenn ich es mir so recht überlege. Schließlich gab es in Wien keine Perchten- oder Krampusläufe und kein denkwürdiges Mit-der-Rute-den-Hintern-Versohlen. Stattdessen wirkten die Krampusse meiner Wiener Kindheit eher wie der etwas dümmliche und stumme Bruder vom Nikolo. Zu Besuch kamen beide, zumindest im Kindergarten und in der Volksschule. Dabei hatte vor allem der freundliche und besonnene Nikolo das Rederecht inne. Rückblickend vermute ich, dass sich die anwesenden Krampusse aus Angst vor unserem Kindergarten- und Lehrpersonal auf einen sanften und oft eher lustigen Auftritt beschränkten. Verständlich, wie ich finde. Man stelle sich nur eine Horde verängstigter und zur Gegenwehr ansetzender Junior-Meidlingerinnen und -Meidlinger vor. Kurzum: Der größte Gruselfaktor rund um diese beiden Figuren bestand in meiner Kindheit also tatsächlich darin, dass uns die Schokonikoläuse und -krampusse ausgingen. Über mehr musste ich mir getrost keine Sorgen machen.

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Der Wiener Krampus setzte meist auf ein unterhaltsames Programm. (c) Lukas Lindmeier

Wenn da nicht meine „zweite Kindheit“ gewesen wäre. Als Wiener Kind mit Wurzeln im tiefsten Weinviertel wurde ich nämlich spätestens beim adventlichen Besuch bei meinen Großeltern eines Besseren belehrt: Krampusse sind nicht lustig. Zumindest nicht die „am Land“. Stattdessen entpuppten sie sich als Dorfjugend, die nach dem großen Vorbild der Perchten am Krampustag im Dorf ihr Unwesen treiben wollten. Und auch die Landjugend war nicht lustig, sondern eher inkonsequent in ihrer Verkleidung: So gehörten Jeans, Skateschuhe offenbar zur luziferischen Tracht dazu. Ich möchte aber nicht alles am Landkrampus schlechtreden, denn sein Erscheinen bedeutete auch, dass der Nikolo auftauchte und die Kinder mit Mandarinen, Erdnüssen, Schokonikolos und mehr beschenkte. Und auch das hatten „die am Land“ dann doch noch eine Spur besser drauf, als „die in Wien“: In einem aufwendigen Aufzug, mit musikalischer Untermalung, gemeinsamem Liedersingen und Ansprache durch den Nikolaus überreichte der Nikolo am Hauptplatz so allen Kindern des Dorfs süße Geschenke. Bis heute eine der schönsten Kindheitserinnerungen – immerhin konnte ich dieses Erlebnis mit meinem Bruder und meinen Großeltern teilen.

Pia: Der Nikolo von nebenan

Als höchst skeptisches Kind kam ich dem Rätsel des Mannes mit dem weißen Bart und den Schuhen meines Vaters recht früh auf die Schliche. Drei Erinnerungen aus der unschuldigen prä-entzauberten Zeit sind mir erhalten geblieben. Die älteste ist jene meiner Begegnung mit dem Nikolo im Supermarkt hinter unserem Haus. Als ich ihn vor dem Schoko-Regal entdeckte, rührte sich in mir Verwunderung, vielleicht der Keim meines späteren Skeptizismus. Wo er denn seinen Schlitten geparkt hätte, wollte ich wissen. Ich hatte am Weg zum Supermarkt nämlich definitiv keinen gesehen. Wenn ich mich recht erinnere, gab ich ihm auch direkt eine Antwort, indem ich laut vermutete, dass er wohl etwas weiter weg geparkt hätte, weil er vor dem Geschäft keinen Platz gefunden hatte. Darauf ist er dann eingestiegen. Meine zweite Erinnerung ist jene an meine jüngere Schwester, die bei der Nachricht, dass der Nikolo vor der Tür stünde, den Rückzug unter den Couchtisch antrat. Sie hatte Angst, er wäre nicht alleine gekommen, sondern in Begleitung mit dem Krampus.


Das ist zwar kein Nikolo, aber habt ihr schon mal nach Nikolo-GIFs gesucht? (c) GIPHY

Und zum Abschluss das dritte Nikolo-Schmankerl: Als Kinder waren wir überzeugt davon, dass der Nikolo im Stadtgartenamt im Wiener Stadtpark wohnt. Schließlich war es in der Adventzeit mit einer Lichterkette geschmückt und die Bäume rundherum wunderschön weihnachtlich dekoriert. Als einmal wieder der Nikolo bei uns im Wohnzimmer stand, führte ich ihn zum Fenster, zeigte auf das gegenüberliegende Stadtgartenamt und meinte, es wäre ja sehr praktisch, dass er direkt gegenüber von uns wohne.

Julia: Warum ich heute noch irgendwie an den Nikolaus glaube

Ich komme aus einem sehr kleinen Ort in der Obersteiermark, wo man vom großen Faschingsumzug bis zum spektakulären Krampuslauf nichts auslassen wollte. So auch in meiner Familie. Besonders meine Mama hat es geliebt, mit all diesen Festen und Traditionen meine Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. So war der jährliche Besuch vom Nikolaus und Krampus ein Fixpunkt in unserem Familienkalender. Mit dabei war Michi, bis heute mein bester Freund. Von uns gibt es kein Kinderfoto ohne den jeweils anderen, wir sind sozusagen wie Geschwister aufgewachsen und teilten viele schöne gemeinsame Feste. Wir warteten also an diesem Abend voll Vorfreude gemeinsam am Fenster auf den Nikolo und den Krampus – ehe sie dann endlich in Richtung unserer Wohnung durch den Schnee angestapft kamen. Als sie bei uns zu Hause ankamen, war da plötzlich dieser Zauber. Plötzlich schien es so, als wäre alles möglich. Denn es gibt sie wirklich, den Krampus und den Nikolo. Wie sonst konnten sie wissen, dass ich immer brav, wenn auch manchmal etwas ungeduldig, war?

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Seit Kindertagen unzertrennlich: Julia und Michi. (c) Julia Wagner

Besonders schön ist die Erinnerung an einen Satz, den der Nikolo zu mir und meinem besten Freund Michi sagte: „Kinder, es ist wichtig, dass ihr von Herzen teilt. Denn es wird immer Menschen geben, denen es nicht so gut geht.” Dieser Satz verbindet uns bis heute und lässt uns daran erinnern, dass man auch an die denken sollte, die weniger haben. Außerdem lässt mich der Gedanke, dass meine Mama mir diesen Zauber vom Nikolaus und Krampus geschenkt hat, bis heute fest glauben. Vielleicht nicht an die beiden Wesen, dafür aber daran, dass alles möglich ist – solange ich daran, an mich und meine Liebsten glaube. Das macht das Nikolofest für mich zu einem ganz besonderen Brauchtum und bringt mich noch heute zum Lächeln.

MILKA: Danke sagen zum Nikolo

So unterschiedlich, wunderschön oder schräg unsere Nikolo- und Krampusfeste auch gewesen sein mögen, eines hatten sie wohl alle gemeinsam: Unsere Kindheitserinnerungen haben wir unseren Onkels, Tanten, (Groß-)Eltern, besten Freunden – ja, sogar der Dorfjugend zu verdanken. Wir finden, da ist es absolut angebracht, auch einmal Danke zu sagen. Für die Erinnerungen, den Zusammenhalt oder einfach nur fürs Füreinanderdasein. Gemeinsam mit MILKA haben wir deshalb nicht nur in unserer Geschichtekiste für euch gekramt, sondern sogar eine Möglichkeit geschaffen, mit der ihr endlich ein wenig Nikolozauber zurückgeben und Danke sagen könnt. In diesem Gewinnspiel verlosen wir nämlich 5×1 Nikolo-Package von MILKA für eure Liebsten. Und weil es jetzt schon so schön adventlich kitschig ist, findet ihr hier unser Video, in dem wir uns anlässlich des Nikolofests auch endlich bei euch angemessen bedanken möchten:

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Ihr seid auf der Suche nach mehr Nikolo- und Krampus-Content? Dann checkt unbedingt unseren Landkind-Stadtkind-Vergleich über die Perchtenläufe ab!

(c) Beitragsbild | Manuel Hahn | 1000things

* Gesponserter Beitrag: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit MILKA entstanden.

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