zehn euro in wien

12 Stunden Wien mit nur 10 Euro

Samstag, 25. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

12 Stunden Wien mit nur 10 Euro

Samstag, 25. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

1000 things für 1000 Cent? Wir kennen es wohl alle: nicht nur das Monat neigt sich dem Ende zu, sondern auch der Kontostand nähert sich mit großen Schritten den roten Zahlen. Wien ist wunderbar und so kann man auch mit einem sehr begrenzten Budget wirklich viel erleben. Ganz nach diesem Motto waren wir von 1000things einen ganzen Tag für euch in der City unterwegs und hatten nicht mehr dabei als zehn Euro.

von Marie-Dorothée Amenitsch

*Wir wollen euch auch während des zweiten Lockdowns inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

UPDATE: Oktober 2020

Dass Wien als lebenswerteste Stadt der Welt vor allem von der Vielzahl an kulturellen Höhepunkten und Freizeitangeboten profitiert, ist kein Geheimnis. Doch: Wien bietet außerdem viele „low-budget“- Möglichkeiten, die nicht vergessen werden dürfen. Wir haben deshalb den Selbstversuch gestartet und versucht, mit nur zehn Euro – oder auch 1000 Cent – an einem Tag in Wien so viel wie möglich zu erleben. Wie und vor allem was wir so gemacht haben, könnt ihr hier lesen.

Budapest Bistro

Ohne Kaffee und Frühstück geht’s bei uns einfach gar nicht, es herrscht „grumpy cat“-Alarm und ihr könnt uns den ganzen Tag vergessen. Geht es euch auch so? Dann ist klar: Ein Frühstück muss her, reichhaltig und dennoch für wenig Geld. Da wir sowieso den Weg in Richtung Innenstadt einschlagen möchten, entscheiden wir uns für das Budapest Bistro im 5. Bezirk, da es sich dort laut Recherche super zu kleinen Preisen frühstücken lässt. Gute Entscheidung, denn sowohl das „Bistro-Frühstück“ (5 hausgemachte Bistro-Snacks) als auch das „Single-Frühstück“(Gugelhupf oder Briochgeepäck mit Butter und Marmelade) gibt’s um 4,50 Euro. Heißgetränk und Brotkorb sind inklusive. Optional gibt es auch warme Sandwich um 3,80 Euro. Das Café überrascht uns außerdem mit seiner zuckersüßen Innengestaltung und dem Blick auf die Pilgramgasse, wo bereits am Morgen ein buntes Treiben herrscht. Ein bisschen mulmig wird uns aber schon beim Gedanken, dass schon fast die Hälfte unseres Geldes verbraucht ist. Was soll’s, weiter geht’s!

Pilgramgasse 10, 1050

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Innenstadt

Gestärkt geht’s für uns – zu Fuß, versteht sich – weiter Richtung Naschmarkt. Wir genießen die ersten herbstlichen Sonnenstrahlen und tauchen ab in den Strom aus Touristen und Touristinnen, aufgewecktes Geplapper und probieren die angebotenen Kostproben der Markthändler. Satt sind wir jetzt auf jeden Fall für eine längere Zeit. Über den Karlsplatz und Oper geht’s weiter in das Herz des ersten Bezirks.

Naschmarkt

So viele bunte Farben und tolle Auswahl am Naschmarkt (c) Marie Amenitsch | 1000things

Nach einem Abstecher in den Stephansdom (freier Eintritt!) spazieren wir durch die Gassen, bestaunen Häuserfassaden und Innenhöfe. Die Häuserblocks des Blutgassen-Viertels hinter dem Stephansdom (Blutgasse, Singerstraße, Grünangergasse, Domgasse) gehören zu den ältesten Wiens und neben den architektonisch beeindruckenden Gassen verstecken sich hinter den Hauseingängen wunderschöne Innenhöfe. Wir haben euch dazu auch einen extra Beitrag geschrieben, schaut vorab doch mal rein und überrascht eure Begleitung mit coolen und versteckten Ecken.

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Dokumentationsstelle des Österreichischen Widerstands

Auf unserer To-do-Liste stehen außerdem zwei Museen, die wir unbedingt besichtigen wollen und deren Eintritt gratis ist. Wir beginnen mit der Dokumentationsstelle des Österreichischen Widerstands in der Wipplingerstraße 6-8. Die Dauerausstellung des DÖW beschäftigt sich mit der Vorgeschichte des Nationalsozialismus in Österreich, mit der Machtergreifung durch das NS-Regime und die Verfolgung von Volksgruppen, politischen Gegnern und Menschen, die als „minderwertig“ eingestuft wurden. Anhand von Texten, Fotos und Originaldokumenten, wird das gesamte Ausmaß des NS-Regimes greifbar und hautnah dargestellt. Ein großer Fokus liegt außerdem auf der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nach 1945. Besonders eindrucksvoll sind auch die ausgestellten Gegenstände, die vor allem aus Konzentrationslagern stammen, wie die Häftlingskleidung oder der heimlich gebaute und versteckten Radioapparat, der dazu diente, die aktuelle Position der Alliierten zu erfahren. Ziemlich heftige und bewegende Inhalte, die aber wirklich interessant sind.

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MUSA

Denn Ring entlang geht’s weiter in Richtung Rathaus. Als zweites kulturelles Highlight haben wir uns das MUSA vorgenommen – den Komplex aus Museum, „Startgalerie“ und Artothek in der Felderstraße 6-8 hinter dem Rathaus. Die meisten sind hier wohl schon das eine oder andere Mal vorbeikommen und werden es dennoch nicht wirklich kennen. Auch wir waren vorher noch nie hier und sind ganz überrascht von dem breiten Ausstellungsangebot und umso mehr begeistert vom freien Eintritt. Wechselnde Themenausstellungen treffen auf die sogenannte „Startgalerie“ von jungen Wiener Kunstschaffenden am Beginn ihrer Karriere. Die Sammlung mit insgesamt 35.000 Objekten lädt zum Abtauchen in die Welt der zeitgenössischen Kunst ein und begeistert mit einer riesigen stilistischen und künstlerischen Bandbreite. Zur Zeit gibt es eine tolle Sonderausstellung rund um Felix Salten, dem Verfasser der Geschichte von Bambi. Ihr könnt die Geschichte aus dem 18. Bezirk übrigens bei uns am Blog nachlesen.
Eine Übersicht über Museen, die in Wien gratis zu besichtigen sind, findet ihr übrigens hier.

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Der Wiener Deewan

Da das Magenknurren nach so viel Kultur und Herumspazieren nicht mehr zu überhören ist, wird es höchste Zeit für ein verspätetes Mittagessen. Und was eignet sich an einem solchen low-budget-Tag wohl besser als….Richtig: der Wiener Deewan mit seinem „pay as you wish“-Prinzip. Normalerweise sind wir hier zwar sehr darauf bedacht, möglichst fair zu bezahlen, da das Angebot am Buffet einfach grandios ist: Die fünf verschiedenen Curries, die zur Auswahl stehen, wechseln mehrmals täglich und mindestens drei davon sind immer vegetarisch oder sogar vegan. Es gibt mittlerweile mehrere Standorte, falls ihr woanders Curry essen möchtet. Als Stammgäste wird man es uns aber hoffentlich verzeihen, dass wir diesmal nur vier Euro da lassen, sorry Mr. Deewan! Übrigens: Zwischenstand 8,50 Euro

(c) der Wiener Deewan

Kahlenberg

Was tun mit diesem angebrochenen Nachmittag? Wir legen einen kurzen Verdauungsspaziergang durch den neunten Bezirk ein und steigen anschließend in den D-Wagen Richtung Nussdorf und fahren bis zur Endstation. Von dort führt die wunderbare Kahlenbergstraße zu unserem heutigen Tagesziel: hinauf auf den Kahlenberg. Wir entschließen uns, ein Stück zu Fuß zu gehen, bevor unsere Wege den Bus der Linie 38 A bei der Station „Oberer Reisenbergweg“ kreuzen. Absolutes Tageshighlight: Beim Heurigen Kierlinger entdecken wir doch tatsächlich einen Spritzer für – sage und schreibe – 1,40 Euro! Wir entschließen uns, den Rest unseres Budget hier sinnvoll zu investieren: man bringe den Spritzwein! Oben angekommen genießen wir anschließend den Blick über Wien, kommen aus dem „Oh!“ und „Ah!“ Rufen gar nicht mehr heraus und sind erfüllt von all den Erlebnissen. Nach so einem Tag und Ausgaben von nur 9,90 Euro (!) können wir hier gar nicht mehr viel anmerken, außer: „Wien, Wien nur du allein!“
Aufgepasst, die aktuellen Zeiten und wann ausg’steckt is‘ beim Kierlinger, erfahrt ihr online.

kahelnberg

(c) Philipp Wieser

Noch mehr Inspirationen für Wien findet ihr in unserem Guide für Unternehmungen unter zehn Euro. Außerdem warten für die ganze Familie spannende Ausflugsziele.

(c) Beitragsbild | Jan Pöltner | 1000things

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