Gloriette Aussicht

10 Spaziergänge durch Wien mit öffentlichen Toiletten

Donnerstag, 21. Januar 2021 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

10 Spaziergänge durch Wien mit öffentlichen Toiletten

Donnerstag, 21. Januar 2021 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Spazieren gehen und Pünsche to go sind super. Wirklich schön. Also so lange, bis die Blase drückt. Dann muss es schnell gehen – und einfach mal so hinter den nächsten Busch zu hechten ist im geschäftigen urbanen Raum nicht unbedingt ratsam. Also haben wir uns auf die Suche nach ein paar Spazierrouten gemacht, bei denen ihr definitiv keinen Blasensprung riskiert.

von Viktoria Klimpfinger

*Wir wollen euch auch während der aktuellen Maßnahmen inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Was in den vergangenen Jahren vielleicht Poledance oder Yoga war, ist in Lockdown-Zeiten definitiv das Spazierengehen. Deutlicher weniger sexy als Poledance, deutlich weniger gelenkig als Yoga, ist die unerwartete Trendsportart des Social Distancing zumindest eines: niederschwellig. Linker Fuß, rechter Fuß – wir kennen das Konzept. Und langsam wird auch das irgendwie eintönig. Also peppen wir unsere Spaziergänge gerne mit dem einen oder anderen Punsch oder einer kleinen Wegzehrung to go auf. Damit können Poledance und Yoga tatsächlich nicht mithalten. Oder zumindest würde man in den Trainingsstunden ziemlich ungut auffallen, würde man im herabschauenden Hund kopfüber ganz analog zum animalischen Namensgeber im mitgebrachten Gulasch stecken oder mit Kaiserschmarrn to go im Mund von der Stange baumeln. Wobei das dann ja eigentlich Kaiserschmarrn am Stiel wäre, aber wir schweifen ab. Hat man jedenfalls schon den dritten selbst aufgepeppten Punsch intus, ruft langsam die Natur. Und das ist mitten in der Natur oft gar nicht so einfach, wenn man nicht andere Parkbesucher*innen mit entblößtem Hintern den Appetit verderben will. Also haben wir uns nach ein paar Spazierrouten umgesehen, die neben ein bisschen Auslauf auch mit öffentlichen Toiletten aufwarten.

Schlosspark Schönbrunn

Ein Ausflug zum Schlosspark Schönbrunn ist zu so ziemlich jeder Jahreszeit eine gute Idee, besonders aber während des Lockdowns. Zumindest von außen könnt ihr die royalen Prunkbauten ausgiebig bestaunen, durch die weitläufigen Parkanlagen flanieren und schließlich von der Gloriette aus über die Stadt schauen. Romantisch! Außerdem gibt’s am Sonntag bei Landtmann’s Jausen Station Punsch und jede Menge Proviant für unterwegs und am anderen Ende des Parks beim Lindt-Shop eine der wahrscheinlich besten heißen Schokoladen to go. Da ist quasi vorprogrammiert, dass früher oder später die Blase drückt. Aber in Schönbrunn braucht ihr deshalb nicht in Panik verfallen oder hinter den nächsten Busch hechten (bitte nicht!), denn an beiden Seiten des Parks gibt es eine WC-Anlage. Die kostet zwar 50 Cent, aber das ist es uns in Anbetracht der anderen Optionen allemal wert.

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Innere Stadt und Stadtpark

Mit Tipps für Punsch zum Mitnehmen haben wir euch ja bereits ausführlich versorgt. Einige von ihnen tummeln sich praktischer Weise innerhalb des 1. Bezirks. Von Haas & Haas über das Kaffee Alt Wien bis zum Café Engländer bietet sich daher eine kleine Punsch-Tour an. Spätestens beim Engländer nahe der Wollzeile angekommen, ist es dann aber ziemlich sicher so weit: Man muss mal. Doch bevor ihr überlegt, euch unbefugt durch irgendeine Hintertür des Lokals Eintritt zu verschaffen und das örtliche stille Örtchen zu besetzen, gibt es eine deutlich elegantere und außerdem legalere Lösung: das Klo am Stubenring, nur ein paar hektisch trappelnde Schritte entfernt, gegenüber von der U3-Station. Sind Blase und Stimmung wieder gelöst, bietet sich dann sogar noch ein Spaziergang durch den Stadtpark an. What a feeling!

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Augarten

Punsch und Co gibt’s auch im Augarten beim Sperling, und zwar in verschiedenen g’schmackigen Varianten. Außerdem habt ihr hier genug Freifläche zur Verfügung um euch den Kopf frei zu laufen. Mit der Blase geht das allerdings nicht ganz so einfach, da kann man sich noch so vehement einreden, dass der Geist stärker ist als der Körper – irgendwann triumphiert dann doch die Biologie. Und auch hier braucht ihr nicht erst unaufgefordert und ziemlich sicher nicht gern gesehen zur Bewässerung der Wiesen beitragen. Ihr habt sogar die freie Auswahl zwischen dem öffentlichen Häusl gleich beim Sperling und einem neben der Schankwirtschaft, wo ihr euch gleich den nächsten Punsch oder ein paar Snacks holen könnt. Ein ewiger Kreislauf!

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Donaukanal

Und wenn wir schon im Zweiten herumgeistern, dann geistern wir am besten gleich weiter zu unserem beliebten und besonders in den Sommermonaten heiß umkämpften Donaukanal. Wer es sich hier im Juli bei ein paar lauwarmen Bierchen am Wegrand gemütlich gemacht hat, weiß sicher, dass öffentliche Klos am Donaukanal eher Mangelware sind. Und wer jetzt feixt, dass man sich doch einfach direkt in den Kanal erleichtern könnte, der sollte vielleicht intensiv über persönliche Grenzen und Privatsphäre nachdenken. Aber auch hier müsst ihr nicht erst den Blasensprung riskieren. Bei der Robertstiege, nur ein paar Schritte von der Hafenkneipe entfernt, gibt es doch tatsächlich einen Locus! Wenn ihr das Unabwendbare schon früh genug spürt und es noch etwas länger aushaltet, bietet sich aber auch ein Abstecher von etwa einer Viertelstunde zum öffentlichen WC am Karmelitermarkt an.

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Wiener Prater

Ganz ehrlich: Wer im Lockdown nicht mindestens einmal im Prater spazieren war, der war nicht wirklich spazieren. Wo schlendert es sich auch gemütlicher als in der grünen Lunge Wiens, etwa auf der Hauptallee oder entlang des Stadtwanderwegs 9 in urigere Gefilde. Punsch gibt’s hier übrigens auch, und zwar bei der Endstation der Straßenbahnlinie 1. Und weil wir das Prozedere mittlerweile schon oft genug durchgekaut haben: Ja, Klos gibt’s natürlich auch. Beispielsweise da, wo die Hauptalle die Stadionalle kreuzt, oder auf der Jesuitenwiese.

(c) Lisa Oberndorfer

Kurpark Oberlaa

Ebenfalls weitläufig und etwas beschaulicher ghttps://www.instagram.com/p/CKQqewvHcto/eht es im Kurpark Oberlaa in Favoriten zu. Auf über 800.000 Quadratmetern spaziert ihr hier durch verschiedene Themenbereiche und Gartenanlagen von Barockem Brunnengarten bis zum Japanischen Garten, kommt etwa am Filmteich vorbei, der der Rolle des Parks als Kulisse für zahlreiche Stummfilme des Studios Sascha-Filmindustrie Tribut zollt, und auch gleich an vier Toilettenanlagen am Eingang Nord, am Eingang West, in der Mitte des Parks und beim sogenannten Gschroppenhaus. Den Punsch, Glühwein oder Apfelsaft, der euch in diese Lage bringt, nehmt ihr hier am besten selbst mit – auch schön.

(c) Stephan.Stanzel | Instagram

Schwarzenbergpark

Mit schier endlosen Spazierwegen, Laufstrecken, weiten Wiesen, Hundezone und Spielplätzen hat der Schwarzenbergpark im 17. Bezirk so ziemlich alles im Angebot, was uns den Lockdown-Alltag erträglicher macht. Er reicht von Neuwaldegg bis zur Grenze zu Niederösterreich und ist schlicht und einfach ein schönes Fleckchen Erde. Am Eingang bei der Neuwaldegger Straße könnt ihr euch beim Gasthaus Zur Allee samstags und sonntags zwischen 11 und 16 Uhr vorbestellte Gerichte und Getränke abholen und euch erst mal stärken. Merkt euch diesen Ort aber besser gut, denn hier werdet ihr spätestens, wenn das basalste Grundbedürfnis zwickt, wieder zurückkehren. Nur ein paar Meter neben dem Lokal findet ihr nämlich die öffentliche WC-Anlage.

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Türkenschanzpark

Mit 150.000 Quadratmetern ist der Türkenschanzpark im 18. Bezirk zwar etwas kleiner als sein großer Bruder in Hernals, aber ein Ausflug lohnt sich allemal, auch im Winter. Verschlungene Spazierwege hier, verschiedene Teiche da – und dazwischen lugt die rötliche Paulinenwarte zwischen den Baumwipfeln hervor. Die Aussichtswarte ist zwar im Winter nicht begehbar, aber auch von außen macht sie ordentlich was her. Habt ihr euren Thermoskannen-Punsch oder Coffee-to-go fertig geschlürft, könnt ihr euch auch hier gesellschaftlich angemessen erleichtern, und zwar an der Ecke Hasenauerstraße/Gregor-Mendel-Straße.

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Pötzleinsdorfer Schlosspark

Währing versorgt uns mit gleich noch einem Juwel für Flaneur*innen: Der Plötzleinsdorfer Schlosspark wartet so ziemlich alles auf, was man sich von einem Schlosspark eben erwartet: Lusthäuser, Statuen und sogar eine Badegrotte. Aber hier geht’s nicht nur majestätisch, sondern auch ziemlich sportlich zu: Fitnessgeräte, Fußballkäfige und ein Tischtennistisch bringen euch ordentlich ins Schwitzen, während die Kids am Spielplatz toben. Habt ihr danach etwas zu beherzt an eurem Gatorade-Flascherl gezogen, könnt ihr sie bei der öffentlichen Toilette an der Geymüllergasse durchlassen. Blau ist sie dann aber hoffentlich nicht mehr.

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Cobenzl

Absoluter Spitzenreiter im Bezirkeranking ist, was die Wanderrouten angeht, definitiv Döbling. Immerhin hat der 19. Bezirk mit dem Kahlengebirge sogar das, was wohl nur im Osten Österreichs als „Gipfel“ durchgeht. Hermannskogel, Vogelsanberg, Kahlenberg – you name it. Hier sickert der nördliche Wienerwald langsam Richtung Stadt. Für alle, die großen Gusto und kleine Blasen haben, empfehlen wir, eure Basis am Parkplatz am Cobenzl aufzuschlagen. Dort gibt’s nämlich nicht nur Take-Away-Verköstigung vom Waldgrill oder etwa eine halbe Stunde Richtung Hermannskogel auch beim Gasthaus Agnesbrünnl, sondern auch einen recht sauberen öffentlichen Ort der Erleichterung.

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Wir zeigen euch außerdem, wo ihr die besten Wiener Schmankerln beim Spazierengehen findet. Und auf unserer Winter-Dahoam-Seite inspirieren wir euch für euren Winter in Österreich.

(c) Beitragsbild | Lisa Panzenböck | 1000things

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