U-Bahn Wien

Die 5 versteckten unterirdischen Wiener U-Bahn-Highlights

Donnerstag, 15. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die 5 versteckten unterirdischen Wiener U-Bahn-Highlights

Donnerstag, 15. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

U-Bahnen bringen euch nicht nur von A nach B, sondern die unterschiedlichsten Stationen auf den Linien beherbergen auch beeindruckende und versteckte Highlights. Genau zu denen haben wir uns in diesem Beitrag hin begeben und nehmen euch mit auf eine Reise durch die Geschichte und zu coolen Installationen, die es sogar in das Guiness Buch der Rekorde schafften oder mit Friedensnobelpreis-Nominierungen zu tun haben. Lest hier mehr zu unseren U-Bahn Highlights.

von Luisa Lutter

U-Bahn fahren ist an sich nichts Spannendes, außer man ist vielleicht in der U6 unterwegs und steht auf viel zu volle Abteile? Quatsch! Wir zeigen euch, dass es an den einzelnen Stationen definitiv allerhand zu bestaunen gibt, das ihr kennen solltet. Kleinere und größere Kunst-Highlights verstecken sich nämlich gleich an mehreren Stationen in Wien.

Kunst- und Kulturhighlights, wo man sie nicht unbedingt erwarten würde

Wir sind die einzelnen Stationen für euch einmal abgefahren und haben uns diese unterirdischen und teilweise versteckten Kunstwerke, Ausgrabungen und Co. angesehen. Viel Freude beim Lesen und Augen auf bei der nächsten U-Bahn Station!

1. Ständig aktualiserte Zahlen am Karlsplatz

Neben der Karlskirche wohl das 2. beliebteste Motiv zum Fotografieren. Diese Installation, namens „Pi“ aus dem Jahre 2006,  haben wir dem kanadischen Künstler Ken Lum zu verdanken. Es ist eine permanente Medieninstallation bei dem Durchgang der Westpassage am Karlsplatz/Friedrichstraße.
Hier dreht sich alles um Statistiken. Es gibt gleich ganze 15 verspiegelte Flächen, in denen LED-Anzeigen angebracht sind und die uns teilweise zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringen: Unteranderem werden die minütlich verspeisten Schnitzel gezählt, sowie die aktuell verliebten Pärchen in Wien. Aber auch die bisherigen Rüstungsausgaben des laufenden Jahren sind statistisch dargestellt.

Wiener Fundstück

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2. Die versteckte und unterirdische Kapelle am Stephansplatz

Die Virgilkapelle wurde schon 1973 bei den Bauarbeiten für die U-Bahn Linie entdeckt. Kurzerhand wurde die Ausgrabungstätte einfach in die Station integriert. Diese einzigartige unterirdische Kapelle ist eine der besterhaltenen Innenräume Wiens aus der Zeit der Gotik. Man geht davon aus, dass sie um 1220 errichtet wurde. Später kamen noch Malereien in den Fugen und auch Verzierungen in den Nischen hinzu. Nachdem die Virgilkapelle 2015 mit Spenden umfangreich saniert werden konnte, steht sie nun allen Neugierigen wieder offen. Der Eingang befindet sich auf der Ebene der U-Bahn Passage Stephansplatz. Man erfährt in Kürze etwas zum mittelalterlichen Wien und sieht zudem noch diesen besonderen Sakralraum, der sich so gut zwischen all der Hektik und dem beschäftigten Treiben der U-Bahn Fahrer einbettet und all jenen eine kurze Verschnaufspause bietet, die den Eingang ausfindig machen. Mehr zur Virgilkapelle könnt ihr auf der Homepage des Wien Museums nachlesen.

3. Der besondere Gedenk-Ausgang zur Herminengasse

Im Spätherbst des vergangenen Jahres wurde ein ganz besonderes und leider auch trauriges Kunsthighlight an der U2-Station Schottenring eingeweiht. Bei dem Ausgang zur Herminengasse befindet sich nun das gleichnamige Denkmal für 800 jüdische Menschen. Sie alle wurden zwischen 1938 und 1945 aus der Gasse deportiert und in Konzentrationslager gebracht. Die Künstlerin Michaela Melián hat sich den Einzelschicksalen angenommen und ihnen mit den vielen schwarzen Linien eine Fläche gegeben. An den Rändern des Kunstwerkes kann man die diversen Konzentrationslager, in alphabetischer Reihenfolge, ablesen. Weitere Infos zu diesem Ort mit Geschichte kann man bei Kör – Kunst im öffentlichen Raum nachlesen.

4. Wandgemälde am Praterstern mit Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde

Die meisten Menschen hetzten wahrscheinlich vorbei, doch nehmt euch einmal die Zeit,wenn ihr gerade am Praterstern aus- oder umsteigen müsst. Hier könnt ihr nämlich ein 53,63 Meter langes und 2,61 Meter hohes Emailgemälde bestaunen. Jenes schaffte es mit seinen Ausmaßen sogar in das Guiness-Buch der Rekorde, als längstes Emailgemälde. Kurz zur Auffrischung:  Bei der Technik Emailmalerei wird ein Metallgrund mit einer Metalloxidfarbe bemalt und die Zeichnungen im Anschluss eingebrannt. In unserem Fall wurde 2008 ein offener Wettbewerb ausgerufen. Gewonnen hat ihn Susanne Zemrosser und so können wir nun täglich in die heitere Zirkuswelt eintauchen. Viele hellen Farben und zahlreiche, liebevoll gestalteten Figuren finden sich auf dem langen Gemälde. Durch das ganze Bild zieht sich ein sprichwörtlicher roter Faden. Auf dem mal eine Ballerina tanzt, ein wenig später Autos entlang rasen und plötzlich verschwindet der Faden in einer Trompete, um als rote Leiter wieder herauszukommen. Die Malereien sollen einen Vorgeschmack auf den bunten und vielfältigen Wurstelprater machen und der rote Faden zeigt natürlich an, wo es lang geht.

5. Streetart auf Säulen und zwei Freidensnobelpreis-Nominierungen

Für unser letztes Highlight müsst ihr euch am Ende doch noch aus der Station begeben und euch ein bisschen frische Luft um die Nase wehen lassen. Zwischen den U2-Stationen Krieau und Stadion könnt ihr prächtige 14 Säulen begutachten. Die Höhe der Säulen variert zwischen 420-450 cm. Hier im „Viertel Zwei“ wurde das Werk „3 Brothers“ von dem brasilianischen Künstler Speto verewigt. Es stellt eine Hommage an die Gebrüder Villas Bõas dar. Diese haben in den 40er Jahren eine große Expedition zur Kolonisierung unerschlossener Dschungelgebiete im Hinterland Brasiliens veranlasst. Da sie die Erlebnisse sehr bewegten, entwickelten sich die drei Brüder zu Verfechtern und starken Stimmen für die indigenen Rechte und Lebensräume. Sie wurden für ihr Engagement zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert.

Ihr wollt Wien von noch mehr versteckte Seiten entdecken? Dann lest unbedingt in unsere dreiteilige Reihe der Wiener Geheimnisse, die auf euch warten hinein.

Um gut gehütete Geheimtipps, die mit Drinks zu tun haben, geht es auch in diesem Beitrag hier zu unseren liebsten geheimen Clubs in Wien. 

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