Hallo, Frühling! Wien mit dem Fahrrad

Samstag, 4. März 2017 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Hallo, Frühling! Wien mit dem Fahrrad

Samstag, 4. März 2017 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Ihr habt genug von überfüllten Öffis? Tja, dann ist es höchste Zeit auf das Fahrrad auszuweichen und gleichzeitig dem Winterspeck den Kampf anzusagen. Wiens Radnetz umfasst mittlerweile schon knapp 1300 Kilometer, auf denen es sich hervorragend treten lässt. Das klassische Fortbewegungsmittel wird somit super mit Sightseeing und Bewegung verbunden. Zehn wichtige Fakten rund ums Radfahren in der Bundeshauptstadt findet ihr hier.

von Marie-Dorothée Amenitsch

Also jetzt mal ehrlich: Es gibt wohl nicht vieles, das am Morgen nervenraubender und stressiger ist, als schlaftrunken in einer überfüllten Straßen- oder U-Bahn zu stehen bzw. vielleicht sogar vergeblich auf diese zu warten. Sei es wegen eines Falschparkers oder den zwei Zentimetern Schnee, die das gesamte Öffinetz immer wieder aufs Neue lahmzulegen scheinen. Warum also nicht einmal auf die sportliche Alternative das Fahrrad ausweichen? Hier gibt’s für euch 10 Facts rund ums Fahrradfahren in Wien und somit mehr als nur einen Grund, warum ihr es unbedingt auch selbst versuchen solltet.

Citybike

Ihr habt kein eigenes Bike in Wien? Dieses Argument zählt schon lange nicht mehr als Ausrede, denn es gibt schon seit einigen Jahren das fantastische Angebot der Citybikes. Mit über 120 Stationen verteilt über die ganze Stadt, bieten sie die ideale Option für alle, die die ersten Versuche mit dem „Radl“ in Wien wagen wollen, ohne sich gleich selbst eines zuzulegen. Die Registrierung ist super easy, dauert nur ein paar Minuten und kostet lediglich einen Euro. Die Benutzung selbst ist für die erste Stunde gratis, danach kostet jede angebrochene Stunde ebenfalls einen Euro – ABER: sobald eine Pause von nur 15 Minuten einlegt wird, beginnt die Zeitrechnung von vorne und es bleibt gratis. Mit der dazugehörigen App (erhältlich für alle Betriebssysteme) könnt ihr bereits vorm Losfahren checken, wo die für euch passenden Möglichkeiten für die Rückgabe zu finden sind und ob bzw. wie viele freie Plätze es dort gibt. Wir lieben das Citybike-Angebot, egal, um schnell von A nach B zu kommen oder als Notlösung, falls uns die Bim einmal im Stich lässt oder uns die Nightline vor der Nase davonfährt (aber Achtung, bitte nur nüchtern fahren) – unbedingt versuchen und einen Account anlegen.

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(c) https://instagram.com/damngoodcherrypie

Radflohmarkt

Radfahren ist bereits ein fixer Bestandteil in eurem Alltag? Gut so, falls ihr aber noch nach einem passenden Rad sucht, um dieses euer eigen nennen zu können, legen wir euch dafür den Radflohmarkt im WUK wärmstens ans Herz. Dieser wird jeden ersten Mittwoch im Monat – bei jeder Witterung – von 15-18 Uhr veranstaltet und bietet eine riesige Auswahl an Modellen, Farben und Preisklassen. Auch wenn die Optik euch vielleicht im ersten Moment nicht vom Hocker hauen sollte, die Hauptsache ist doch, dass der technische Zustand des Fahrrads gut ist. Das heißt: Augenmerk solltet ihr besonders auf die Bremsen und das Licht legen und auch die Lenkung darf keine gröberen Probleme aufweisen. Bei der Gestaltung des Fahrrads kann ja dann der eigenen Kreativität freien Lauf gelassen werden und unter dem Suchwort „pimp my bike“ findet ihr online viele tolle Ideen, Tipps und Tricks für die Verschönerung und ganz individuelle Gestaltung eures Drahtesels.

Absperren nicht vergessen!

Ist der perfekte fahrende Wegbegleiter bereits gefunden, müsst ihr jetzt nur noch gut darauf achten, dass dieser auch verlässlich an eurer Seite bleibt. Denn immerhin werden in Wien pro Jahr rund 10.000 Räder gestohlen. Wenn es um ein robustes Schloss geht, solltet ihr also nicht mit den Preisen geizen. Egal in welch maroden Zustand sich euer Rad vielleicht schon befindet – die Raddiebe schrecken auch davor nicht zurück, wie wir leider auch schon selbst schmerzhaft erfahren mussten: plötzlich steht das Rad nicht mehr da, wo man es eigentlich zwei Stunden zuvor noch abgestellt hat. Die Anzeige (hinsichtlich dieser unbedingt immer Fahrgestellnummer etc. notieren, bei Neukauf) ist auch mehr ein reiner Formalitätsakt, da die Aufklärungsrate doch lächerlich gering ist und falls man sein Bike nicht zufällig auf willhaben.at oder durch Zufall auf der Straße wiedersieht, heißt’s wohl: Auf Nimmerwiedersehen. Tipp: Nicht nur den Reifen an der Abstellvorrichtung festmachen sondern am besten den gesamten Rahmen abschließen.

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Radcafés

In Wien gibt es neben zahlreichen klassischen und hippen Fahrradwerkstätten vor allem auch schnuckelige Rad-Cafés – also Fusionsprojekte aus Radfachhandel, Café und Werkstätte – die dazu einladen, eine Pause einzulegen und bei einer Tasse Kaffee auch mit anderen Radliebhabern ins Gespräch zu kommen. Zu diesen zählen zum Beispiel das Radlager (Operngasse 28, 1040), das Block44 (Reindorfgasse 44, 1150) oder auch das Velobis. (Johnstraße 1-3 1140). Die Räder mit reinzunehmen ist hier meist erlaubt, bzw. gibt es eigens angefertigte Abstellmöglichkeiten, womit es anschließend auch sicherlich keine böse Überraschung in Form eines gestohlenen Fahrrads gibt.

Quick stop at #radlagerpalazzo #vienna …

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Off-Road

Wer genug vom Radfahren in der Stadt, dem lästigen Hupen der Autofahrer und roten Ampeln hat, der findet in Wien auch viele Möglichkeiten, um fernab von all der Hektik und dem Verkehr in die Pedale zu treten. Egal, ob auf dem Donaukanal, der Donauinsel, bergauf Richtung Kahlenberg, Höhenstraße oder im Wienerwald – unterschiedliche Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden laden dazu ein, erkundet zu werden und versichern euch spannende (Natur-)Erlebnisse. Nähere Infos zu den unterschiedlichen Strecken könnt ihr hier finden.

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Helm

Wer Hirn hat schützt es! Da es in Österreich ja keine gesetzliche Helmpflicht beim Radfahren gibt ( außer für Kinder), ist es euch natürlich selbst überlassen, ob ihr euch für das Tragen dieses entscheidet oder nicht. Fest steht jedoch, dass dieser den Verletzungsgrad bei möglichen Unfällen wirklich drastisch verbessern kann. Dass Verletzungen hinsichtlich des Straßenverkehrs und der öffentlichen Verkehrsmittel jedoch größeren Umfang annehmen können, als wie wenn es euch im Wald oder kleinen Kuhdörfern „aufzaht“, darf nicht vergessen werden. Wir legen es euch also wärmstens ans Herz, euch einen Helm zuzulegen – immerhin gibt es wirklich schon trendige Modelle, die echt cool aussehen und unserer Meinung zum Radfahren in der Stadt einfach dazugehören und obendrein ein viel besseres und sicheres Gefühl bieten. Ein absoluter Hingucker ist außerdem der Goldene Fahrradhelm, den es im Shop des Kunsthistorischen Museums zu ergattern gibt.

Radparade

Um die Vorzüge des Radfahrens auch im Bezug auf Umweltschutz etc. zu promoten, gibt es in Wien jährlich die RADpaRADe, die anlässlich des Argus Bike Festival (1.-2. April) am Rathausplatz stattfindet. Hierfür wird der Ring für die Radfahrer gesperrt und es herrscht ausgelassenes Treiben für Jung und Alt. Seit letztem Jahr gibt es außerdem erneut den Aufruf, sich als Superheld verkleidet aufs Rad zu schwingen und Wien zu umrunden. Gestartet wird am Sonntag, 2. April um 11 Uhr und die Strecke verläuft vom Burgtheater über den Schottenring zum Praterstraße, weiter rund um den Praterstern und über die Praterstraße retour Richtung Ring und Burgtheater. Gute Laune und super Atmosphäre ist garantiert und vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall. Hier geht’s zum Facebook-Event. 

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(c) facebook / RADpaRADe

Patschen?

Die Luft im Reifen hat sich plötzlich verabschiedet, der Reifen ist platt und ihr habt selbst keine Pumpe dabei? Nicht verzagen, denn auf zahlreichen öffentlichen Plätzen gibt es mittlerweile frei zugängliche Luftpumpen, die euch zur Verfügung stehen. Diese findet ihr zum Beispiel beim Westbahnhof, am Karlsplatz, bei der Hauptuniversität, bei der Station Längenfeldgasse und am Urban-Loritz-Platz etc. Eine elektrische Fahrradpumpe, die unentgeltlich benutzt werden kann, gibt’s außerdem bei der Radsation am Hauptbahnhof. Dort hat man außerdem die Möglichkeit sein Rad in drei abgeschlossenen Parkbereichen auf Doppelstock-Radständern abzustellen. Der Servicepoint der Radstation ist von Montag bis Freitag von 5:30 bis 20:30 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 6 bis 20 Uhr.

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Regeln

Ganz nach dem Motto „Safety first!“, gibt’s natürlich auch beim Radfahren im Wien so einiges zu beachten und vor allem die StVO einzuhalten. Klar haben wir es alle oft eilig und eine schon blinkende Ampel lädt dazu ein, noch schnell die Straße zu kreuzen, oder in der Nacht, wenn nichts los ist, liegt es vielleicht nahe, die rote Ampel ausnahmsweise zu ignorieren. Aber aufgepasst, das kann richtig teuer (bis zu 80€) werden. Weil es aber dennoch oft viele Unklarheiten und Fragen gibt wie „Darf ich die Busspur benützen?“ – „Ist es erlaubt bei einer stehenden Autokolonne mit dem Rad rechts vorbeizufahren?“, gibt’s auf der Seite von „Fahrrad Wien“ hier ein super Quiz für euch – unbedingt probieren und euer Wissen unter Beweis stellen und euch gleich anschließend die Fahrradfibel mit den wichtigsten Infos sichern.

#Vienna #cycling #fun #fahrradwien #lovecycling #igersvienna #bicycle 🚴😁

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Healthy Lifestyle und grenzenlose Freiheit

Last but not least müsst ihr unbedingt Folgendes bedenken: Das Radfahren erspart euch im Alltag wirklich viel Zeit – kein lästiges Warten auf die Öffis, kein Umsteigen, kein Rolltreppefahren, kein Angehustetwerden und kein Hin- und Hergeschubse zur Rush Hour. Mit dem Rad seid ihr Herr eures eigenen Zeitmanagements und selbst wenn sich ein Stau ergeben sollte, ist man mit dem Rad immer schnell daran vorbei und kann eine andere Alternativroute finden. Weiters bringt euch das Radfahren in Wien ganz bestimmt eine Horizonterweiterung bezüglich der Orientierung, weil man vor der Notwendigkeit steht, auch mal neue und andere Wege zu versuchen. Außerdem darf auf keinen Fall der  „Knackpo-Effekt“ vergessen werden, den es durch das regelmäßige in die Pedale steigen sicherlich gibt. In diesem Sinne: „Jo, wir san mim Radl da….!“, ab auf’s Bike und viel Vergnügen!

#cycling #Vienna #monday #igersvienna #donaukanal

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Da das Radfahren auch perfekt für eine Citytour ist, haben wir hier für euch noch eine Übersicht über tolle Cafés und Second Hand-Läden, die ihr unbedingt besuchen solltet! Für alle, die zwar auf das Fahrrad verzichten, dafür aber die Laufschuhe bevorzugen, haben wir hier außerdem eine tolle Übersicht über die besten Lauf-Routen, viel Spaß!

Alle, die gerne mehr Tipps für Wien erhalten wollen sei unser WhatsApp Service ans Herz gelegt, wie ihr euch anmeldet findet ihr hier.

 

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