Buchtipps aus der 1000things Redaktion

Montag, 17. Dezember 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Buchtipps aus der 1000things Redaktion

Montag, 17. Dezember 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Egal ob ihr noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen bibliophilen Menschen seid, oder selbst noch nach Lesestoff für die freien Tage sucht, wir haben für euch Buchtipps aus der 1000things Redaktion zusammengestellt. Bunt und vielfältig wie die Menschen in unserem Büro es sind, ist auch unsere Leseliste und von Krimi bis zur Liebesromanze ist aus den verschiedensten Genres etwas dabei.

von 1000things Redaktion

Es folgen die Buchtipps aus der 1000things Redaktion, die euch hoffentlich fesselnde Lesemomente garantieren!

Ein Winter in Wien –  Petra Hartlieb

Ein Winter in Wien – passender könnte der Titel eines Romanes für die momentane Jahreszeit wohl gar nicht sein. Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Marie, die um 1910 als Kindermädchen im Cottage-Viertel im 18. Bezirk bei einem berühmten Dichter (um wen es sich hier handelt, könnten wahre Wienkundige anhand der Zeit und der Umgebung vielleicht erahnen) arbeitet. Als sie an einem Wintertag zur nahegelegenen Buchhandlung geschickt wird, begegnet sie dem charmanten Buchhändler Oskar, dem das junge Fräulein fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Der Roman entführt in das tiefwinterliche, verschneite Wien des 20. Jahrhunderts, verzaubert mit der wunderschönen historischen Liebesgeschichte und macht durch den metaphorischen, poetischen Sprachstil die Vergangenheit fast schon greifbar. Gut zu wissen, dass es mit „Wenn es Frühling wird in Wien“ bereits eine Fortsetzung der berührenden Liebesgeschichte gibt. Absolute Leseempfehlung!

Krokodilwächter – Katrine Engberg

Krimifans unter euch ist der Kopenhagen-Thriller Krokodilwächter ans Herz zu legen, der einmal mehr beweist, dass man im Hohen Norden ein ganz besonderes Gespür dafür hat, Gänsehaut-Szenarien zu entwerfen: Erstochen und von Schnitten gezeichnet, wird Julie in ihrer eigenen Wohnung gefunden. Gerade erst war Julie nach Kopenhagen gezogen, um Literatur zu studieren. Ihre Hinrichtung erschüttert nicht nur die anderen Hausbewohner, sondern wirft auch beim Ermittlerduo Jeppe Kørner und Anette Werner viele Fragen auf. Als bei Julies Vermieterin plötzlich ein Manuskript auftaucht, in dem ein ähnlicher Mord geschildert wird, glauben die beiden, der Aufklärung nahe zu sein. Denkste!

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – Bronnie Ware

Wie jedes Mal um diese Zeit herum lässt man das alte Jahr nochmal rekapitulieren. Es steht so gut wie immer etwas auf der To-do Liste, das man aus dem alten in das neue Jahr überführen, verändern oder anfangen möchte. Unser Alltag ist geprägt von Hektik und Zeitressourcenoptimierung. Wie gut, dass dieses Buch es schafft, uns einmal zum Aufatmen zu bringen. Bronnie Ware ist eine ehemalige Krankenpflegerin, die ihre Eindrücke und Gespräche mit sterbenden Menschen im Laufe der Jahre gesammelt und aufgeschrieben hat. Entschleunigung ist vorprogrammiert. Sie zeigt auf, was wirklich wichtig ist im Leben. Einige esoterische Passagen sind für meinen Geschmack zu viel, aber im Allgemeinen ist es ein interessantes Buch, dass definitiv zum Nachdenken anregt. 

Das Phantom des Alexander Wolf – Gaito Gasdanow

„Von allen meinen Erinnerungen, von all den unzähligen Empfindungen meines Lebens war die bedrückendste die Erinnerung an den einzigen Mord, den ich begangen habe.“ Ein tragisches Erlebnis von einem ehemaligen Weißgardisten in Russlands Bürgerkrieg, ein Schuss und ein weißes Pferd. Viele Jahre nach diesem Erlebnis findet der Protagonist, schon lange im Pariser Exil lebend, den Vorfall bis ins kleinste Detail beschrieben in einem Buch wieder. Er begibt sich auf eine faszinierende Suche nach dem Verfasser.
Der Autor Gaito Gasdanow wird dank seiner Beschreibungen mit existenzialistisch Prägung gerne als ein „russischer Camus“ betitelt und gilt als einer der wichtigsten russischen Exilautoren. Mit dem Phantom des Alexander Wolf beschert er uns Gänsehaut und ein wundervolles, kurzweiliges Buch. 

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Potterheads und Magie-Fans aufgepasst: Autorin J. K. Rowling meldet sich mit einem weiteren Buch aus dem Potter-Universum zurück. Die Rede ist vom zweiten Teil der Phantastische-Tierwesen-Reihe. Der zugehörige Film feierte bereits am 8. November 2018 Weltpremiere. Seit Anfang Dezember ist auch die deutsche Fassung des Buches erhältlich. Und obwohl oder vielleicht sogar weil das Buch ausschließlich im Drehbuchformat erhältlich ist, verfällt man schon in den ersten Zeilen wieder direkt dem magischen Charme der Hexen, Zauberer und Muggel. Die Fortsetzung des ersten Teils „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ spielt übrigens – ganz wie sein Vorgänger – in einer Zeit lange vor Harry Potter. Und trotzdem ist die Magie allgegenwärtig. Denn der mächtige, dunkle Zauberer Gellert Grindelwald treibt hier sein Unwesen – mit Konsequenzen, die sich noch bis in die Harry-Potter-Ära ziehen sollen.

Weiße Nächte – Fjodor Dostojewksi

Die russische Literatur steht schon lange auf eurer Lese-Liste, aber an einen Seitenprügel wie „Krieg und Frieden“ traut ihr euch doch nicht recht heran? Wir haben das perfekte Einstiegsbuch für euch: Fjodor Dostojewskis „Weiße Nächte“ ist eine kurze Novelle, die sich an einem Nachmittag zwischen Kekse-Backen und Tee-Schlürfen problemlos unterbringen lässt. Doch sie ist nicht nur süffig zu lesen, sondern geht sowohl sprachlich als auch inhaltlich unter die Haut. Die Geschichte ist so simpel wie fragil: Das Ich ist ein einsamer Träumer, der nachts durch St. Petersburg streift. Er schildert mit kindlich-freundlichem Auge, fast schon naiv, beinahe romantisch. Eines Nachts trifft er die 17-jährige Nastenka. Sie weint und er tröstet sie, woraus sich in den folgenden Nächten eine Freundschaft entwickelt – und schließlich auch so etwas wie Liebe. Doch es ist die alte Misere: Nastenka hat ihr Herz schon an einen anderen verloren, der für ein Jahr nach Moskau gegangen war, um Geld für ihre gemeinsame Zukunft zu verdienen. Was passiert, als er zurückkommt, lest ihr am besten selbst.

Alle Toten fliegen hoch – Joachim Meyerhoff

Dass Joachim Meyerhoff nicht nur ein sagenhafter Schauspieler ist, sondern auch ein pointensicherer Schreiber, hat er bereits mit mehreren Büchern bewiesen. Besonders hat er unsere Lachmuskeln allerdings mit seinem Debütroman Alle Toten fliegen hoch strapaziert. Er schildert – stark autobiographisch geprägt – den Aufbruch seines jugendlichen Helden in die große, weite Welt. In die USA, um genauer zu sein. Denn er bewirbt sich für einen Platz bei einer amerikanischen Gastfamilie. Vom Bewerbungsverfahren in Hamburg bis zum zaghaften Fuß fassen in den Staaten fühlt man jede Peinlichkeit, jede Unsicherheit, jede schräge Reaktion des Jugendlichen mit – auch bei Situationen, die so einmalig wie grotesk sind. Als wäre man es selbst gewesen, der bei einem Schulausflug mit seiner Lederhose in einer Rutsche stecken geblieben ist.

Meyerhoff liest aus seinem Roman

Die Spionin – Paolo Coelho

Historische Romane sind Pforten zum jeweiligen Stück Geschichte: Man kommt gar nicht umhin, das Buch ab und an beiseite zu legen und für ein paar Minuten in eigener Recherche zu den Figuren der jeweiligen Zeit und den Schauplätzen der Geschehnisse zu versinken. Durch die Dialoge der Figuren und die Beschreibungen der Szenerie manifestiert sich in der Vorstellung der Leser ein Stück Geschichte. Paolo Coelhos Die Spionin dreht sich um Mata Hari, die extravagante Gesellschaftsdame des 20. Jahrhunderts. Coelho nimmt einem die Entscheidung ab, ob man das Ende zuerst lesen, oder sich brav von vorne bis hinten durcharbeiten soll. Das Buch beginnt mit der Schilderung der Hinrichtung Mata Haris wegen Spionage für Deutschland im Ersten Weltkrieg. Wie die Geschichte ausgeht, ist also klar. Aber wie es dazu kam, das erzählt die vermeintliche Spionin selbst in einem langen Brief an ihren Anwalt. Sie schreibt ihn in ihrer Gefängniszelle, in der letzten Woche vor ihrer Hinrichtung, während sie auf die Entscheidung des französischen Präsidenten über ihr Gnadengesuch wartet.

Lasst euch von unseren Buchtipps fesseln und taucht in eine andere Welt, abseits von Keksen, Familienfeiern und Silvesterplänen ab. Wenn ihr zwischen dem einen oder andern Buch mal Lust auf Gesellschaft habt, dann haben wir hier ein paar Klassiker für einen gemütlichen Spieleabend für euch.

Für noch mehr Tipps solltet ihr unseren WhatsApp Service nützen, hier findet ihr eine genaue Anleitung.

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