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6 spektakuläre Höhenwanderwege in Tirol

Donnerstag, 6. August 2020 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

6 spektakuläre Höhenwanderwege in Tirol

Donnerstag, 6. August 2020 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Vom Gipfel aus ins Tal schauen und Aug‘ in Aug‘ mit ebenbürtig hohen, schroffen Felsen stehen, würden wir wahrscheinlich alle gerne. Aber der Weg dahin bedeutet schon einige Strapazen. Aber die kann man schon mal auf bekömmliche Etappen verteilen, was natürlich alles leichter macht.

von Tabea Widmann

Für diejenigen unter euch, die zwar gerne in den Bergen sind und sich auch sportlich betätigen, aber sich nicht vollkommen verausgaben möchten, haben wir ein paar schöne Höhenwanderwege inmitten des Naturparadieses Tirol gefunden.

Stubaier Höhenweg

Der in sieben Etappen aufgeteilte Stubaier Höhenweg zählt zu den schönsten in ganz Österreich. Er ist wunderbar geeignet für alle unter euch, die täglich nur einen Abschnitt gehen möchten, am Ende dann aber auf eine ordentliche Tour zurückblicken können wollen. Am Ende jeder Etappe befindet sich eine bewirtschaftete Hütte, in die ihr einkehren und in der ihr übernachten könnt. Ihr könnt aber auch nach jedem Abschnitt ins Tal hinunter wandern und die Tour ein anderes Mal oder an einer anderen Stelle fortsetzen.
So lässt sich der Höhenweg ein Stück weit an eure Möglichkeiten und Präferenzen anpassen. Insgesamt ist er jedoch nichts für Anfänger oder Menschen mit Höhenangst. Phasenweise verwandelt sich der Weg nämlich in einen leichten Klettersteig. Zudem müsst ihr gleich einmal einige Muskelkraft aufwenden, um den Startpunkt des Höhenweges zu erreichen.

Da man ihn von beiden Seiten begehen kann, hat man die Möglichkeit von der Innsbrucker oder der Starkenburger Hütte anzufangen. Von Neustift können beispielsweise beide Hütten erreicht werden, wobei ihr zur Starkenburger Hütte nur zu Fuß gelangt und gleich einen ordentlichen Anstieg bezwingen müsst. Das erste Stück auf dem Weg zur Innsbrucker Hütte fahrt ihr mit der Gondel. Wenn möglich solltet ihr euch den fünften Abschnitt nicht entgehen lassen, der aufgrund der herrlichen Landschaft samt sattgrünen Wiesen und rauschenden Bächen einer der schönsten dieses Höhenweges ist. Die siebte und letzte Etappe hat zurecht den Ruf, besonders anspruchsvoll zu sein. Hier müsst ihr drei Anstiege bewältigen. Ihr solltet für diesen Abschnitt schon mal mit sechs bis sieben Stunden Gehzeit rechnen. Aber seid ihr erst einmal oben, belohnt euch die herrliche Aussicht definitiv für eure Anstrengungen und der Lautersee bietet Erfrischung!

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Karwendel Höhenweg

Auf diesem Höhenwanderweg geht ihr auf Tuchfühlung mit all den unterschiedlichen Facetten des atemberaubenden Karwendelgebirges und wandert durch Latschenfelder, über karges Gestein und vorbei an rauschenden Bächen. Wahrscheinlich ist diese Weitwanderung deshalb eine der schönsten ganz Österreichs. Der Ausgangs- sowie der Endpunkt sind beide gut öffentlich angebunden. Falls ihr euch danach also sofort ins nächste Abenteuer stürzen wollt, kein Problem. Mit dem Zug gelangt ihr bis nach Seefeld in Tirol, wodurch ihr beispielsweise auch sehr bequem aus Wien anreisen könnt. Nach einer Gondelfahrt seid ihr auch schon auf dem Berg und das Abenteuer kann beginnen. Auch hier ist es möglich nach jeder Etappe frühzeitig aufzuhören und abzusteigen. Um kurzzeitig wieder Kräfte zu sammeln, können die restlos Erschöpften unter euch bei der ersten und dritten Etappe sogar die nahegelegene Bergbahn in Anspruch nehmen. Wenn ihr euch doch fürs Durchhalten entscheidet, könnt ihr nach jeder Etappe in gemütlichen Alpenvereinshütten euer Lager aufschlagen.

Um die 60 Kilometer über 7.000 Höhenmeter legt ihr insgesamt zurück – das verlangt eine recht gute Kondition. Auch diese Wanderung empfiehlt sich eher für Bergsteiger und Bergsteigerinnen mit etwas Erfahrung, guter Ausrüstung und ohne Höhenangst. Bei einem zwar recht gemäßigten Anfang, hat es die dritte Etappe dann doch sehr in sich. Diese dauert nicht nur acht Stunden, sondern beinhaltet auch einen recht steilen Abstieg zwischendurch. Die Mühe ist es auf jeden Fall wert, da man zuerst am Innsbrucker Wahrzeichen „Frau Hitt“ vorbeikommt – ein bekannter und markanter Gipfel der Nordkette, der über Innsbruck in den Himmel ragt – und später dann auch noch einen herrlichen Blick über das wunderschöne Inntal genießen kann.

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Berliner Höhenweg

Allem voran muss hier betont werden, dass diese Tour keine für ungeübte Bergsteigerinnen und Bergsteiger oder für Menschen mit wenig Ausdauer ist. Im Zuge der zweiten Etappe seid ihr neun Stunden lang auf etwa 2.000 Metern unterwegs. Habt ihr diese Hürde bezwungen, warten etwas entspanntere Abschnitte auf euch. Außerdem belohnt euch die herrliche Landschaft des Zillertals allemal. Der Berliner Höhenweg bietet abwechslungsreiche Erlebnisse, von schmalen Graten über Wanderungen an Bergseen und auf Moorböden, bis hin zur Übernachtung in einer denkmalgeschützten Hütte. Was will man mehr? Auch bei diesem Höhenweg besteht die Möglichkeit, die Länge der Tour individuell abzustimmen. Auf- und Abstiege sind von jeder Hütte möglich.

Wenn ihr aber hart im Nehmen seid, geht ihr natürlich die ganze Runde. Am Ende blickt man dann auf acht Etappen, 85 Kilometer Weg und über 6.000 bewältigte Höhenmeter zurück. Da kann man schon schön stolz auf sich sein! Ein echtes Highlight auf dieser Tour ist die Berliner Hütte nach der dritten Etappe, denn sie ist nicht nur die größte Alpenvereinshütte in Tirol, sondern ist auch die erste und einzige Schutzhütte Österreichs, die unter Denkmalschutz steht. Die Inneneinrichtung erinnert teilweise eher an ein stattliches Landhaus als an eine Hütte auf dem Berg. Kronleuchter im Speisesaal, aufwendig gestaltete Holzvertäfelung im ganzen Haus und prachtvolle Möbel findet ihr in der Berliner Hütte vor. Da fällt der Abschied besonders schwer!

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Adlerweg

Der Adlerweg ist kein Höhenwanderweg, den man in einem Schwung absolviert. Falls ihr euch das aber doch vornehmen würdet, hättet ihr stolze 24 Etappen vor euch. Um genau zu sein hat dieser Höhenweg eigentlich 33 Abschnitte, aber neun davon liegen in Osttirol. Der Weg durch die Berge Nordtirols startet in St. Johann und endet am Arlberg, jener durch Osttirol führt euch von Ströden am Fuß des Großvenedigers bis zum Fuß des Großglockners. Natürlich ist dieser Weitwanderweg auch so geplant worden, dass man an mehreren Stellen ab- oder zusteigen kann. Dafür eignen sich dann sehr gut Wochenendausflüge in die jeweiligen Gebiete. Und nur weil man den Höhenweg nicht von A bis Z durchwandert heißt das nicht, dass man etwas verpasst: Jede Etappe hat ihre eigenen Vorteile und Schmuckstücke. Aber habt ihr euch überhaupt schon mal gefragt, warum dieser Weg genau den Namen Adlerweg trägt? Wenn ihr den Weg komplett durchwandert, zeichnet sich die Kontur eines schwebenden Adlers auf der Bergkette ab. Da lohnt es sich auf jeden Fall den Weg stückweise komplett zu wandern. Da der Adler immer als König der Lüfte bezeichnet wird, hat dieser Weitwanderweg den Namen „König der Höhenwanderwege“ bekommen.

Die insgesamt 413 Kilometer des Adlerweges führen euch durch eine abwechslungsreiche Landschaft, mal durch kahles Gebirge, dann wieder über saftig grüne Wiesen. Einer der wohl beeindrucktesten Abschnitte der Wanderungen ist der Goetheweg im Karwendel. Hier wandert ihr einen Weg entlang, der abwechselnd an der Nord- und der Südseite des Karwendelmassivs verläuft. Auf der einen Seite offenbart sich euch ein großartiger Blick auf das Massiv und auf der anderen eine herrliche Aussicht ins Tal und auf die pulsierende Tiroler Hauptstadt Innsbruck.

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Inntaler Höhenweg

Diese Tour führt euch durch sehr viele Naturparadiese, unter anderem durch das Naturschutzgebiet rund um den den Patscherkofel, oberhalb der Blauen Seen. Dort kommt ihr in den Genuss, einen der ältesten Zirbenbestände Österreichs zu riechen. Diese sechs Etappen umfassende Tour ist überraschenderweise auch für ihre kulinarische Verpflegung lohnenswert. Manche sprechen sogar schon von einer Genusstour, da ihr auf jeder Hütte mit herrlichen Tiroler und Österreicher Schmankerln, wie etwa Kaiserschmarrn, verwöhnt werdet. Daneben hat dieser Höhenwanderweg landschaftlich mindestens genauso viel zu bieten wie kulinarisch, denn er schlängelt sich auf 2.000 Höhenmetern quer durch die Tuxer Alpen. Auch wenn er ordentliche Auf- und Abstiege für euch bereithält, ist der Höhenweg im Durchschnitt recht gut zu meistern und somit auch für Wandernde verschiedenster Erfahrungslevels geeignet. Jedoch gibt es ein kleines Stück bei der zweiten Etappe, welches als schwer ausgeschrieben ist. Keine Angst, ihr könnt den Teil ganz leicht über das Tulfeinjöchl umgehen.

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Weitwanderung Kaiserkrone

Allen, die das Kaisergebirge lieben und gar nicht genug davon bekommen können, legen wir die Weitwanderung Kaiserkrone wärmstens ans Herz. Denn sämtliche Etappen der Wanderung legt ihr direkt am Wilden Kaiser zurück und lernt dabei die unterschiedlichen Vegetationen und Naturschönheiten näher kennen. Vielleicht könnt ihr euch nun denken, wieso die Wanderung „Kaiserkrone“ heißt. Damit ist die atemberaubende Aussicht gemeint, die auf der einen Seite bis zum Chiemsee und auf der anderen bis hin zum Großglockner reicht. Diese wunderbare Weitsicht ist hier quasi die „kaiserliche Krönung“, die in euch neben grenzenloser Freiheit auch ein Stück Erhabenheit auslösen kann. In fünf bis sechs Tagen kann man die 65 Kilometer zurücklegen und dabei rund 5.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg überwinden. Auch wenn es für den einen oder die andere auf den ersten Blick erschreckend weit und anstrengend wirkt, ist die Weitwanderung „Kaiserkrone“ recht angenehm und sogar auch etwas für jene, die Bergsteigen nicht als ihren Lieblingssport bezeichnen würden.

Von Going in Tirol startet die herrliche Wanderung erst einmal sehr entspannt auf einem Forstweg. Schon nach der ersten Etappe erreicht ihr die höchstgelegene Hütte im Kaisergebirge auf 1.620 Metern, und zwar die Gruttenhütte. Falls ihr denkt, dass ihr auf dieser Höhenwanderung nur an schroffen Felsen vorbei kommt, werdet ihr überrascht sein, denn das Kaisergebirge ist viel abwechslungsreicher, als so manch einer denkt. Schon am zweiten Tag gelangt ihr nach einer kurzen Wanderung von der ersten Übernachtungsmöglichkeit aus zum glasklaren, türkis-grünen Hintersteiner See. So ruhig und unberührt wie dieser Bergsee vor einem liegt, wirkt der Ort schon fast magisch. Hier könnt ihr euch nicht nur abkühlen, sondern auch durch die Stille des Sees auf euch wirken lassen, um neue Energie für die weitere Tour zu sammeln.

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Das waren natürlich nur einige der vielen wunderbaren Wanderrouten, die es in Tirol zu erkunden gibt. Auch einige Weitwanderwege für den Einstieg empfehlen wir euch am Blog. Was für Weitwanderungen in euer Gepäck muss, haben wir ebenfalls für euch zusammengefasst.

(c) Beitragsbild | Achensee Tourismus (Adlerweg)

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