Rangertour im Nationalpark Kalkalpen

Viktoria Klimpfinger vom 23.01.2020
Erlebe verschiedene Tierarten hautnah in freier Wildbahn!
ationalpark Kalkalpen (c) Viktoria Klimpfinger

Wie oft kommt man schon dazu, Tiere in freier Wildbahn aus der Nähe zu beobachten? Im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist es das ganze Jahr über möglich. Rangertouren führen euch im Laufe der Jahreszeiten zu unterschiedlichen Plätzen, um dort verschiedene Tierarten hautnah zu erleben.

Wildes Rotwild im Winter

Im Winter könnt ihr im Bodinggraben etwa mit Ranger Michael Kirchweger die Winterfütterungen des hier ansässigen Rotwildes beobachten: Er führt euch durch die unberührte Nationalparkflora. Von einer Holzkabine mit Glasfront aus könnt ihr die Rothirsche und -hirschkühe beim Futtern beobachten. Damit sie auch möglichst lange schmausen, legt der Ranger vor eurem Besuch Heu in den Futterstellen aus. Kommt ihr dann bei eurem Ausguck an, steht das Wild meistens schon genüsslich schmatzend nur ein paar dutzend Meter von euch entfernt.

Ranger Michael Kirchweger hat uns ausnahmsweise schon zum Heufüttern mitgenommen. (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things.at
Ranger Michael Kirchweger hat uns ausnahmsweise schon zum Heufüttern mitgenommen. (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things.at

Ranger Michael Kirchweger hat uns ausnahmsweise schon zum Heufüttern mitgenommen. Bei dieser Gelegenheit erklärt euch der Ranger einige Details über die Tiere und das Leben im Nationalpark allgemein. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Hirsche ihre Geweihe Jahr für Jahr abwerfen und ihnen binnen 150 Tagen ein neues wächst? Wir waren jedenfalls ziemlich überrascht über diese Info. Ziehen sich die Tiere dann wieder etwas zurück, verteilt der Ranger Rüben auf der Wiese. Und schon erlebt ihr die Wildtiere in Action: Im Kollektiv rauschen sie aufgeregt zum Futter, manche forscher, andere zaghafter. Mal rauft man ein wenig um die beste Knolle, mal stößt man sich nur spielerisch an den Geweihen. Sehenswert ist das eifrige Treiben aus nächster Nähe definitiv.

Der älteste Baum Europas

Aber nicht nur das: Im Nationalpark Kalkalpen gibt es natürlich jede Menge zu entdecken. Euer Spaziergang durch die Natur führt euch durch herrliche Waldstücke, über weitläufige Wiesen oder an kleinen Bächen wie dem Blöttenbach entlang. Im Winter gleicht das Gebiet hier einem fast schon kitschigen verschneiten Märchenwald, im Sommer wird es zur üppigen Idylle aus grünen Bäumen und steilen Bergen. Über 20.000 Hektar ist der Nationalpark Kalkalpen groß – jede Menge Platz also für die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten. Zum Beispiel wächst hier der älteste Baum Europas, wie 2019 entdeckt wurde. Die Buche ist stolze 528 Jahre alt.

Der Blöttenbach im Nationalpark Kalkalpen (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things.at
Der Blöttenbach im Nationalpark Kalkalpen (c) Viktoria Klimpfinger | 1000things

Heimliche Heimkehrer: Luchse

Und auch gefährdete Tierrassen wie Fischotter, Siebenschläfer oder Fledermausarten fühlen sich hier sehr wohl. Besonders stolz ist man hier allerdings darauf, dass der schon ausgerottet geglaubte Luchs sich in den späten 90ern wieder in der Region ansiedelte. Bis 2010 konnte man über die im Nationalpark angebrachten Fotofallen nur ein einziges Luchsindividuum ausmachen – das Luchsmännchen Klaus. Ab 2011 setzte man ihm weitere Luchsweibchen und -männchen zur Seite. Mittlerweile leben also sechs Luchse im Nationapark Kalkalpen. Gesichert ist ihr Überdauern damit allerdings noch nicht, erklärt uns Ranger Michael Kirchweger. Erst ab 25 Tieren wäre ihr Fortbestand gesichert. Bei der halbtägigen Rangertour „Geheimnis Luchs“ begebt ihr euch auf die Spuren der seltenen Tiere.

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Wir haben übrigens einen Streifzug durch die schönsten Nationalparks Österreichs gemacht. Wenn es euch jetzt raus in die winterliche Natur zieht, verraten wir euch ein paar traumhafte Touren zum Winterwandern.

(c) Beitragsbild | Viktoria Klimpfinger | 1000things