braeuche im advent in oesterreich

Typische Bräuche im Advent in Österreich

Donnerstag, 17. November 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Typische Bräuche im Advent in Österreich

Donnerstag, 17. November 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Weihnachtsgeschichten vorlesen, einen Adventskranz binden, das Eigenheim mit reichlich Dekoration in ein Weihnachtsdorf verwandeln – all das sind Traditionen, die wir bereits seit Generationen in der Vorweihnachtszeit in Österreich pflegen. Wir stellen euch hier einige Bräuche vor – von Klassikern über total Skurriles – die man in unserem Land in der Adventszeit umsetzt.

von Lisa Panzenböck

Kekse backen und Weihnachtslieder singen – mit diesen und noch vielen weiteren Traditionen stimmen wir uns fröhlich auf den Heiligabend ein. Welche Bräuche im Advent in Österreich sonst noch so typisch sind, verraten wir euch im Folgenden.

1.) Einen Adventkranz aufstellen

Der Adventkranz hat bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts Tradition. Ursprünglich war er mit 24 Kerzen versähen, wurde jedoch später auf die heutige Form mit 4 Kerzen (einen für jeden Adventssonntag) reduziert und ist eine unserer liebsten Dekorationen in der Vorweihnachtszeit. Mittlerweile gibt es Kränze mit allen möglichen Verzierungen – von kleinen Perlenketten, über Rentiere, bis hin zu funkelnden Kugeln sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Wer besonders kreativ ist, kann sich seinen Adventskranz auch ganz leicht nach individuellem Belieben selbst binden – macht total Spaß und ist garantiert einzigartig.

adventskranz

2.) Frauentragen

Diese Tradition war uns nicht bekannt. Das Frauentragen, oder auch Josephtragen, beziehungsweise Herbergssuche genannt, ist ein besonders altes Brauchtum. Der grundsätzliche Gedanke dahinter war es, dem heiligen Paar in der Weihnachtszeit eine Herberge zu gewähren. Früher war es üblich, dass sich die Menschen aus der Nachbarschaft am Abend stets in unterschiedlichen Häusern getroffen haben mit Figuren von Maria und Joseph und angezündeten Kerzen auf dem Tisch. Auch heute üben manche den Brauch noch aus, in  dem sie sich in den letzten neun Tagen vor der Weihnachtsnacht vor einem Bild der Heiligen Familie versammeln, da diesem Herberge geboten wird. Das Bild wird jeden Tag von einer anderen Familie beherbergt und die letzte Familie gewährt dem Bild, also der Heiligen Familie, bis Maria Lichtmess Herberge. Vermutlich einer der lustigsten Bräuche im Advent in Österreich!

3.) Weihnachtsbeleuchtung

Ich denke, es gibt wohl keinen häufiger diskutierten Weihnachtsbrauch als diesen. Während die eine Hälfte der Menschen es liebt, wenn es von den Dächern und Gärten der Häuser nur so glitzert und funkelt, die Heime mit zahlreichen Lichterketten verziert und und die Vorgärten mit Cupid, Donner, Blitzen, Rudolph und Co. dekoriert sind, wird die andere Hälfte schon fast wütend bei all dem sich durch die Straßen ziehenden Kitsch. Ein Mittelweg wäre vermutlich, die weihnachtliche Beleuchtung in gemäßigter Ausprägung zu halten und (bitte, bitte, bitte) nicht bereits im Oktober mit dem Schmücken zu beginnen.

weihnachtsbeleuchtung

4.) Mistelzweig

Ach, der Mistelzweig. Eine der wohl schönsten, romantischsten Traditionen im Advent, denn unter dem Mistelzweig wird ja bekanntlich geküsst und wenn man einer landläufigen Legende trauen darf, so bleiben Pärchen, die sich unter dem Mistelzweig küssen, ein Leben lange zusammen. Wusstet ihr allerdings, dass die weißbeerige Mistel ein Halbparasit ist und Bäumen sowohl Wasser, als auch Nährstoffe raubt, indem er seine Wurzeln in die Wasserkanäle der Bäume schiebt? Leider wenig romantisch, was dieses kleine, filigran aussehende Gewächs so macht, wenn es nicht über unseren Türen hängt.

5.) Sauschäd’lstehlen vor Weihnachten

Achtung, bei dieser Tradition in der Vorweihnachtszeit wird’s ein bisschen grauslich.. Nach dem Schlachten eines Schweines war es üblich den Körper zu spalten, den Schädel jedoch ganz zu lassen. Anschließend wurden die Körperteile in das Vorhaut des Hofes zum Aushängen gebracht. Obwohl die Haustüre, beziehungsweise Schlachtkammertüre nachts versperrt war, wurden immer wieder Wege gefunden, diesen Sauschäd’l zu klauen. War das erst einmal geschafft, so wurde zuerst ein Gedicht verlesen und jener im Anschluss zusammen verspeist. Als wäre das für den Bestohlenen nicht schon bitter genug, musste jener obendrein auch noch eine Strafe in Form von Getränken bezahlen.

6.) Am 6. Dezember kommt der Nikolaus

Im 4. Jahrhundert gab es da so einen Bischof von Myra in Kleinasien, der ganz besonders sozial engagiert war. Genau, die Rede ist vom Heiligen Nikolaus, dessen Gedenktag am 6. Dezember ist. Bei uns ist es so Brauch, dass als Nikolaus verkleidete Männer in weihnachtsmannähnlichen Kostümen zu den Familien nach Hause kommen und die braven Kinder mit kleinen Geschenken belohnen. War man jedoch nicht so folgsam, so sollte man sich vor dem haarigen Begleiter des Nikolaus’ – dem Krampus – in Acht nehmen, denn er verteilt Schläge mit seiner Rute an die schlimmen Kinder.

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7.) Adventkalender

„Ist mir egal, wie alt ich bin – ich will trotzdem einen Adventkalender!“ Das lässt sich ganz einfach damit begründen, dass die Vorweihnachtszeit schlichtweg nicht dasselbe wäre, hätte man keinen Adventkalender. Weil es nichts besseres gibt, als den Tag mit einem Stück Schokolade zu beginnen, ist das wohl unser absoluter Höhepunkt der Bräuche im Advent in Österreich. Das versüßt (wortwörtlich) den Morgen und das tägliche Öffnen des Kästchens führt uns stets vor Augen, wie unmittelbar vor der Tür’ das große Fest bereits steht. Wusstet ihr, was für eine furchtbar süße Geschichte hinter dieser Tradition steckt? Der kleine Gerhard Land aus Deutschland beschäftigte sich stets mit der Frage, wann denn nun endlich das Christkind kommt. Deshalb nahm seine Mutter kleine Schachteln, in die sie ein je einen Keks legte, auf jene Schachteln Nummern klebte und ihrem Gertschi täglich erlaubte, eine dieser Schächtelchen zu öffnen. Zuckersüße Idee!

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Und, setzt ihr selbst einen dieser typischen Bräuche im Advent in Österreich um? Hier stellen wir euch vor, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird und unter diesem Link gehts zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Österreich Teil I und Teil II.

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