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Toplitzsee

Ein mythenumwobener, tiefschwarzer Gebirgssee

Knapp nach dem Traunursprung, in einer tiefen Felswanne hinterm Grundlsee, eingerahmt von steil abfallenden Ausläufern des Toten Gebirges liegt der Toplitzsee. Wer die Gegend kennt, weiß auch um die vielen Mythen, die sich um den unscheinbaren See ranken.

Ein stilles Wässerchen, aber tief

Dadurch, dass der Toplitzsee in einem Naturschutzgebiet liegt, ist zwar das Baden erlaubt, aber jegliches andere selbstständige Befahren und auch das Tauchen ist verboten. Besonders am Toplitzsee ist das dunkle, häufig tiefschwarz aussehende Wasser das eventuell etwas unheimlich wirkt. Das Seewasser enthält ab einer Tiefe von etwa 20 Metern keinen Sauerstoff mehr und hat dort außerdem durch Solezuflüsse einen erhöhten Salzgehalt. Am Übergang zwischen den zwei unterschiedlich salzhaltigen Wasserschichten kommt es zu einem optischen Phänomen: Es kommt zu einer sogenannten Totalreflexion, was bedeutet, dass reflektierte oder gestreute Lichtstrahlen dort gefangen bleiben. Das sorgt dafür, dass das Wasser schwarz erscheint. Nicht ersichtlich, aber zu erahnen, ist die ungewöhnliche Tiefe des Sees: an der tiefsten Stelle 103 Meter. All das ist dafür verantwortlich, dass sich schon immer Mythen um den kleinen See rankten.

(c) Florian Loitzl

Mülleimer des Dritten Reiches

Ein relativ junges Gerücht hält sich besonders hartnäckig, nämlich, dass Nationalsozialisten in den letzten Kriegstagen 1945 Kisten voller Gold im Toplitzsee versenkt haben sollen. Sogar das verschollene Bernsteinzimmer vermuten manche am Grund des Gebirgssees. Der See wurde 2009 für Taucher auf 99 Jahre gesperrt – wegen seiner Unberechenbarkeit und der Unruhe, die durch individuelle Tauchgänge und Schatzsuchen entstand. Einige Taucher sind auf der Suche schon ertrunken. Auf den paar offiziellen und professionell organisierten Tauchgängen wurden unter anderem gefälschte englische Pfundnoten, gefälschte Briefmarken, Sprengstoff, Waffen und SS-Ausweispapiere gefunden. Für einige Zeit nach dem Krieg trug der Toplitzsee dadurch den Beinamen „Mülleimer des Dritten Reiches“. Sogar der US-Fernsehsender CBS unternahm eine Expedition, fand aber auch nur Pfundnoten.

Zeitungsausschnitte und Meldungen zu den Schatzsuchen (c) Stefan97 | CC BY-SA 4.0

Gold war bisher nie unter den Funden, aber der Mythos um das Nazigold lebt weiter. Was man jedenfalls weiß: Der Toplitzsee war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz geheimer Unterwasserexperimente mit Sprengstoffen und Raketen. Einige der gefundenen Gegenstände und Fotos, die die Tauchgänge dokumentieren, sind im Gasthaus Fischerhütte ausgestellt, das direkt am Seeufer liegt. So steht etwa direkt vor dem Haus eine riesige Seemine.

Frischer Fisch und Seeblick

Ein Stopp in der Fischerhütte lohnt sicher aber nicht nur für geschichtlich Interessierte, sondern auch für Gourmets. Dort bekommt ihr fangfrischen heimischen Fisch serviert, aber auch allerlei Gerichte der regionalen Hausmannskost. Besonders schön ist es natürlich, wenn ihr beim Essen im großzügigen Gastgarten Platz nehmen und während des Essens den Blick auf den See genießen könnt.

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Am Ursprung der Traun

Sehenswert auf eurem Spaziergang am Toplitzsee sind außerdem die beiden Wasserfälle, in welchen sich die oberirdischen See-Zuflüsse Vorder- und Hinterbach ergießen, gespeist aus dem Vorderen Lahngangsee.

(c) Astrid Eder

Eine vollkommene Umrundung des Sees zu Fuß ist nicht möglich, aber ihr könnt euch per Plätte – ein im Salzkammergut traditionelles Gondel-artiges Holzboot – über den See bringen lassen, in Richtung Kammersee. Der Kammersee ist der letzte See der 3-Seen-Kette Grundlsee-Toplitzsee-Kammersee und liegt direkt am Ursprung der Traun. Wenn ihr nicht gerade geübt im Klettern seid und daher den felsigen, steilen Steig bezwingen könnt, der vom Toplitzsee hinüber zum Kammersee führt, erreicht ihr den Mini-Gebirgssee nur mit der Plätte und einem etwa fünfminütigen Spaziergang.

(c) Astrid Eder

Übrigens begegneten sich hier, am Toplitzsee, Erzherzog Johann und Anna Plochl zum ersten Mal. Die Stelle wurde mit einem Gedenkstein markiert. Apropos optisches Phänomen: dergleichen gibt es im Museum der Wahrnehmungen noch mehr. Wenn euch die Kletterpartie zum Kammersee hin noch nicht geheuer ist, könnt ihr euch erst einmal im AlmErlebnispark Teichalm im Kraxeln üben.

(c) Beitragsbild | Florian Loitzl

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