Gastraum Arezu

Arezu

Moderne persische Küche

Eine Reise in den Iran steht dieses Jahr vielleicht nicht mehr auf eurem Programm, aber wir empfehlen euch, zumindest einen kulinarischen Kurztrip dorthin zu unternehmen. Denn seit Juni ist Wien um ein persisches Restaurant reicher: das Arezu. Dort bietet man moderne persische Küche – und das sehr erfolgreich, wie wir finden.

Ein bisschen Persien, ein bisschen Skandinavien

Das Arezu befindet sich mitten im kulinarischen Zentrum des 8. Bezirks, in der Florianigasse, direkt neben dem Schönbornpark. Wenn es das Wetter zulässt, reserviert am besten einen Platz im kleinen Gastgarten am Gehsteig. Wenn ihr draußen aber keinen Platz mehr ergattern könnt, tut das aber auch nicht sonderlich weh, denn das Lokal ist innen hell und freundlich gestaltet. Unter dem warmen Licht aus silbrig beschichteten Lampen und in den gepolsterten Fauteuils sitzt es sich sehr bequem. Das Interieur ist ein Echo der Mission „modern persisch“: schlichte Holztische mit weißer Tischdecke, anstatt gusseiserner Tische mit Mosaik-Einlagen, überwiegend dunkler Parkett und nur ein Streifen mit gemusterten Kacheln direkt vor der Bar, helle Regale in skandinavisch minimalistischem Stil mit ebenso minimalistischer Dekoration, anstatt massiver, dunkler Holzschränke.

Zum guten Anfang

Zum, wie man hier schreibt, Aperetif gibt es unter anderem Klassiker wie Campari Orange oder Lillet Spritz. Ein Neuzugang unter den Aperitivi ist auch dabei: Herak, eine Spirituose aus Wein und Gin, die erst im Mai auf den Markt gekommen ist. Im Arezu wird er in verschiedenen gespritzten Varianten um jeweils 8,90 Euro serviert, zum Beispiel als Herak Achterlastig, mit Tonic Water, Limette, Erdbeere und Minze, oder als Herak Kim, mit Tonic Water, Maracuja, Erdbeere und Minze. Wer lieber nicht-alkoholisch unterwegs ist, kann um 3,80 Euro eine Limo-Nana bestellen, eine Zitronenlimonade mit frischer Minze.

Aperitiv Arezu

Herak Kim und Herak Achterlastig (c) Pia Miller-Aichholz | 1000things.at

Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, welche Vorspeise euch am meisten anlacht, fragt nach der Vorspeisenvariation. Die kommt mit etwas Fladenbrot und bewahrt euch vor dem berüchtigten Hungergrant, wenn ihr nicht mehr auf die Hauptspeise warten könnt. Dabei sind die Hauptspeisen so großzügig, dass eine Vorspeise dazu sehr viel werden kann. Bei Fragen und Unsicherheiten gibt euch das Personal gerne und freundlichst Auskunft. Eine kleine Anekdote zu unserem letzten Besuch: Unsere Tischnachbarn wollten zu ihrem Vorspeisenteller eine zweite Portion Fladenbrot bestellen, woraufhin der Kellner ihnen zu bedenken gab, dass die Hauptspeisen üppig sind und ihnen das dann vielleicht zu viel würde – sehr sympathisch.

Feuerwerk auf der Zunge

Wer orientalische Küche kennt, weiß, dass zu ihr das meisterhafte Einsetzen vieler verschiedener Gewürze und Kräuter gehört: Jeder Bissen eröffnet neue Geschmacks-Nuancen. Ein besonders beeindruckendes und facettenreiches Beispiel dafür ist der Salat Esfenaj Anar um 11,50 Euro. Bestellt ihr den, bekommt ihr Blattspinat mit Granatapfel, Basilikum, Oliven, Schafkäse, Walnüssen und Olivenöl. Denkt nicht, das sei eine persische Version von griechischem Salat. Ab dem ersten Bissen veranstaltet dieser Salat ein Geschmacksfeuerwerk sondergleichen auf eurer Zunge.

Salat Esfenaj Anar

(c) Pia Miller-Aichholz | 1000things.at

Typisch für die persische Küche ist Reis mit einer leicht karamellisierten Kruste am Boden. Er begleitet im Arezu die meisten Hauptspeisen. Unter ihnen finden sich primär Fleisch- und Fischgerichte. Wenn ihr vegetarisch essen wollt, könnt ihr euch aus Vorspeisen und Salaten ein eigenes Menü zusammenstellen oder Fesendjan, geriebene Walnüsse und Granatapfelmelasse, um 14,20 Euro bestellen. Die Preise finden wir angesichts der Qualität und der großzügigen Speisen absolut fair. Gheyme, gelbe Spalterbsen, Kalbshüfte, Tomaten-Zwiebelsauce, in der großzügigsten Variante, mit gebratenen Melanzani und Zucchini, Dörrpflaumen und gebratenen Kartoffeln – die sich als eine Art Pommes Frites entpuppen – kostet 14,50 Euro. Typisch persisch und auch wieder sehr schön süß-pikant-aromatisch ist Safran-Reis mit Berberitzen. Den bekommt ihr zum Beispiel zu Mahitsche, einer Lammstelze in Saft, um insgesamt 15,50 Euro. Oder zu Morgh, einer Hühnerkeule, um insgesamt 14,90 Euro.

Vor- und Hauptspeisen Arezu

(c) Pia Miller-Aichholz | 1000things.at

Übrigens gibt’s hier werktags und samstags zwischen 11.30 und 16 Uhr auch Mittagsmenüs um ungefähr 10 bis 13 Euro. Wenn ihr euch vegetarisch oder vegan ernährt, solltet ihr aber immer im Voraus die Speisekarte checken, denn es ist nicht jeden Tag eine entsprechende Option dabei.

Dessert auf Persisch

Wir hoffen, ihr habt nach der Hauptspeise noch Platz, denn die Nachspeisen können sich sehen lassen. Das ausgefallenste Dessert ist das Safran-Karamell-Soufflé, das mit Granatapfel-Sorbet serviert wird, um 8,90 Euro. Das war bei unserem Besuch leider schon aus. Wir haben stattdessen Cake Faransavi, Nusskuchen mit Schokoschlagobers um 7,90 Euro, und Safraneis bestellt. Der Nusskuchen ist ein Gedicht und das Schokoschlagobers oben drauf erinnert an die Schwedenbomben-Füllung. Auch das Safraneis hat es uns angetan. Als krönenden Abschluss empfehlen wir euch, den persischen Kaffee zu probieren, um 3,90 Euro. Wer schon türkischen Kaffee probiert hat, wird sofort an diesen erinnert, nur dass persischer Kaffee mit Kardamom gewürzt wird. Oder ihr genehmigt euch persischen Schwarztee. Beim Verlassen des Lokals fassen wir den Vorsatz, bald wieder vorbeizukommen – nicht zuletzt, um doch noch das Safran-Karamell-Soufflé zu probieren.

Arezu Desserts

(c) Pia Miller-Aichholz | 1000things.at

Ein ebenso großes Erlebnis für eure Geschmacks- und sonstigen Sinne ist ein Besuch bei L’Orient, wo ihr kulinarisch einen Abstecher nach Marokko macht.

Zur Website von Arezu

Aktuelles

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Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag: 11.30 bis 23.30 Uhr
(Küche bis 22.30 Uhr)

  • Location
  • Florianigasse 19, 1080
Location map  Arezu
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