Sex Positive Party Wien

Sex Positive Party

Eine Party, die nicht nur das Zusammenkommen, sondern auch das Zusammen Kommen feiert.

Let’s talk about sex, babys! Wobei beim “Zusammen Kommen” von Hausgemacht darüber nicht nur gesprochen wird. Wir waren für euch bei der zweiten Ausgabe der Sex Positive Party.

Dress to caress

First things first: Eine Party unter dem Motto „Sex positive“ bedeutet nicht Rudelbums und Swinger-Action. Vor allem geht es darum, die Offenheit, Diversität und Freiheit zu feiern, gerade in Zeiten, in denen man uns das Döner in der U6 oder das Bier am Praterstern verbietet. Im Mittelpunkt steht immer noch die Musik. Und natürlich auch die Freizügigkeit in ihrer schönsten Form. Die begünstigt vor allem der Dresscode: „Alles was dein sexuelles Wesen unterstreicht und auch streichelt“, steht auf der Website. Besonders gern gesehen sind Fetisch, Lack und Leder und natürlich das schönste Kostüm überhaupt: nackte Haut.

Shark Costume

Strenge Tür, lockere Stimmung

Also haben wir uns am 31. August in Minimalschale geworfen und sind in die Auslage gepilgert. Schon die Kontrolle am Eingang zeigte, dass wir hier gut aufgehoben sind. Denn bevor wir reingelassen werden, müssen wir erst mal ein paar Fragen beantworten: Wie seid ihr auf das Event gekommen? Warum seid ihr hier? Wie sieht euer Outfit aus? Man will sichergehen, dass nur Partygäste mit den richtigen Motiven in einer sicheren Umgebung ihre Hüllen fallen lassen können. Und das machen wir dann auch. Direkt an der Kassa streifen wir die Straßenkleidung ab und hinterlegen sie in der Garderobe. Unsere Handykameras werden abgeklebt. Mit strengen Blick bläut man uns ein, dass wir sofort hochkant rausfliegen, sollten wir die Sticker abziehen und heimlich knipsen. Das erklärt auch die unverhältnismäßig hohe Anzahl an GIFs in diesem Artikel.

Um 2 Uhr ist die Auslage gut gefüllt, und zwar mit ziemlich ausgewogenem Frauen-Männer-Anteil. Auch darauf achtet man an der Tür mit unterschiedlichen Einlassphasen. Für die immer länger werdende Warteschlange vor der Auslage sind die strengen Kontrollen zwar mühsam, aber was wäre die Alternative? Alle reinlassen und hoffen, dass keine Störenfriede und Grapscher dabei sind? Hausgemacht hat auf Facebook noch am selben Abend zum unerwartet großen Andrang Stellung genommen. Auch wenn die Party vielleicht nicht auf ganz so viel Sex-Positivismus ausgerichtet war, zeigte die lange Schlange zumindest, dass Wien die Freizügigkeit gern öfter zelebrieren würde.

John Cusack Wink

Wenn schon nackt, dann gemeinsam

Dass drinnen fast jeder knappest bekleidet ist, gibt jedenfalls ein gutes Gefühl: Wir sind zwar halbnackt und verletzlich, aber wir sind es alle zusammen. Hier muss man sich also nicht schämen, hier fühlt man sich in Höschen und einem Hauch von Nichts erstaunlich wohl. Denn auf den beiden Dancefloors der Auslage geht es fühlbar respektvoll zu. Das Gerempel, dank dem man sich beim Feiern sonst fühlt, als wäre man die Kugel in einem Pin-Ball-Automaten, bleibt hier fast aus bzw. wurde ersetzt durch ein gefühlvolles Streifen. Den Respektabstand spürt man auch beim Tanzen selbst. Mit ungewohnter Arm- und Beinfreiheit wackeln wir zu den dröhnenden Beats.

Respekt

Im Dunkeln ist gut munkeln – und schmusen

So. Jetzt haben wir euch mit unserem plüschigen Wir-haben-uns-alle-lieb lang genug auf die Folter gespannt. Aber auch wir wollen streng aussieben, wer die schlüpfrigen Details verdient hat. Wenn du immer noch liest, bist du wahrscheinlich kein sabbernder Perverso, der auf schnelle sexy Schlagworte aus war. Wenn doch: Penis! Jedenfalls war die Auslage mit mehreren, durch schwarzen Stoff abgehangenen Darkrooms ausgestattet, in denen nach Genitalslust die freie Sexualität zelebriert wurde. Und das sogar safe und juicy mit Kondomen und Gleitgels zur freien Entnahme.

Auch auf der Tanzfläche waren wir das eine oder andere Mal unverhoffter Zaungast von FSK-18-Action. Zu später Stunde sammelten sich immer wieder präkopulative Menschenknäuel in den dafür vorgesehenen Schmuseecken. Die Stimmung wurde heißer, die Beats immer härter – und nicht nur die. Haha. Penis. Schon wieder. An unserem ungelenken Genitalhumor merkt man vielleicht schon, dass wir sonst eher die nervösen Kicherer als die lasziven Lippenbeißer sind. Aber weil der Umgang mit Sexualität und erotischem Bewusstsein beim „Zusammen Kommen“ so natürlich und selbstverständlich war, war er das plötzlich auch für uns. Keine Gaffer, keine angewidert hochgezogenen Augenbrauen. Nur jede Menge Liebe! An diesem einen Abend haben wir in Sachen Geschlechtsverkehr also einen Reifesprung von zehn Jahren zurückgelegt. Und auch jetzt haben wir kaum gekichert, als wir Geschlechtsverkehr geschrieben haben.

Für die meisten war die zweite Ausgabe der „Sex positive Party“ von Hausgemacht sicher eine feine Feierei, für manche wahrscheinlich auch eine erotische Erfahrung. Für uns war es jedenfalls ein High Five mit unserer sexuellen Identität.

High Five, Friends with Benefits

Ihr mögt es mysteriös? Dann schaut doch in einem unserer geheimen Clubs von Wien vorbei. Was ihr in der Hauptstadt sonst noch alles anstellen könnt, verraten euch unsere To Do’s.

Beitragsbild (c) Marvin Meyer / Unsplash

Hier entlang zur Veranstaltungswebsite!

Aktuelles

Die nächste Party kommt bestimmt! Ihr auch? Sehr gut, dann behaltet am besten die Website oder die Facebook-Seite von Hausgemacht im Auge.

Was kostet's?

Der Eintritt kostet 10 Euro.

  • Location
  • Auslage: Lerchenfelder Gürtel 43, 1160 Wien
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