End of summer blues

Wie wir den End-of-Summer-Blues bekämpfen

Sonntag, 8. September 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Wie wir den End-of-Summer-Blues bekämpfen

Sonntag, 8. September 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Jede Jahreszeit hat etwas für sich. Doch der Abschied vom Sommer tut jedes Jahr besonders weh. Wir haben uns überlegt, wie ihr den Abschiedsschmerz von langen Nächten, grillen im Freien und planschen mit euren Liebsten am besten überwindet. Es wird nicht leicht – weil leicht hat’s einen.

von Viktoria Klimpfinger

Wäre jede Jahreszeit eine Sportart, wäre der Sommer höchstwahrscheinlich ein Sprint. Da schließt man einmal kurz die Augen, nimmt vorsichtig am kühlen Spritzwein, und schon ist die heiße Jahreszeit mit vollem Karacho durch die Zielgerade gedonnert. Und wiedermal haben wir’s erst bei der Siegerehrung wirklich realisiert. Die ersten Septembertage gehen ins Land und tauchen schlagartig alles um uns herum in Sepia. Plötzlich sind die Blätter bunt, plötzlich ist das Wasser zu kalt zum Baden und plötzlich ist es um 21 Uhr bereits längst stockdunkel. Dass einen das in wehmütige Mieselstimmung stürzt, ist nur verständlich. Doch streift man in diesen Tagen durch die sozialen Medien, beschleicht einen das Gefühl, dass der End-of-Summer-Blues nicht nur das leise Trauern um die unbeschwerten Sommertage ist, sondern fast schon etwas von Memento mori hat: Nichts bleibt, alles vergeht, auch wir. Ja, ja, alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Oder eigentlich drei, wenn man sie aufisst. Aber wir schweifen ab. Jedenfalls wollen wir etwas gegen die Wir-werden-alle-sterben-Stimmung am Ende des Sommers unternehmen und haben uns überlegt, wie wir den Sommerende-Blues am besten bekämpfen.

Sonnenuntergänge inhalieren

Zugegeben: Sonnenuntergänge sind wahrscheinlich so etwas wie kleine Sommerenden jeden Tag, was jetzt nicht unbedingt wie ein Stimmungsaufheller daherkommt. Aber gibt es etwas Idyllischeres (und vielleicht auch Kitschigeres), als der Abendsonne langsam beim Absteigen zuzusehen? Für uns ist das jedenfalls Sommerfeeling pur. Also schnappt euch ein paar kuschelige Decken, nistet euch auf einem der erhöhten Aussichtsplätze über Wien ein oder klettert auf einen der Berge, von denen man einen besonders schönen Blick hat, und tut noch ein paar letzte Male so, als wäre es halb zehn im Juli und nicht halb acht im September. Manchmal ist Verdrängung eben doch die beste Taktik.

Spotify Playlist März 2019

(c) Marie Amenitsch | 1000things.at

Ein paar letzte Male schwimmen gehen

Nur weil die Schulferien vorbeigehen, die Hitze nachlässt und die automatischen Antwortmails wegen Urlaubs wieder abnehmen, heißt das nicht, dass wir uns sofort in Schal und Jacke mummen und Glühwein schlürfen müssen. Zum Glück gibt’s ja die Übergangszeit; an schönen Tagen das Beste aus beiden Welten. Die Wiener Schwimmbäder haben etwa noch bis 15. September 2019 geöffnet, der Badespaß ist also noch nicht ganz passé. Alle, die sich noch nicht vom Sommer trennen wollen, müssen es also auch noch gar nicht. Packt ein letztes Mal die Badehosen ein, nehmt euer kleines Schwesterlein oder wen ihr sonst noch voller Nostalgie im Pool dümpeln wollt, und ab ins Schwimmbad!

Eis, Baby, das ganze Jahr über

Eis ist das Wundermittel für so ziemlich alles: Mandeloperationen, Liebeskummer und natürlich sommerlichen Trennungsschmerz. Und auch wenn die Hochsaison des Speiseeises langsam ihre Läden schließt, gilt dasselbe glücklicher Weise nicht für alle Eissalons. Gleich drei unserer liebsten Locations haben das ganze Jahr über geöffnet: Veganista, Eis Greissler und Gelateria La Romana. Sommerfeeling im Stanitzel geht also zu jeder Jahreszeit.

Im Schanigarten sitzen

Eine der schönsten Dinge am Sommer ist für uns das Draußensitzen. Ob am Donaukanal oder im Burggarten, auf der Wiese oder am aufgeheizten Beton – ganz Wien wird zum Schanigarten. Da aber eine alte Bauernregel besagt, dass man nur in Monaten ohne „R“ im Namen schutzlos in der Wiese sitzen sollte, weil man sonst krank würde, verziehen wir uns ab September dann doch lieber in die regulären Schanigärten. An warmen Herbstabenden könnte man da fast meinen, man ist immer noch im Sommerurlaub. Schön! Besonders im September solltet ihr daher noch jede Gelegenheit zum Draußensitzen nützen, die sich euch bietet. Denn unser Liebling etwa – ja, das heißt so – schließt seinen Outdoorbereich in der Zollergasse mit Ende des Monats. Aber keine Sorge, Stress braucht ihr jetzt keinen entwickeln. Offiziell dauert die Schanigarten-Saison nämlich noch bis 30. November.

Wir starten in den letzten Schanigartenmonat ☀️ und verlosen ein Frühstück für 2 Personen. Einfach den Post liken und eure Begleitung als Kommentar verlinken. #cafeliebling

Gepostet von Liebling am Mittwoch, 4. September 2019

Den nächsten Sommerurlaub planen

Wenn euch der Blues trotz warmer Herbsttage überrollt, seid versichert: Der nächste Sommer kommt bestimmt! Warum aber warten? Statt sehnsüchtig die 73 Tage zu zählen, die euch von der Hitze im kommenden trennen, plant lieber gleich voraus. Nichts spricht dagegen, sich jetzt schon mal genau zu überlegen, wo ihr euren nächsten Sommer verbringen wollt. Soll’s diesmal auf die Malediven gehen oder doch lieber ins Ötztal? Das hat zwei Vorteile: Zum einen wird die Trauer um Vergangenes durch die Vorfreude auf Künftiges ersetzt, zum anderen könnt ihr so weit im Voraus noch ziemlich günstige Angebote abstauben.

In Serien reinkippen

Sollte euch das trübe Herbstwetter doch mal gewaltig die eingeredete Sommerstimmung verhageln, gibt es zum Glück einen Lichtblick: die Flimmerkiste. Gerade im Herbst laufen nämlich auf Netflix viele neue Serien und Staffeln an. Kuschelt man sich vor dem Fernseher ein und bingewatcht einen Tag lang die vierte Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „Stranger Things“, die zehnte Staffel von „The Walking Dead“ oder die siebte Staffel von „The Blacklist“, hat man nicht viel Zeit für den End-of-Summer-Blues. Am Ende des Tages habt ihr euch vielleicht ein wenig wundgelegen, aber dafür heißt es dann nur mehr: „Sommer wer?“

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Vorfreude auf den Herbst

Schließlich überwindet man Trennungsschmerz aber am schnellsten mit einer neuen Liebe. Und an den goldenen Herbst in Wien kann man unserer Meinung nach ebenso gut das Herz verlieren wie an den prächtigen Sommer. Statt also um ihn zu trauern, konzentrieren wir uns lieber voller Vorfreude auf das Herbstprogramm. Und das lässt bekanntlich nichts zu wünschen übrig: Kürbiscremesuppe, Maroni, Laubhaufen, der Geruch, wenn jemand mit Holz einheizt, Kastanienfiguren – die Liste der Herbstklassiker hat praktisch kein Ende. Also gibt’s eigentlich keinen Grund, dem Sommer-Sonne-Sonnenschein nachzutrauern. Wir blicken lieber nach vorn – und ins Sturm-Glas!

Sturm Österreich

(c) Pixabay

Apropos Sturm: Wir haben ein paar nützliche Infos und Tipps rund um unser liebstes Herbstgetränk gesammelt. Was ihr das ganze Jahr über in Österreich anstellen könnt, verraten euch unsere To Dos.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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