Herbststimmung Österreich

So bringen wir uns in Herbststimmung

Freitag, 7. September 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

So bringen wir uns in Herbststimmung

Freitag, 7. September 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Der Sommer ist vorbei und der Winter steht mit triefenden Moonboots vor der Tür. Was dazwischen liegt, rauscht meistens mit fallenden Blättern an uns vorbei. Aber nicht dieses Jahr! Wir haben uns vorgenommen, uns endlich einmal rechtzeitig in Herbststimmung zu bringen. Wie? Das erfahrt ihr hier.

von Viktoria Klimpfinger

Wir lieben den Herbst. Und den Frühling. Okay, und Sommer und Winter auch. Jede Jahreszeit hat eben ihren ganz eigenen Charme. Leider rauscht gerade der Herbst oft so schnell an uns vorbei, dass wir gerade noch am Kürbisschnitzen sind, wenn schon der erste Schnee fällt. Doch nicht in diesem Jahr! Heuer wollen wir uns endlich rechtzeitig in Herbststimmung bringen, damit wir das fallende Laub und die brutzelnden Maroni ausgiebig genießen können, bevor uns der Winter die Tour verschneit.

In Laubhaufen hüpfen

Wenn wir an Herbst denken, kommt uns als Allererstes buntes Laub in den Sinn. Manchmal beschleicht uns am Ende des Sommers, wenn die Sonnenblumen ihre Köpfchen schon längst hängen lassen, fast das Gefühl, dass irgendein verrückter Wettermacher über Nacht alle Blätter angepinselt hat. Doch bevor wir es bemerken, rückt er auch schon wieder aus und reißt sie alle ab. Damit wir dieses Jahr nicht schon wieder den erdigen Blättergeruch und die kitschige Farbenpracht verpassen, gehen wir ab sofort spazieren als gäb’s kein Morgen mehr – für unsere Wadeln.

Aber wir würden unseren Job nicht besonders gewissenhaft machen, wenn das einzige Fazit dazu wäre: Geht doch einfach raus, ihr Faultierchen! Nein, nein, hier geht’s immerhin ums Laub, also: Geht Buchen suchen, nicht Fichten sichten! Alle, die jetzt gelacht haben, sollten ohnehin dringend an die frische Luft. Ein schöner Spot, um den Blättern beim Sterben zuzusehen, ist etwa die Ysperklamm, die 2017 bei der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“ für Niederösterreich ins Rennen ging um den schönsten Ort Österreichs. Im Herbst rauscht die Ysper sanft durch den farbentragenden Laubwald. Am Blog findet ihr außerdem noch weitere traumhafte Herbstwanderungen in ganz Österreich.

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Kastanien malträtieren

Spätestens wenn uns die erste vom Baum purzelnde Kastanie eine unwirsche Kopfnuss verpasst, wissen wir: Der Sommer ist vorbei. Doch bevor wir tieftraurig unsere Bikinis verbrennen, erinnern wir uns, wie viel Spaß das Kastaniensammeln uns als Kinder gemacht hat. Besonders groß war das Erfolgserlebnis, wenn die grüne Stachelschale zwar am Boden lag, aber noch nicht aufgeploppt war. Steigt man dann mit dem Fuß drauf, schiebt sich eine frisch geschlüpfte Kastanie ans Licht. Vielleicht liegt es an unserer morbiden Ader oder daran, dass wir uns im Herbst oft unserer Sterblichkeit bewusst werden, aber sehr stimmungsvoll ist das Kastaniensammeln übrigens am Wiener Zentralfriedhof. Oder auf der Prater Hauptallee, für alle, die zu große Angst vor einer Zombieapokalypse haben.

Das Sammeln an sich hätte uns als Kinder zwar schon als Nachmittagsbeschäftigung gereicht, aber als Sprösslinge der Leistungsgesellschaft wurde uns schon früh eingetrichtert, dass nur Wert hat, was auch Sinn macht. Und nur sammeln um des Sammelns Willen hat zugegeben wenig Nutzen. Also hauchen wir den Unmengen gesammelter Baumbemmerln Sinn ein, indem wir sie zu stümperhaften Kastanienskulpturen weiterverarbeiten. Die kann man Freunden und Familie wenigstens mit leicht entrücktem Lächeln und sanfter Stimme aufs Aug’ drücken mit den Worten, die zu jedem Anlass wirken wie Kritikteflon: „Hier, hab’ ich extra für dich gemacht.“ Wie man aus Kastanien etwas zaubern kann, das von Giraffe bis Hund bis verdorbener Eiersalat so ziemlich alles sein könnte? Easy: Man durchbohre die Kastanien an den gewünschten Stellen und setze sie mittels Zahnstochern zu einem hübschen Giraffen-Hund-Eiersalat zusammen. Wenn ihr keine Bohrmaschine besitzt oder euch eure handwerklich offenbar aktiveren Freunde mit ihrem Werkzeug nicht trauen, könnt ihr es auch einfach mit superstarkem Kleber versuchen.

Den Bastler in sich entdecken

Das ungelenke Fuhrwerken mit dem Werkzeug bringt uns auch schon zum nächsten Punkt, der uns den goldenen Herbst ins Wohnzimmer bringt: basteln! Es macht den Rückzug in die Wohnung um einiges erträglicher und bringt uns runter vom Alltagsstress, während draußen der Schnürlregen die kalte Jahreszeit ankündigt. Für alle, die – aus welchen Gründen auch immer – keine schweren Maschinen bedienen dürfen, ist vielleicht das Laubtrocknen eine willkommene Alternative. Wie es funktioniert? Ihr trocknet Laub, nanonanet. Besonders gut funktioniert’s aber, wenn ihr euer Lieblingsblatt nehmt und es zwischen zwei Bücherstapeln presst. Für alle wahren Heimwerker-Kings und –Queens da draußen, die es doch rougher mögen, haben wir am Blog ein paar DIY-Tipps, mit denen ihr eure Wohnung aufpeppen könnt. Nestbauen ist ja auch so eine Übergangszeit-Sache.

Maroni aus der Tonne essen…

Vertschüsst sich die Hitze, kündigt sich bekanntlich ein alter Widersacher an: der Guster. Und nichts schmeckt wahrscheinlich so nach Herbst wie Maroni aus der Tonne. Am allerbesten schmecken die gerösteten Edelkastanien aber vermutlich am Kastanienfest in Unterach am Attersee (20.-21.10.2018). An verschiedenen Ständen versorgt man euch mit Maroni-basierten Spezialitäten. Außerdem gibt’s nicht nur was auf den Teller, sondern dank musikalischer Untermalung auch was auf die Ohren. Der Edelkastanienwald hier ist übrigens der einzige nördlich der Alpen, dessen Edelkastanien die volle Reife erlangen. Der Eintritt zum Kastanienfest ist frei.

Hier seht ihr, wie’s beim Kastanienfest in der Schweiz zugeht:

…und Kürbissuppe schlürfen

Wenn es ums Schlemmen im Herbst geht, dann kommen wir auf keinen Fall um den Kürbis herum. Und bei der alljährigen österreichischen Staatsmeisterschaft um den größten Kürbis ist das durchaus wörtlich zu nehmen: Um den 693 Kilo schweren Gewinnerkürbis des Niederösterreichers Friedrich Melka aus dem Vorjahr würden wir wohl nur schwer die Arme herumbekommen. Dieses Jahr heißt es am 6. Oktober im DER GARTEN TULLN wieder „Big is beautiful“. Abseits übergewichtiger Kürbisse gibt’s natürlich jede Menge kulinarische Verpflegung rund um die orange Erdfrucht, einen Stand zum Kürbis bemalen und sogar einen Schönheitswettbewerb um den schönsten Kürbis. Also brezelt eure Halloween-Laternen in spe gehörig auf und nichts wie hin!

Die Öfen anwerfen

Aber auch zuhause ist es vor allem der Appetit, der uns in Herbststimmung bringt. Immerhin duftet nichts so heimelig und gemütlich wie erhitztes Hüftgold im Backofen. Egal ob ihr Omis Gugelhupf versucht nachzubacken oder euch Cookies mit „extra viel Liebe“ gönnt – eine ausgiebige Backsession hat noch niemandem geschadet. Außer vielleicht euren Cholesterinwerten. Wie weit ihr die in die Höhe treiben könnt, könnt ihr etwa mit unseren Lieblingsmehlspeisen für den Spätsommer austesten.

Der All-Time-Favourite: Apfelkuchen!

Apfelkuchen backen Rezept

Den Schilcher-Stand stürmen

Doch dass wir’s im Herbst gerne gemütlich angehen, heißt nicht, dass wir nicht trotzdem gelegentlich das Weinglas schaukeln. Denn auch dafür ist die Übergangszeit prädestiniert. Sturm und Schilcher sind als alkoholische Äquivalent zu Kürbis und Maroni. Und sie alle treffen beim Schilcher Weinfest in Deutschlandsberg (21.-23.9.2018) g’schmackig aufeinander. Wie der Name schon vermuten lässt, ist natürlich der wangenrötende, Zungen lähmende Schilcher Star des Fests. Aber auch Sturm a.k.a. frühreifer Wein und regionale Schmankerln bringen die Geschmacksknospen zum Blühen. Also Herbst auf dem Teller, Frühling im Mund quasi.

Mit der Teetasse kuscheln

Auch antialkoholisch könnt ihr euch flüssig auf den Herbst einstimmen. Wie wär’s mal wieder mit einer gepflegten Tasse Tee und einem guten Buch? Bei der anhaltenden Sommerhitze hätten wir fast schon vergessen, wie gut das neugierige erste Nippen am aufgebrühten Teebeutel tut – und wie sehr die Erkenntnis jedes Mal aufs Neue schmerzt, dass das Wasser noch zu heiß ist.

Tea burn

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Besonders gut Teetrinken lässt’s sich übrigens in Graz bei „Omas Teekanne„. In gemütlichem Vintage-Ambiente schwimmt man hier in unterschiedlichsten, auch ausgefallenen Teesorten. Ab und zu veranstalten die Betreiberinnen sogar einen klassischen Fünf-Uhr-Tee. Nächster Termin: 13. September 2018. 

Sich gruseln bis Halloween

Und weil ihr ja ohnehin schon mit eurem Teehäferl im Kuschelmodus seid, könnt ihr das herbstliche Gekuschle auch gleich mit ein bisschen Grusel verbinden. Selten wissen wir unsere Bettdecke so sehr zu schätzen wie wenn wir sie uns über den Kopf ziehen, bevor Freddie Krüger in die Kamera winkt. Unser Horrortipp für den Herbst: „Hush“ von Mike Flanagan. Die taubstumme Schriftstellerin hat sich für ein paar Tage in ein einsames Haus im Wald zurückgezogen. Doch sie ist längst nicht allein – muhahaha. Ja, uns ist klar, dass wir damit die Handlung von fast jedem zweiten Horrorfilm beschrieben haben. Und das Setting im Wald ist auch kein Alleinstellungsmerkmal. Aber wenigstens ist es ein Mischwald – das ist schon ziemlich herbstlich.

Auch das gehört schließlich zum Herbst dazu: Er ist nicht nur golden und farbprächtig, riecht nicht nur nach Maroni und Laub, sondern lässt auch die Nebelschwaden übers Land ziehen und lockt düstere Geschichten ans Licht. Doch mal ehrlich: Ein bisschen gruseln tun wir uns ja gerne. Und wem hat das je geschadet? Außer natürlich sämtlichen kreischenden Hauptfiguren aller Horrorfilme.

Scared

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Wenn ihr jetzt noch immer nicht in Herbststimmung seid, schaut ihr euch am besten unsere 10 Dinge genauer an, die man im Herbst in Österreich machen muss. Oder ihr lasst euch einfach von unseren To Do’s inspirieren.

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