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Wiens versteckte Heurigen abseits des Mainstreams

Freitag, 11. September 2020 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wiens versteckte Heurigen abseits des Mainstreams

Freitag, 11. September 2020 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am liebsten trinken wir unseren Spritzwein oder Sturm ja am Heurigenbankerl. Neben Dauerbrennern wie der 10er-Marie gibt es in Wien noch allerhand unentdeckte authentische Heurigenschmankerln, an denen Hipster-Kult und Mainstream-Politur zum Glück vorbeigegangen sind.

von Viktoria Klimpfinger

UPDATE: September 2020

Hoch die Weingläser, her mit der Brettljausn! An lauen Sommerabenden zieht es uns statt ins Stammbeisl auf hölzerne Bankerln und in wild umwucherte Schanigärten. Hauptanlaufstelle für Heurigenflair ist in Wien natürlich Döbling und besonders der Stadtteil Grinzing mit seinen oft zu Nobel-Hotspots avancierten Weinschenken und dank dem Neustifter Kirtag weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannten Pilgerstätten wie Fuhrgasslhuber und Co. Doch auch in ganz anderen Gefilden in Wien und Umgebung finden sich idyllische, vor allem deutlich günstigere Einkehren. Wo? Das erfahrt ihr hier.

Die Fabigan Weinschenke in Simmering

Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet im eher industriegeprägten Simmering ein lauschiges Plätzchen für Spritzer, Sturm und Co. versteckt? Die Fabigan Weinschenke liegt mitten in einer verträumten Einfamilienhaussiedlung, die nur durch den Verschiebebahnhof von den Oberlaaer Feldern getrennt ist. Hier könnt ihr entweder auf urigen Massivholztischen im Gastraum oder im grünen, verwinkelten Schanigarten ein paar Achterln leeren. Das Schöne daran: Ein Weißer Spritzer kostet hier rund um die zwei Euro! Und die kleine Schmankerl-Karte mit kaltem Kümmelbraten oder Speckbrot aus der etwas vergilbten Vitrine ist auch nicht zu verachten. Hier haben weder Hipster-Flair noch Heurigen-Adel Einzug gehalten – als wäre die Zeit auf charmante Weise ein paar Jährchen stehengeblieben. In den Genuss dieser einzigartigen Atmosphäre kommt ihr Dienstag bis Samstag zwischen 15 und 23 Uhr.

Fabiganstraße 1, 1110 Wien

Sturm Heuriger Fabigan

Fabigan Weinschenke (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things

Der Heurige Windisch in Oberlaa

Auch der ebenfalls oft unterschätzte 10. Bezirk hat einige urtypische Heurige im Angebot: Die Familie Windisch etwa bebaut seit 1882, also bereits in vierter Generation, die Weinhänge des Laaerberges. Fast etwas unscheinbar, in unmittelbarer Nähe zum Liesingbach, führt ein Scheunentor in den grünen, großen Innenhof. Und auch im Inneren des Heurigen lallt alles rustikale Gemütlichkeit. Maximal 300 Personen haben hier Platz – in Pandemie-freien Zeiten versteht sich. Zu Vino oder Sturm könnt ihr die kulinarische Unterlage entweder à la carte oder beim Buffet ordern, wie es sich für einen Heurigen eigentlich gehört, und das montags bis samstags zwischen 15 und 24 Uhr und sonn- und feiertags von 12 bis 22 Uhr.

Liesingbachstraße 85, 1100 Wien-Oberlaa

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Das Weingut Leitner am Wilhelminenberg

So gut wie auf der anderen Seite Wiens, im 16. Bezirk, hat auf den Hängen des Wilhelminenbergs das Weingut Leitner seine Weinfässer aufgestellt. Folgt ihr dem Stadtwanderweg 4a am alten Mausoleum vorbei, ist es kaum zu verfehlen, das märchenhafte Platzerl mit Blick über Wien inmitten der Weinreben. Noch bis 31. Oktober 2020 warten dort dienstags bis samstags von 17 bis 23 Uhr Erfrischungen und Stärkung auf euch. Und wenn ihr uns in Sachen Wein nicht so wirklich über den Weg traut, gibt’s sogar einen Qualitätsbeweis: Der hauseigene Weißburgunder 2017 wurde bei der Wiener Landesweinbewertung mit Gold, der Gemischte Satz 2017 mit Silber ausgezeichnet. Also: Stößchen!

Sprengersteig 68, 1160 Wien

Heurigen Wien

Die Weinstöcke am Wilhelminenberg (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things

Die Weinstube in der Josefstadt

Um einiges zentraler gelegen, aber doch ziemlich versteckt, ist die Weinstube Josefstadt in der – sarkastischen Trommelwirbel einfügen – Josefstadt. Da schlendert man ganz unbescholten die Piaristengasse entlang, und schon stolpert man dank einer geheimnisvollen Laterne am Eingang in eine eigene kleine Welt. Ein dicht überwucherter Innenhof strahlt so viel Ruhe aus, wie man es kaum mitten in der Stadt erwarten würde. Lichterketten, sich am Nachbarhaus emporrankender Efeu und das Salettl im hinteren Bereich lassen einen gerne mal die Zeit und die Menge an getrunkenem Vino übersehen. Hektik und Motorenlärm bleiben draußen – und serviert wird in guter, alter Heurigenmanier drinnen am Buffet. Diese Stadtoase steht euch täglich von 15 bis 24 Uhr offen – außer im Jänner und Februar.

Piaristengasse 27, 1080 Wien

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Der Innenhof der Weinstube (c) Marie Amenitsch | 1000things

Der Schwechater Kellerberg

Wie sagte Pumuckel so schön: „Alles, was sich reimt ist gut!“ Das bestätigt auch die Kellerschank Rudolf Frank in Schwechat. Ja, schon klar: Schwechat ist theoretisch nicht mehr Wien, aber fast. Immerhin haben die Wiener hierhin ihren Flughafen ausgelagert. Deshalb kommen wir einfach nicht umhin, auch den Schwechater Kellerberg in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Mit dem Auto braucht ihr vom Stadtzentrum nur 20 Minuten hierher, um euch von rustikalem Heurigen-Flair überwältigen zu lassen. Als eines der Kellerberg-Lokale lässt auch die Kellerschank Rudolf Frank weder grünen Schanigarten noch volle Gläser und herzhafte Brotzeiten missen. Falls ihr euch nach der Völlerei ein wenig die Beine vertreten wollt, könnt ihr euch am direkt angrenzenden großen Spielplatz des Kellerbergs ein wenig austoben. Aber Achtung: Betrunkene Erwachsene, die auf Tellerseilzügen baumeln, haben irgendwie traurigen Beigeschmack. Dann doch lieber noch ein Glaserl beim Heurigen – täglich bis 31. Oktober!

Kellerbergstraße 211, 2320 Schwechat

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Klar könnt ihr euch beim Heurigen euren Wein mal mit etwas Sprudelwasser aufspritzen lassen. Nach so etwas wie einem Granatapfel-Spritzer fragt ihr besser nicht. Wir verraten euch aber gerne, wo ihr ausgefallen Spritzer-Varianten bekommt. Auch abgesehen von diesen Stadtheurigen gibt es in Wien einige charmante versteckte Gastgärten zu entdecken, die sich für eine Alltagsflucht eignen. Auf unserer Herbst-dahoam-Seite versorgen wir euch außerdem mit Tipps für euren Herbst in Österreich.

(c) Beitragsbild | Lisa Panzenböck (Weinstube Josefstadt)
(c) Facebook-Beitragsbild | Marie Amenitsch | 1000things

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